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09.12.2008

Ich bin hier...

...und gucke tatenlos zu, während in meinem Land die Hölle los ist. Ich habe Angst um meine Mutter, die im Zentrum Athens ihre Existenz aufgebaut hat, und meine Cousine, die ebenfalls im Zentrum Athens zur Schule geht. Heute und gestern ist sie nicht zur Schule gegangen. In ihre staatliche Schule geht auch der Bruder des Jungen, der durch eine Polizeikugel umkam, was der Auslöser für die dramatische, unkontrollierbare Lage im ganzen Land ist.

Die aufgestaute Wut und Verzweiflung der letzten Jahre entlädt sich in einer sehr gefährlichen Art und Weise. Es werden nicht nur Straßenschlachten mit der Polizei ausgefochten oder öffentliche Gebäude beschädigt, sondern die Wut entlädt sich gegen alle und jeden. Auch PassantInnen sind gefährdet, Geschäfte werden geplündert, auch in kleinere Gastronomiebetriebe in Psirri, wo meine Mutter arbeitet, wird eingebrochen. Das totale Chaos. Angst, Wut, Verzweiflung, Straßenschlachten, Plünderungen, Lahmlegung des gesamten öffentlichen Lebens, wo soll das alles hinführen?

Es wird erwartet, dass ein Rücktritt des Ministerpräsidenten und die Einleitung von vorgezogenen Wahlen die Gemüter wieder besänftigen wird. Darüberhinaus wird darüber beraten, die Armee einzuschalten, denn die Lage ist nicht mehr mit zivilen Maßnahmen kontrollierbar.

Gerade wird die Panepistimioustraße verwüstet, dort befinden sich die Akademie, Universität, Nationalbibliothek, Augenklinik und mehrere Zentralen von Geldinstituten.

Eins ist klar: der Tot des 15jährigen Schülers ist nur der Auslöser. Eine solche Eskalation kann nur stattfinden, wenn die Menschen länger schwere Eingriffe in ihren Rechten und Einbuße der Lebensqualität hinnehmen müssen. Eine ganze Generation lebt gerade ohne Zukunft.

Dank an We für die Korrektur.

Bild Athen, Parlamentsgebäude, Imágen Atenas, Parlamento, Εικόνα Αθήνα, Κοινοβούλιο

05.03.2008

Das Böse in der Mörderin von A. Papadiamantis

Das Sammeln der Gedanken für die morgige Prüfung geht weiter. Hier könnt ihr noch ein wenig mehr zu meinem ersten Prüfungsbereich (Literatur) morgen lesen. Es geht um eine Buchpräsentation der Mörderin von Papadiamantis in Bezug auf die Schilderung des Bösen. Das Handout ist nicht so gut formuliert und gegliedert (ist eher Rohmaterial), aber eventuell informativ.
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Handout zur Präsentation der Mörderin von A. Papadiamantis

26.05.2003 (kleine Korrekturen wurde am 05.03.2008 vorgenommen)

Hauptseminar: Das Böse in der neugriechischen Literatur -SoSe 2003- Universität Leipzig

Leitung: Dr. S. Stampoulou

Referentin: Eleni Andrianopulu


Präsentation der Novelle Die Mörderin von Alexandros Papadiamantis


Kurzbeschreibung der Frangojannú (der Mörderin):


Chadúla-Frangojannú wird am Anfang des „sozialen Romans“ als eine Person beschrieben, welche


  1. über männliche, merkwürdige, barsche Moral verfügt,

  2. die ewige Dienerin für die Anderen ist,

  3. viel gelitten hat,

  4. ihr Leben als unnützlich, vergeblich, und schwer empfand

  5. ihren Vater als sparsam, fleißig und naiv beschreibt,

  6. ihre Mutter als bösartig (böse), neidisch, blasphemisch (Hexe) beschreibt.


