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28.01.2015

Schlechte Verlierer

Photo Athen 2008, Εικόνα Αθήνα 2008
FAQs zur Griechenland-Wahl vom 27.01.15
Ein Freund fragte direkt nach der Wahl und ich antwortete.

1. Wen hast du gewählt?
  • Ich habe leider nicht wählen können, ich lag krank im Bett und eine Briefwahl gibt es nicht.
2. Das ist doch keine häufige Frage!
  • Bei den Griechen schon. Auch vor der Wahl fragen sich gegenseitig die Leute, wen man wählen wird. Bis vor einigen Jahren gab es in Griechenland eine Zwangswahl. Das heißt, man musste wählen, wenn man unentschuldigt (also nicht z.B. durch Krankheit) der Wahl fern geblieben war, wurde ein Ausreiseverbot über jemanden verhängt. In der Schule habe ich zusammen mit allen anderen gelernt, dass im Alten Athen, jeder Bürger Farbe bekennen musste, und dass diejenigen, die es nicht taten, Opportunisten und Verräter waren, die sich nach der Wahl dem Wahlsieger oder nach dem Bürgerkrieg dem Sieger anschlossen und wenn ich mich recht erinnere, sogar daher aus der Stadt gebannt wurden. Ein Bürger also, der nicht sein ihn als Bürger bestimmendes Recht ausübt, ist kein Bürger. Wahlabstinenz bedeutet traditionell daher eine Schädigung der Demokratie und wurde daher per Gesetz verboten. Darüber zu reden, wen man wählt, ist also ein Bekennen in nicht-Opportunismus, in die freie Wahlentscheidung, auch wenn man dann einer Minderheit, den Verlierern, angehört und es ist der Anfang der politischen Diskussion. Das Farbe Bekennen verstärkt jedoch auch eine Polarisierung oder sogar Spaltung der Gesellschaft, wie dies auch bei dieser Wahl der Fall war. Seit einigen Jahren hat die EU gemeint, dass die Zwangswahl nicht demokratisch sei und demnach wurde sie abgeschafft. Das hat die Griechen nicht sonderlich gestört.
3. Und wie ist es jetzt mit der Wahlbeteiligung?
  • Die Wahlbeteiligung sinkt seitdem von Wahl zu Wahl. Das erste Mal waren einige Demokraten schockiert. Jetzt haben sich die Leute dran gewöhnt. Dieses Mal lag sie bei einer Rekordtiefe von 36,13 Prozent.
4. Wer ist Syriza?
  • Die Frage wird jetzt nicht mehr gestellt, da die deutschen Medien seit einigen Jahren unisono beantworten: Linksradikale. Kaum jemand weiß weiter, wer Syriza ist, oder wofür die Syriza-Leute einstehen. Dies hat auch damit zu tun, dass die deutschen Medien keine gute Arbeit geleistet haben. Nicht nur in strengem Sinne journalistisch, sondern auch in ihrer Funktion als Mittler. Und da dies mein erlernter Beruf ist, ein paar Worte zur Übersetzung von Sprache und Kultur. Im Deutschen bedeutet linksradikal gleich linksextrem. Radikal ist jemand von extremen Ansichten. Im Griechischen bedeutet das Akronym Sy.Riz.A. wortwörtlich: Koalition der radikalen Linken. Radikal (Griechisch rizospastis: (mit seinen) Wurzeln brechend) im Griechischen bedeutet allerdings nicht extrem. Der Radikale ist derjenige der von Grund auf (vor allem) denkt. Linke Parteien werden traditionell progressiv und „radikal“ im griechischen Sinne bezeichnet, da sie mit alten Strukturen „brechen“ wollen, und die Dinge „komplett“, „von Grund auf“ überdenken möchten. Im Griechischen gibt es den Begriff rechtsradikal daher auch nicht, man spricht nur von einer Extremen Rechten. Richtig im deutschen Politjargon wäre daher, Syriza als ein progressives, linksalternatives Bündnis zu betiteln, noch akkurater als die gemäßigte, proeuropäische, linksalternative und grüne Partei Griechenlands. Die deutsche Bezeichung linksradikales Bündnis ist falsch, irreführend und tendenziös.
5. Proeuropäisch? Gemäßigt? Grün?