Die Mörderin heiratet mit 17 Jahren ihren Mann, den sie „die Rechnung“ spöttisch nennt, da er das Wort „Rechnung“ oft benutzt, dennoch nicht rechnen kann. Zu der Zeit verfügt über „jungfräuliche Schläue“, kümmert sich um die Gerechtigkeit in ihrem Sinne (versucht ein besseres Erbe zu bekommen, und findet sich nicht mit der Ungerechtigkeit gegenüber ihrem Bruder ab). Die Männer spielen keine Rolle in ihr Leben, ihr Vater ist naiv und ahnungslos, ihre Söhne verursachen teilweise Stress und verschwinden dann, ihre Schwiegersöhne taugen nichts. Ihr Männerbild beschränkt sich also auf Männer, die überflüssig sind, aber aufgrund ihres Geschlechts besser behandelt werden bzw. mehr fordern dürfen oder weniger gefordert werden. Sie meint, sie haben ein weibliches Gehirn.


Hat 7 Kinder

  1. Sohn in Amerika verschollen, Stathis/ Statharos

  2. Sohn (als Seemann) in Amerika verschollen, Jallis

  3. Sohn, Michalis

  4. Sohn im Knast wegen Mord, Mitrakis/ Mitros/ Moros/ Muros/ Mutron/Murtos (laut S. 21 vierter Sohn, laut S. 35 dritter Sohn)

  5. Tochter verheiratet, schwach = die Wöchnerin, Delcharo

  6. Tochter unverheiratet, „Mannweib“- die einzige, welche Chadúla mag (sie ist gut, fleißig, unverheiratet, männlich), Amersa

  7. Tochter unverheiratet, Krinio/ Krinaki


Ihr Beruf:


  1. Hebamme

  2. Heilerin

sie ist die Fähigste in ihrem Gebiet, so wie immer mit Allem, was sie anpackt.


Handlung, Schilderung und Steigerung des Bösen:

Die Erzählung wechselt zwischen aktueller Handlung und Träumen bzw. Selbstreflektion der Mörderin. Damit wird ein Psychothriller entwickelt, welches das Prinzip Ursache-Folge befolgt, ohne dennoch die Handlung somit wirklich zu erklären. Die Erzählung wird öfters durch Naturbeschreibungen unterbrochen, welche eine Gegensatzszenerie darstellen und

das Böse, die Gefahr und die Spannung beim /bei der LeserIn

  1. erträglich machen (die/der LeserIn entspannt)

  2. betonen (die/der LeserIn wird mit dem Gegensatz schön-hässlich (gut-böse?) konfrontiert).



1. Szene Chadúla an der Wiege ihrer neugeborenen kranken Enkelin


  1. Nacht


Frage an sich selbst kommt auf: „Mein Gott, warum hat auch das auf die Welt kommen müssen?“

Denkt an ihr Leben, ihre Mutter: ihre Hexenjagd wird beschrieben:

Hexe greift an kindliche Mittel zurück

Hexe wird von Waldfeen geschützt

Hexerei geht weiter

Ihre Insel gehört zu den „Teufelinseln“

Die Räuberei wird durch Besteuerung ersetzt


  1. Nacht (Januar, Nordwind)



Die Enkelin stirbt nicht, „um sich und uns zu quälen“

Sie wünscht sich, dass das Neugeborene stirbt. Dieser Wunsch war öfters für andere Mädchen ausgesprochen, da sie den Tod als Entlastung für die Eltern, welche von den zu hohen finanziellen Erwartungen der Bräutigame gequält werden.

Die Enkelin trägt ihren Namen, wie sie ironisch bemerkt.


Denkt an ihre Beziehung zu ihrer Mutter:

Sie war für ihre Mutter eine kleine Hexe, die von ihr als zu dumm empfunden wird, da sie sie wenn auch überlistet, doch nicht in dem Grad, was von einer echten Schlauen/Hexe erwartet wird.


Sie denkt an ihre erste Sünde:

Sie hat ihren Vater und ihre Mutter bestohlen. Ihre Mutter hat ihren Vater bestohlen. Sie hat ihren Mann bestohlen. Mit dem Geld war sie fähig eine Aussteuer für die Töchter zu bilden.

Sie nimmt die Möglichkeit zu beichten nicht wahr bzw. sie verschweigt ihre Sünde ihrem Beichtvater.

Sie kann es ihrer Mutter nicht beichten, da letztere vorm Sterben unter Aphasie leidet.


Vorbote des Todes:

Traum ihrer zweiten Tochter: Tod der Enkelin, schwarzes Mal an der Hand der Oma


Sie denkt an ihren Sohn, welcher im Knast gelandet ist. Er war sowohl ihr gegenüber, als auch gegenüber ihrer Tochter gewalttätig. Er wurde von Tochter und Mutter trotzdem über das Maße hinaus selbstverständlich beschützt.


Frage wird im Raum gestellt: „Ich frage euch, ist es nötig so viele Mädchen zu gebären?“

Sie vergleicht Sterbehilfe bzw. Töten des „schwachen“ Geschlechts mit Engelhilfe.


Sie dreht durch und tötet das Baby.


Nach der Tat:

Reue, sie pilgert und verschweigt die Tat. Sie sucht Zeichen von Gott.

Das Zeichen sind zwei schutzlose Mädchen einer mädchenreichen Familie mit einer kranken Mutter.

Sie überwindet sich, die Entscheidung zu treffen, was Gutes zu tun bzw. Gottes Wunsch auszuführen. Sie erlebt seltene und unbeschreibliche Emotionen. Sie sichert sich ab, dass sie nicht erwischt wird.


Sie wirft die Mädchen in die Zisterne, ergreift die Flucht, wird erwischt, täuscht eine Retterin vor, und tötet sie.


Nach der Tat:

Wird von Kindern unter Anderem Mädchen belästigt. Es passiert ein Unfall. Sie verhindert das Sterben eines Mädchens nicht.


Die Polizei ist ihr auf der Spur. Die Sünde und die Wut Gottes verfolgt sie. Sie fleht Maria an, zu glauben es wäre keine böse Absicht.

Sie erinnert sich an eine frühere Sünde, welche sie zum Guten gemacht hat: die Hilfe bei einer Abtreibung eines unerwünschten Kindes.

Sie träumt:

Ihre Enkelin, welche ungerecht getötet wurde, weint.

Sie erwacht:

Die Hölle ist in ihr.Ihr Schicksal kennt nur Gott allein. Die Flucht geht weiter.

Sie träumt beim Mittagsschlaf:

Sie ist noch Kind und gräbt vier Salatköpfe heraus, welche sich zu vier töte Mädchenköpfe verwandeln.

Erwacht und betet.


Sie träumt:

Ihre Mutter gibt ihr drei gestohlene Münzen, ihre Abbildungen sind drei tote Mädchen.


Die Polizei (Gesetzes Macht) rückt näher:

Es wird ihr Deckung geboten. Sie plant das nächste Verbrechen und verschweigt ihren wahren Namen.

Sie träumt:

Das Wasser ruft “Mörderin, Mörderin”.

Sie erwacht und denkt ob

das ertrunkene Blut genauso wie das gegossene Blut ruft. Sie betet.

Sie träumt von

ihren drei Töchter, welche sie getötet hat (sie verwandeln sich in die drei ertrunkene Mädchen).

Sie vergisst ihren Traum, weil die Realität sie mit ihren Krallen zerissen hat. Sie wünscht sich eine Erlösung für die Eltern und empfindet eine wilde Freude, das ungetaufte Baby zu ermorden.

Sie beichtet nicht, flieht weiter vor der Polizei, versteckt sich bei einem anderen Vater. Versucht den nächsten Mord eines kleinen Mädchens. Sie flieht und betet.


Sie kommt bewusst zurück zum ersten Versteck- zur ersten Familie und tötet das neugeborene Mädchen. Die Oma ruft “Mörderin”, sie belügt den Vater und flieht.


Sie träumt:

Die toten Mädchen rufen “wir sind deine Kinder...”

Sie flieht weiter und ertrinkt im Wasser bei der Flucht zwischen menschlicher und göttlicher Gerechtigkeit.

Quellen:

Παπαδιαμάντης, Αλέξανδρος: Η φόνισσα. Η πεζογραφική μας παράδοση. Εκδόσεις Νεφέλη, Athen 1988. ISBN 960-211-028-7

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Bild Binnenalster Hamburg- Εικόνα Μπινενάλστερ Αμβούργο- Imágen Binnenalster Hamburgo

05.01.2008

Polizei in Griechenland nach dem Skandal

Folgenden Beitrag hatte ich am 22.08.07 angefangen zu schreiben. Ich werde ihn offensichtlich nie zu Ende schreiben, aber möchte ihn irgendwie verwerten. Die zahllose Videos (unter ihnen auch viele Fakes), die damals in Youtube ´rumkursierten sind bestimmt noch einfach zu finden, wenn jemand sie wirklich finden will.