  • Ja. Der erste Stamm der Mitglieder waren abgespaltene Mitglieder der KKE, der Kommunistischen Partei Griechenlands, die vor der Wende nicht dem prosowietischen Kurs der KKE folgten und einen pro-europäischen schlugen. Dann kamen die Grünen dazu und allmählich weitere Linke, weitere ehemalige KKE, weitere Grüne, pro Asyl-Leute, Menschenrechtler, Immigranten, Gewerkschafter, Feministinnen, LGBT-Rechtler, Alternative im weiteren Sinne. Als letzte kamen in den Krisenjahren eine Menge ehemalige Pasok-Mitglieder, also Sozialdemokraten. Zum ersten Mal sah man in einer Wahlsiegerversammlung in Griechenland die Regenbogenfahne. Das ist ein Signal gegen den Faschismus und die Neonazis, das wahrgenommen wird. Ein erster Lichtblick.
6. Also eigentlich sollten sich auch die Grünen hier über den Wahlsieg freuen und nicht nur die Linke, oder?
  • Ja, so ist es. Und viele andere auch.
7. Und was soll jetzt diese Koalition „im Eiltempo“ mit den Rechtspopulisten? Ist das nicht eine „befremdliche Koalition“?
  • Die An.El. „Unabhängige Griechen“ sind ehemalige Nea Dimokratia Leute, die den Sparkurs, im Griechischen wird eher von Ausverkauf geredet, nicht folgen wollten. Sie sind allerdings höchstens genauso rechtspopulistisch wie die ehemalige Regierungspartei – deren Chef Samaras neulich im Wahlkampf sagte, Syriza könne doch nicht ernsthaft nach Charlie Hebdo behaupten, Migranten willkommen zu heißen – nur dass sie dezidiert der korrupten, unpopulären Regierung nicht folgen wollten. Dies haben sie sehr früh getan, es sind also keine Opportunisten. Im Eiltempo, wie wieder tendenziös von der Tagesschau/Heute berichtet wurde, wurde diese Koalition nicht geschmiedet. Wie in dem Beitrag der Tagesschau/Heute schon ein griechischer Bürger äußerte, war bereits im Wahlkampf klar und für jeden unüberhörbar geäußert worden, dass die Anel bereit waren, mit der Syriza zu koalieren und unter welchen Bedingungen. Ebenfalls unüberhörbar war, dass von den anderen Parteien, die ins Parlament eingezogen sind, keine andere Partei bereit war, mit Syriza zu koalieren. KEINE. Ja, ich weiß, hier wurde berichtet, dass To Potami, in Frage käme. Pustekuchen! To Potami flüsterte (so richtig gehört hatte es keiner, aber es wurde so berichtet) nach der Wahl sie wären vielleicht bereit zu koalieren, wenn Syriza die Wirtschaftspolitik der Vorgängerregierung fortsetzen würde, aber dann vielleicht doch nicht. Syriza hatte also nicht die Wahl, wie manche schreiben oder sagen, einen Koalitionspartner zu suchen und hat ausgerechnet die Anel gewählt. Es gab keine andere Wahl. Aber dennoch, ein schlechter Koalitionspartner sind die Anel nicht. Es ist also keine „befremdliche Koalition“ wie der Präsident des EU-Parlaments, ebenfalls entweder ignorant oder als schlechter Verlierer sagte, beides spricht nicht für ihn, die EU-Organe oder für die SPD. Ferner gab es keine geheimen Verhandlungen, wie die deutschen Medien berichteten, um diese Koalition zu diskreditieren, sogar direkt nachdem sie jenes Interview mit jenem griechischen Bürger zeigten, der das Gegenteil bestätigte. Eine beschämende Kommentierung seitens der deutschen Nachrichtensprecherin. (Übrigens ich hielte es für einen schlechten Witz als bei der Tagesschau am Wahlabend als erstes eine wahrscheinlich betrunkene, jedenfalls völlig erheiterte, blondierte Griechin, mit Cola-Light-Mischgetränk den Wahlsieg als erste von zwei Bürgern kommentieren sollte.) Die einzigen Bedingungen für eine Regierungsbeteiligung der Anel liegen hauptsächlich im Bereich der Verteidigungspolitik und sind nicht der Hauptschauplatz der Syriza-Anliegen. Darüber hinaus unterstützen die Anel voll und ganz das Hauptanliegen der Syriza nach einer Beendigung des Kaputtsparens und des Ausverkaufs bzw. ist es ihr Gründungsanliegen. Dafür wurde Syriza hauptsächlich gewählt und daher ist diese Koalition die beste, um viel in dem Bereich zu erreichen. Also das „Eiltempo“ war nur möglich, weil es bereits vorbereitet war, und das ist sicher kein Manko, sondern löblich. Es ist richtig gut, dass die Regierung sich gleich an die Arbeit macht, es gibt keine Zeit zu verlieren. Ein Lichtblick. Vielleicht aber ist es eher ein Zeichen von Schlechten Verlierern, wenn man enttäuscht ist, dass der Sieger gleich zur Sache geht und nicht Zeit durch noch ein paar Propaganda-Berichten und Worten von den Europäischen Konservativen gewonnen werden kann. Tsipras und seine Schnelligkeit hat sie überrascht und ihnen missfallen. Samaras selbst war nicht überrascht, er hat das Premierministerbüro komplett geräumt übergeben; er hat noch nicht einmal einen Bleistift sozusagen am Montag Nachmittag drin gelassen. Der Tresor war geöffnet und leer. Er hat auch nicht wie das Protokoll und die Höflichkeit gebührt, eine formelle Übergabe gemacht, er war am Montag einfach nicht mehr da. Ein eindeutig schlechter Verlierer.
8. Aber was ist mit allen anderen Anliegen von Syriza und Anel, „gab es denn überhaupt Koalitionsverhandlungen“?
  • Diese Frage seitens der Tagesschau/Heute soll suggerieren, dass bei den Griechen unseriös zugeht. Ich habe bereits bei der vorigen Frage dazu teils geantwortet. Noch ein paar Hintergründe dazu: Wie bereits über das griechische Wahlsystem erfahren, unterstützt das System Ein-Partei-Regierungen, Koalitionsregierungen sind eigentlich nicht vorgesehen und im Regelfall auch nicht gewollt. Es gab daher nur in absoluten Notsituationen Koalitionsregierungen und sie alle einte eins: Gefahr im Verzug. Ich hoffe, es ist allen klar, dass z.B. mehrere vorgezogene Wahlen, eine Spaltung der Gesellschaft, extreme Spannungen und wütende und mordende Nazis täglich auf den Straßen, eine äußerste Notsituation sind. Es ist begrüßenswert und auch den beiden Parteien hoch anzurechnen, dass sie bei diesen erneuten vorgezogenen Wahlen, schnell und klar sich bereits im Wahlkampf geeinigt haben, dass sie, wenn nötig, koalieren würden und der abgewählten und bis zu den Knochen korrupten Regierung nicht durch eine neue Koalition zum Weitermachen verhelfen. Denn das wäre die Alternative. Ein dritter Lichtblick.
9. Was hältst du von der Syriza-Regierung? Die Linken haben so viel im Wahlkampf versprochen, es kann nicht sein, dass die Griechen wirklich glauben, dass Syriza ihnen hilft. Die EU hat bereits gesagt, dass mit ihnen keinen Schuldenschnitt zu machen ist.
  • Manche werden sicher glauben, dass mit Tsipras der Messias kommt. Die Meisten jedoch hoffen, dass es jetzt etwas besser wird, dass der Untergang etwas angehalten wird. Die meisten sind pragmatisch und freuen sich auf kleine jedoch aufgrund des bisherigen Sumpfs bedeutende Lichtblicke. Die Stimmung im Land war mittlerweile katastrophal, überall Verelendung und Depression. Auch wenn es manchen nicht schlechter durch die Krise ging, war die Stimmung so erdrückend, dass auch sie depressive Verstimmungen zeigten. Diese Stimmung war auch ein Resultat der Ohnmacht und Angst, die die Menschen fühlten, dass sie nichts, auch nicht mit ihrer Stimme, mehr selbst bestimmen würden. Die Propaganda aus dem Ausland und Inland war erdrückend und weckte paranoide Ängste z.B. vor einer Diktatur. Der Wahlsieg von Syriza beendet diese katastrophale Rhetorik, die die Menschen demoralisierte, deprimierte und verängstigte.