Hier der halbfertige Beitrag vom 22.08.07:

Wie bereits am 18., 19. und 22.06.07 hier berichtet hatte, gab es in Griechenland aufgrund eines Foltervideos, welche griechische Polizisten gedreht hatten und in dem zwei Festgenommene gezwungen wurden sich gegenseitig zu schlagen und zu beschimpfen, ein Skandal. Wie zu erwarten sind in den Folgetagen und -wochen weitere Videos, welche die StaatsdienerInnen per Handy gedreht hatten, aufgetaucht. Die meisten sorgen für gemischte Gefühle: Ekel und Mitleid.

Als ich damals über den Skandal berichtet hatte, hatte diese Seite eine RekordbesucherInnenzahl verzeichnet und bis heute sind die meistgelesenen Artikel, diese, die damit zu tun hatten (siehe rechte Spalte). Leider ist die Berichterstattung über Griechenland und im Allgemeinen der Kenntnisstand über dieses Land nicht sonderlich in Deutschland ausgeprägt. Beispiel dafür auch die relativ wenige Wikipediaartikel über Griechenland.

Wenn jemand Zeit hat, könnte er/sie den fehlenden Wikipedia Eintrag über die griechische Polizei schreiben. Der englische Beitrag ist ziemlich voll (der griechische jedoch bräuchte auch Ergänzung).


28.12.2007

Ένα τραγούδι για τον Κανέλο

Ο Κανέλος, ο θρυλικός σκύλος του Πολυτεχνείου (ΕΜΠ), μαζεύτηκε από το Δήμο Αθηναίων μετά από παράκληση του ΕΜΠ και ευτυχώς σώθηκε. Το τραγούδι του αφιερώνεται...

από το σκυλολόι

07.10.2007

1984

Ich habe das Buch von George Orwell „1984“ vor etwa 20 Jahren gelesen, also konnte ich mich heute beim Film schauen nicht an alle Details erinnern.

In der Verfilmung des Romans, welche in London in Originalschauplätzen im Jahre 1984 gedreht wurde, geht es um Winston Smith (John Hurt), der in einem totalitären Überwachungsstaat lebt. Er arbeitet als Zensor von Nachrichtenmeldungen und verliebt sich in Julia (Suzanna Hamilton). Er macht sich mehrerer Straftaten schuldig, die ernstere davon ist das Gedankenverbrechen, ein Kapitalverbrechen.

Während wir im Film sehen, wie die Situation immer gefährlicher wird, indem er mehr und mehr frei zu denken versucht, sehen wir auch eine Skizze der Dystopie, die der Autor im Jahre 1949 sich erdacht hat und als Staatskritik großen Einfluss in der Gesellschaft hatte und hat.
Ein anhaltender Weltkrieg an der Peripherie, eine totale Überwachung durch die Partei, die zum großen Bruder personifiziert wird und eine hässliche, graue Großstadt sind ebenso zu sehen, wie auch das öffentliche Erhängen und Erschießen von Staatsfeinden oder Kriegsgefangenen, die Foltermethoden der Gedankenpolizei und die Erschaffung des Neusprechs.

Der Film ist spannend und der Protagonist überzeugend in seiner Rolle. Das Grauen, das mich damals jedoch beim Lesen gepackt hat, war im Film etwas milder.

Nichts desto trotz schafft der Film mit seinen Bildern und ausgewählten Texten das Gedankenverbrechen zu visualisieren, was definitiv eine Leistung ist, die honoriert werden muss.

Bild Creative Commons www.ocracoke-island.net -Image Creative Commons www.ocracoke-island.net

25.08.2007

Nachrichtenüberblick

In Griechenland ist der Wahlkampf für die im September vorgezogenen Wahlen ausgebrochen, Menschen sterben in den seit Juni anhaltenden Waldbränden (gestern allein waren es 41 Menschen auf dem Peloponnes, die ums Leben gekommen sind), die so genannten HerrschaftskritikerInnen liefern wilde Schlachten an den Straßen von Thessaloniki, aus Anlass eines neulich gestorbenen Nigerianers, das Wasser ist knapp und die meisten BewohnerInnen des Landes versuchen vergeblich den Jahresurlaub an einer kühlen Küste zu verbringen.