    Der erste Tag nach dem Syriza-Wahlsieg war voller Lichtblicke, Signale gegen die Neonazis und für ein aufgeklärtes Griechenland, Signale, die tatsächlich etwas Hoffnung spenden: Tsipras leistete als allererster Premierminister seinen Eid nicht auf die Bibel. Nein, Syriza wird in diesen vier Jahren nicht die Trennung von Staat und Kirche vollziehen können, aber das Signal ist ein wichtiges, in einem Land, in dem niemand die Kirche kritisieren darf, die steuerfrei schaltet und waltet, deren mancher Bischöfe Faschisten und Nationalisten befeuert und Teile deren Klerus´ Hassbotschaften aussendet. In diesem Land unter der Regierung der Schwesterpartei der CDU, Nea Dimokratia, ist ein harmloser Satiriker im facebook, namens Alter Pastitsios in Anlehung auf den neuesten selig gesprochenen Mönch, den Alten Paisios, zu mehrere Monate Haft für seine Satire verurteilt worden.
    Tsipras legte als allererstes einen Blumenstrauß an das Denkmal für die von den Nazis erschossenen Kommunisten. Die griechischen Kommunisten waren diejenigen, die das Land gegen die Allianzmächte und die Achse zu 80 Prozent befreiten, allerdings gezwungen wurden zu kapitulieren, damit England eine Regierung von Kollaborateuren und Monarchisten einsetzen konnte. In der Geschichtsschreibung jener Regierung und der nachfolgenden Regierungen wurde die Leistung der Kommunisten nicht erwähnt oder geleugnet, der Faschismus, der anschließende Bürgerkrieg und auch alle andere Folgen sind bis heute trotz ihrer evidenten Auswirkungen auf die Gesellschaft nicht aufgearbeitet. Tsipras' Geste ist ein klares Signal gegen die Neonazis, die während der Krise aus diesem nicht historischen Bewusstsein Kapital schlugen.
    Tsipras sprach auch als erster Wahlsieger davon, dass der Sieg auch für die Auslandsgriechen insbesondere die jungen AkademikerInnen zu verstehen ist. Die Griechen im Ausland haben aus vielfältigen Gründen Griechenland den Rücken gekehrt, die meisten jedoch, weil es dort aus ökonomischen oder politischen Gründen unerträglich war. Das ist auch ein Signal an die Migranten, die so wie ich, seit Ewigkeiten von den „daheim“ gebliebenen angefeindet werden, nicht ihr Wahlrecht in oder nah an ihrem Wohnsitz ausüben dürfen und auch ein Signal an die Bürger in Griechenland, dass sie nicht nur mit ihrer Stimme für sich selbst sprechen, sondern auch für alle, die es nicht können oder durch Abstinenz ihrem Unmut oder Verzweiflung Ausdruck verleihen möchten. Und es ist auch wieder ein Signal gegen die, die argumentieren, dass wer das Land verlässt, sein Wahlrecht als nicht-Patriot verwirkt. Noch ein Lichtblick.
    Selbstverständlich ist ein einziger, erster Tag nicht ausschlaggebend für die nächsten vier Jahre, und Symbolpolitik reicht nicht aus, aber es ist der erste Tag seit langer Zeit, an dem die meisten Griechen, sich nicht für ihre Regierung schämen müssen.
10. Eine letzte Frage: Du sagst, dass der Syriza-Sieg ein wichtiges Signal gegen die Faschisten und Neonazis ist. Letztere sind jedoch drittstärkste Kraft im Parlament geworden.
  • Ja, aber mit weniger Stimmen als bei der letzten Wahl. Nur in zwei Wahlbezirken in Kavala und Rodopi in Nordgriechenland konnten sie mehr Wähler als bei den letzten Wahlen überzeugen. Jede verlorene Stimme der Neonazis, weckt die Hoffnung, dass auch deren Hirne noch für die Demokratie, Toleranz und die Menschlichkeit eventuell wieder zu gewinnen sind. Und dass ganz nach dem Wahlmotto von Syriza noch Hoffnung für Griechenland besteht.