In der Türkei ist der Zugang zu allen wordpress Seiten (Blogs) durch einen gerichtlichen Beschluss verboten worden, weil ein Islamist sich von einigen Blogs diffamiert fühlte, das Szenario mit der Präsidentschaftswahl sieht genau so aus, wie vor den vorgezogenen Wahlen im Mai und die Meisten versuchen ungestört den Jahresurlaub an einer kühlen Küste zu verbringen.

In Deutschland will man schon wieder die Nationaldemokratische Partei Deutschlands verbieten, in Sachsen wurden mehrere Inder von etwa 50 augebrachten Bürgern verprügelt, in Rheinland-Pfalz waren es Afrikaner, die dran waren, die Freie Demokratische Partei will mit den Grünen koalieren und die Meisten verbringen ungestört ihren Sommerurlaub an einer heißen Küste, es sei denn sie sind in der Karibik und müssen wegen des Hurrikans schnell nach Hause.

In Neuseeland wird Werbung für Pizza mit Hitler gemacht.

Auf der ganzen Welt werden die Lebensmittel teurer und knapper und die Kriege halten an.

Und was mache ich? Ich versuche zu lernen, ich lese, ich arbeite ein, ich treffe mich mit FreundInnen, ich telefoniere, ich denke nach, ich packe, ich organisiere, ich beantrage, ich schreibe und ich habe keine Ahnung, was noch alles in der Welt passiert...
Bild Dimitris Bourgiotis Liosporos, Athen, Griechenland- Εικόνα Δημήτρης Μπουργιώτης Λιόσπορος, Αθήνα-Ψυρρή, Χρόνια Πολλά και σε σένα κι ας είναι και καθυστερημένα © Copyright Dimitris Bourgiotis

22.06.2007

The Pink Panther - Der Rosarote Panther (2006)

Der neunte Pink Panther von 2006 stellt Steve Martin als "Inspector Clouseau" und Nachfolger des prämierten Peter Sellers vor. Obwohl das Drehbuch gut gelungen ist, die Musik von Henry Mancini weiterhin ein Kult und der Film sehr unterhaltsam, konnte der Film sich nicht in der legendären Pink Panther Reihe behaupten. Außer für eine Nominierung für einen "MTV Award" an Beyoncé Knowles für die "Sexiest Performance" hat er nicht überzeugt. Steve Martin spielt sehr gut Peter Sellers nach, aber leider nicht seine Rolle an sich. Eine sehr gute Vorstellung liefert Jean Reno als Ponton, welchen wir selten aber immer wieder gern in Komödien sehen. Er ist die Personifizierung des guten französischen Staatsbeamten, welcher seine Pflicht ohne nachzufragen macht und fast nichts dabei empfindet.

Bild- Image. Thank you. - Eικόνα Cabot Sheet Music

Die griechische Polizei hat gerade nichts zu lachen

Es ist ein Spiel auf Zeit. Nachdem das Skandal-Video über das Foltern von Festgenommenen durch griechische PolizistInnen im Athener Revier Omonia ans Licht gekommen ist, bekommt der Polizeiminister Vyron Polydoras die eine Rücktrittsforderung nach der anderen. Sie kommen zusammen mit weiteren Videos, Anschuldigungen und Wut der Öffentlichkeit über seine im letzten Jahr genommene Haltung gegenüber den PolizistInnen selbst, welche als Repressionsorgane misslungener Politik, wie diese im Bildungssektor, missbraucht wurden, wie auch über die tatsächlich eskalierte Gewalt innerhalb und außerhalb der Revieren und somit seine Haltung gegenüber DemonstrantInnen, wie bei den StudentInnenprotesten im vergangenen März. Andererseits der 30jährige Folterpolizist ändert seine Aussage von Tag zu Tag. Anfangs gestand er und meinte "es war nur ein Witz", dann meinte gestern sein Anwalt , er könne sich im Video nicht erkennen und streitet alles ab und heute entschuldigte er sich.
Wie die Eleftherotypia von heute berichtet er und derjenige, der den Film drehte, werden angeklagt die Verhafteten gemeinsam gefoltert zu haben, es drohen ihnen unter Anderem die dauerhafte Ausschluss aus der Polizei. Anklage ist ebenfalls gegenüber weiteren 2 PolizistInnen wegen MittäterInnenschaft erhoben, es handelt sich um die zum Zeitpunkt im Revier anwesenden PolizistInnen, welche in den Raum ein- und ausgingen. 2 weitere, welche davon gewusst haben sollen, werden wegen Schutz eines Verbrechers angeklangt. Schließlich wird auch der Revierdirektor der Verletzung der Amtspflicht angeklangt, da er darüber Bescheid hätte wissen müssen.
Gestern demonstrierten in Athen einige Hunderte und forderten den Rücktritt des Ministers. Die Sprüche waren recht agressiv, wie "Schiebt Polydoras ab" oder das an das Diktaturmotto "Griechenland Griechischer Christen" angelehnte "Griechenland Griechischer Polizisten, Anschwärzer, Mörder und Folterer" wie auch "Polydoras ist eine Bedrohung, er soll hier und jetzt zurücktreten".