13.03.2012

Presseecho -- Tύπος -- Press

Hier kann man über mich und meine Arbeit in der Presse lesen (Zitate). Manches Alte finde ich nicht mehr, aber vielleicht ist es auch nicht mehr so wichtig

Tι έγραψε ο Τύπος για μένα και τη δουλειά μου (. Μερικά τα έχω χάσει, αλλά δεν πειράζει.

Some press information about me and my work (citations). No full list.

33.  Die Glocke



31. (2017).Wohnungen für internationale Forscher an der Uni Bielefeld gesucht. Tag24, 17.07.17.

30. Paßlick, H. (2017). Uni Bielefeld sucht Wohnraum für internationale Wissenschaftler.Neue Westfälische, 17.07.2017.
   
29. (2017).Schutz vor Verfolgung: Westfälische Hochschulen nehmen ausländische Forscherauf. Westfalen heute, 13.07.2017.

28. (2017). Uni hilft geflüchteten türkischen Wissenschaftlerinnen. Neue Westfälische, 12.07.2017. 
27. (2017).Another Two Turkish Academics Find Refuge at Bielefeld University. uni.news, 12.07.2017. 

26. (2017). Universität Bielefeld unterstützt geflohene Wissenschaftler. Westfalen-Blatt, 11.07.2017.
25. Sahlmen, A. (2017). Universität Bielefeld unterstützt geflüchtete Wissenschaftler. Neue Westfälische, 11.07.2017.
24. (2017). Zwei weitere türkische Wissenschaftlerinnen finden Zuflucht an der Universität Bielefeld. uni.aktuell, 11.07.2017.
23. Keser, S. (2017). Türkei: Eine akademische Freiheit gibt es nicht mehr. nds, die Zeitschrift der Bildungsgesellschaft 1/2017, p. 2-4.

Über meine Arbeit mit geflüchteten WissenschaftlerInnen an der Universität Bielefeld.

22. "Bielefelder Europäer -- Vielfalt leben", in: Bielefelder, 04.2017 

Ein Porträt von mir als Europäerin, die sich zur Vielfalt als Wert bekennt. 

21. "Universität Bielefeld tritt dem Scholars at Risk Network bei", in: uni.intern, 06.07.2016

Zum Beitritt an das weltweite Netzwerk, in dem ich die Universität Bielefeld vertrete.

20. "Bielefeld University joins Scholars at Risk Network", in: uni.news, 05.07.16

19. "Universität Bielefeld tritt dem Scholars at Risk Network bei", in: uni.aktuell, 30.06.2016

18. Thomas Güntter: "Einmalige Erhebung: Uni Bielefeld befragt Flüchtlinge zu ihrer Ausbildung", in: Neue Westfälische, 26.02.2016

17. "Uni fragt Flüchtlinge nach ihrer Bildung", in: Die Glocke, 26.02.2016

16. "Bundesweit erstmalige Erhebung an der Universität Bielefeld", in: uni.aktuell, 26.02.2016

15. "Neue Räume für das Welcome Centre", in: uni.aktuell, 15.07.2015.

Zum Umzug des Welcome Centre, an dem ich an der Universität Bielefeld arbeite.


14. Burgit Hörttrich: „Alles muss raus. Uni entrümpelt wegen Modernisierung. Studenten möbeln ihre Wohnungenauf“, in: Westfalen Blatt, 18.11.14, S. 5.

Zu meiner spontanen Unterstützung von internationalen DoktorandInnen bei der Wohnungseinrichtung.

Über das erste Treffen des International Spouse and Partner Network an der Uni Bielefeld, das ich organisiert habe.

12. Rebecca Struck: „Hilfe von A wie Abfall bis Z wie Zulassung“, in H1 Unimagazin 01/2013, S. 26.

Über die Services vor allem für Familien vom Welcome Centre der Universität Bielefeld, das ich leite. „Wenn man in einem neuen Land ankommt und direkt einen Ansprechpartner hat, ist das unbezahlbar“, sagt ein zufriedener Klient.

10. Marius Meyer: "Studieren im Ausland. Stipendien-Nepp am Schwarzen Brett", in: Süddeutsche, 10.07.2007.

Zu Betrügern von Studierenden und meine Arbeit im Fachschaftsrat Klassische Philologie/Romanistik an der Universität Leipzig.

9. Franziska Böhl: "Sauhaufen. Finanzreferentin verlässt den StuRa der Universität Leipzig", in student!, Mai 2007 .

Ein etwas unrecherchierter Beitrag der studentischen Presse über meinen Rücktritt als Finanzreferentin des StudentInnenRates der Universität Leipzig.

8. "Kurz gefasst", in Universitätsjournal 5/2006, S. 35.

Meldung über meine Wiederwahl als Finanzreferentin des StudentInnenRates der Universität Leipzig.

7. Karl-Heinz Heinemann: "Auf der Jagd nach Credit-Points. Durch den europaweiten Umbau des Studiums nach den Kriterien des Marktes wird die Universität immer mehr zu einem Fast-Food-Betrieb", in: der Freitag, 01.04.2005.

Zu meinem Engagement als studentische Gutachterin in Akkreditierungsverfahren und einem "europäischen Hochschulraum ohne Grenzen für Ideen, Wissenschaftler und Studierende".

6. Karl-Heinz Heinemann: "Welche Qualität meinen wir eigentlich? Diskussion über Nachfolgekonferenz in Bergen", in: Deutschlandfunk, 24.01.2005. 

Zu meinem Studium und Gutachtertätigkeit als Studentin in der Akkreditierung von Studiengängen nach dem neuen Studienmodell.


5. Daniel Schulz: "Ohne uns! StudentInnenRat tritt bundesweiten Dachverband nicht bei", in: student!, 24.06.2003.

Über das Scheitern des StudentInnenRats der Universität Leipzig im freien zusammenschluß der studentInnenschaften mitzumischen. "Das ist bedauerlich, denn viele bildungspolitische Entscheidungen werden inzwischen auf nationaler und europäischer Ebene getroffen. Deshalb kann man fast nur noch in einem großen Verband tatsächlich etwas bewegen", sagte ich damals.

4. Jochen Leffers: "Turbulenzen in Sachsen. Zurücktreten, bitte", in: Spiegel Online, 07.03.2003.

Die Demonstration der sächsischen Studierenden im Februar 2003. Als Sprecherin der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften forderte ich den Rücktritt des damaligen Ministers für Wissenschaft und Kunst, Matthias Rößler, der nicht nur den Dialog mit den Hochschulen und Studierendenschaften scheute, sondern auch eines Tages ohne Vorwarnung verkündete die Pauliner Kirche in Leipzig auf dem Unigelände am Augustusplatz wiederaufzubauen. Mein Zitat: "Wir sind Ihr Sturz"!

3. Matthias Weigel: "Gemischtes Doppel", in SZ Online, 07.01.2003

Diesen Artikel las ich mit dreizehn Jahre Verspätung: Ein Porträt über meinen super talentierten Kollegen. Da wird unsere Arbeit in der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften beschrieben, und wir als "Königspaar": Unbezahlbarer Quatschtitel, auch dreizehn Jahre später!

2. "Andrianopulu Sprecherin der sächsischen Studierenden", in: Universitätsjournal 1/2003, S. 24.

Zu meiner Wahl erklärte ich: "Schwerpunkt meiner Arbeit werden die Gespräche über die Hochschulfinanzierung, den geplanten "Hochschulkonsens" und die Entwicklung der Studentenwerke sein".

1. Volker Schulte: "Feierliche Immatrikulation des neuen Studentenjahrganges", in: Universitätsjournal 7/2002, S. 27.

Aus meinem Grußwort als Sprecherin des StudentInnenRates der Universität Leipzig an die Neuimmatrikulierten im Rahmen der feierlichen Immatrikulation im Gewandhaus in Leipzig: "Die Universität ist unser Zuhause. Jede unserer Taten verändert sie."
LinkLink

Bild Liosporos Café, Miaouli 24, Athen-Psirri, Λιόσπορος Μιαούλη 24, Αθήνα-Ψυρρή

20.09.2009

Wahlen in Leipzig - Mike Nagler packt es!

Meine Wahlempfehlung ist Mike Nagler. Hier ein paar Gründe:

Mike Nagler ist ein energischer Mann mit Auslandserfahrung, der Menschen respektiert, für sie arbeitet, sich trotzdem treu bleibt und viel bewegt. Er hat eine starke Meinung, ist jedoch nicht dogmatisch und redet gern mit den Menschen. Mike Nagler ist diplomatisch und gibt nicht auf. Sein breites und aktives UnterstützerInnenbündnis zeigt auch, dass er hinter sich viele verschiedene Menschen und Strömungen vereinen kann.

Ich kenne Mike Nagler seit vielen Jahren ursprünglich aus der Hochschulpolitik und kann nur staunen, wie viel er in kurzer Zeit erreicht hat. Ich habe ihn nicht nur hier in lokalen Zusammenstellungen getroffen, sondern auch in überregionalen und internationalen Veranstaltungen, wie das Europäische Sozialforum. Mike Nagler hat sich lange für eine starke Europäische Linke engagiert. Dass er trotz übermäßigen Engagements zwei Hochschulabschlüsse mit Bravur geschafft hat zeigt für mich auch, dass er gut auch seinen Alltag organisieren kann und dass er auch für das praktische, alltägliche Geschäft als Bundestagsabgeordneter geeignet ist.

Darum schaut euch seine Kandidatur genauer an, bevor ihr dieselben, wie jedes Mal, wählt, oder gar nicht zur Wahl geht. Mike Nagler kandidiert als parteiloser für Die Linke in Leipzig Süd. Hier lest ihr seinen Blog: www.mike-nagler.de.

02.02.2009

Zick-zack zwischen den Pomeranzen

Ich erhole mich immer noch ein wenig von den letzten stressigen Wochen und habe heute die rechte Spalte meines Blogs etwas aktualisiert. Die dramatischte Änderung ist das Hochschießen eines Eintrags zum Buch Bittere Orangen von Ersi Sotiropulu. In den letzten Monaten haben 294 LeserInnen auf meinen letztjährigen Eintrag geklickt (hier klicken), der über das Gerichtsurteil zum Zurückziehen des prämierten Buchs aus den griechischen Schulbibliotheken berichtete und mittlerweile nach der zweiten Instanz (Berufung) wieder in den Schulbibliotheken zu finden ist.

Ich habe die deutsche Übersetzung nicht gelesen, allerdings kann ich auch nicht dazu empfehlen, es zu tun. Wenn sich schon im Titelblatt so viele Fehler anhäufen, wie wird es dann im Fließtext aussehen?

Der Titel Bittere Orangen ist falsch. Richtig wäre Bitterorangen oder Pomeranzen, wenn überhaupt, es handelt sich nämlich um eine andere Frucht und doch nicht um Orangen, die bitter sind. An sich ist es unklar, warum nicht der Titel etwas mehr dem Griechischen ähnelt, nämlich Zick-zack zwischen den Pomeranzenbäumen (Ζιγκ-ζαγκ στις νερατζιές). Das Zick-zack ist das, was das Buch charakterisiert, nämlich einen polyphonischen Roman, der die Irrgärten der menschlichen Seele im Alltag beschreibt. Die Pomeranzenbäume geben einfach die Szenerie wieder, sie sind ein urbaner Zierbaum, der insbesondere in der griechischen Hauptstadt anzutreffen ist.

Unklar ist es auch, warum der Name der Schriftstellerin in Sotiropoulos, also Maskulinum, geändert wurde. Die Praxis Feminina in Maskulina zu ändern ist nicht üblich. Nur (im Ausland) anverheiratete oder in Deutschland geborene Griechinnen und Deutsche bekommen den Namen des Vaters bzw. Ehemanns unverändert. Diese Behördernpraxis scheint in Deutschland jedoch auch aus der Mode zu geraten. Die hessische SPD-Politikerin, Andrea Ypsilanti, hat ein femininen Nachnamen, sie heißt nicht Ypsilantis, wie ihr Ex-Ehemann.* Das würde bedeuten, dass es nicht nur idiotisch ist, den Namen einer Schriftstellerin zu verfälschen, sondern dass damit auch die Information gegeben wird, Frau Sotiropulu sei keine Griechin, oder sie habe höchstens einen griechischen Mann oder wenn sie überhaupt eine Griechin sein soll, dann ist sie in Deutschland geboren (gemeldet usw.). Doris Wille, die Übersetzerin aus Kefalonia, scheint sich nicht drum zu interessieren, dass sie mit dem neuen Namen eine neue Schriftstellerin erschaffen hat.

Bild amazon.de


*Bei Russinen scheint die Tatsache, dass Frauen anders als Männer heißen nicht so große Schwierigkeiten zu bereiten. Sie heißen seit eh und je Karenina (nicht Karenin), Popov/wa (nicht Popov/w), Gorbatschowa (nicht Gorbatschow). Warum denn also dieser Sonderweg der Griechinnen? Ist er massiver Immigration und Mischehen geschuldet? Schierem Unwissen? Ich weiß es nicht.

09.12.2008

Ich bin hier...

...und gucke tatenlos zu, während in meinem Land die Hölle los ist. Ich habe Angst um meine Mutter, die im Zentrum Athens ihre Existenz aufgebaut hat, und meine Cousine, die ebenfalls im Zentrum Athens zur Schule geht. Heute und gestern ist sie nicht zur Schule gegangen. In ihre staatliche Schule geht auch der Bruder des Jungen, der durch eine Polizeikugel umkam, was der Auslöser für die dramatische, unkontrollierbare Lage im ganzen Land ist.

Die aufgestaute Wut und Verzweiflung der letzten Jahre entlädt sich in einer sehr gefährlichen Art und Weise. Es werden nicht nur Straßenschlachten mit der Polizei ausgefochten oder öffentliche Gebäude beschädigt, sondern die Wut entlädt sich gegen alle und jeden. Auch PassantInnen sind gefährdet, Geschäfte werden geplündert, auch in kleinere Gastronomiebetriebe in Psirri, wo meine Mutter arbeitet, wird eingebrochen. Das totale Chaos. Angst, Wut, Verzweiflung, Straßenschlachten, Plünderungen, Lahmlegung des gesamten öffentlichen Lebens, wo soll das alles hinführen?

Es wird erwartet, dass ein Rücktritt des Ministerpräsidenten und die Einleitung von vorgezogenen Wahlen die Gemüter wieder besänftigen wird. Darüberhinaus wird darüber beraten, die Armee einzuschalten, denn die Lage ist nicht mehr mit zivilen Maßnahmen kontrollierbar.

Gerade wird die Panepistimioustraße verwüstet, dort befinden sich die Akademie, Universität, Nationalbibliothek, Augenklinik und mehrere Zentralen von Geldinstituten.

Eins ist klar: der Tot des 15jährigen Schülers ist nur der Auslöser. Eine solche Eskalation kann nur stattfinden, wenn die Menschen länger schwere Eingriffe in ihren Rechten und Einbuße der Lebensqualität hinnehmen müssen. Eine ganze Generation lebt gerade ohne Zukunft.

Dank an We für die Korrektur.

Bild Athen, Parlamentsgebäude, Imágen Atenas, Parlamento, Εικόνα Αθήνα, Κοινοβούλιο

07.11.2008

Sie kritisieren? Sie Anti, Sie!

Obamania hält an. Meldungen und Artikel, die distanziert, objektiv und journalistisch wirken sollen, sind auf der ersten und zweiten Seite zu lesen. Man muss etwas genauer hingucken, um die Übertreibung, Euphorie, Nähe und Subjektivität herauszulesen. Im Artikel von Andrian Kreye auf der zweiten Seite der Süddeutschen mit dem Titel Noch einmal mit Gefühl lesen wir beispielsweise Folgendes: "So wird Obamas Sieg aber auch zu einem derart emotionalen Ereignis, das selbst die Massen in Hochburgen des Antiamerikanismus wie Indonesien oder Deutschland zu kollektiven Gefühlsausbrüchen hinreißt." Ist das der Witz des Tages? Ich habe mich zumindest schlapp gelacht. Seit wann gilt Deutschland als eine "antiamerikanische Hochburg" oder überhaupt als antiamerikanisch? Ist der Autor so euphorisch, dass er nicht mehr weiß, was er schreibt? Oder ist er so ein eingefleischter Philoamerikanist, dass er jegliche Unzufriedenheit oder Kritik der Menschen in Deutschland als antiamerikanische Propaganda einstuft? Herr Kreye, haben Sie überhaupt eine Ahnung, was Antiamerikanismus ist und welche Länder von der CIA, dem FBI und dem State Department als antiamerikanisch und gefährlich für amerikanische BürgerInnen eingestuft sind? Da ich mir nicht vorstellen kann, dass auf der zweiten Seite der Süddeutschen so etwas Unwahres, nicht Recherchiertes stehen kann, kann es nur heißen: Wer die USA kritisiert ist ein Antiamerikanist (und ab Obama umso mehr). Bei der Vorstellung ist mir das Lachen vergangen.

Da höre ich lieber Musik und zwar von einer meiner Lieblinge aus den USA und überhaupt: Nancy Sinatra, mit dem Klassiker von Lee Hazlewood aus dem Jahre 1966: These Boots Are Made For Walking.