Ελληνοφρένεια - Gräkofrenie

Καταρχάς δεν ήξερα ότι ο Σκάι βγάζει κι άλλες εκπομπές εκτός από Ειδήσεις, αλλά φαίνεται ότι έκανα λάθος.* Ανακάλυψα τυχαία ένα ιστολόγιο της εκπομπής Ελληνοφρένεια. Καθόλου άσχημη και προπαντός επίκαιρη. Αν λοιπόν ενδιαφέρεστε για μία όσο γίνεται χιουμοριστική και καυστική προσέγγιση της ελληνικής επικαιρότητας, όπως για παράδειγμα το σκάνδαλο στην ΕΛ.ΑΣ. κοιτάξτε τη.
*Σημ. 27.02.08. Δε βλέπω γενικά τηλεόραση. Την ελληνοφρένεια συνεχίζω να τη βλέπω... _____________________________________________________________________
Hier findet ihr eine etwas humorvolle, wie auch schonungslose Kritik der aktuellen Geschehenisse in Griechenland. Der Skandal um die griechische Polizei fehlt selbstverständlich nicht von der Sendung. Ganz am Anfang lernt man auch den Rechtsanwalt des Folterers kennen, welcher seinen Klienten tugendhaft beschreibt. Prädikat: sehenswert.

Εικόνα Ελληνοφρένεια- Bild Ellinofreneia

19.06.2007

Das Skandal-Video über die griechische Polizei rüttelt die Regierung wach

Blumen / Λουλούδια 2015
Seit den letzten 3 Tagen hat die griechische Regierung der konservativen Partei Nea Dimokratia viel mehr zu befürchten, als das Skandal-Video, welches in einem Blog eines jungen Griechen am 14.06.07 veröffentlicht wurde, vermuten lässt.
In diesem Video waren ein Albaner und ein Grieche aus Kasachstan, wie die Eleftherotypia berichtete, von einem griechischen Polizisten geschlagen und gezwungen worden sich gegenseitig zu schlagen. Der Polizist wurde bereits identifiziert und suspendiert. Die zwei weiteren Polizisten, welche zuguckten und das Video drehten, sind ebenfalls suspendiert, wie auch ihr Vorgesetzter. Es ist gegen sie bereits Anklage erhoben. Die Ermittlungen laufen weiter. Der seit Monaten provozierender Polizeiminister, Vyron Polydoras (Nea Dimokratia), hat seinen Rücktritt in Aussicht gestellt.
Obwohl dieser Fall so schnell wie möglich geklärt wird, wird jetzt seitens der Regierung befürchtet, dass viele andere solche kleine Videos auftauchen, welche die Misshandlungen durch die griechische Polizei festhalten. Die griechischen Medien greifen den Fall auf, um Daten ans Licht zu bringen, welche die griechische Polizei an zweitem Platz nach Belgien in der EU zeigen, was Gewalt durch PolizistInnen angeht. Der Kreis wird enger für die politischen Verantwortlichen, da wie auch Ta Nea berichtet, seit Dezember 2006 ein Bericht des Europarates sie in Kenntnis über die Übergriffe der Polizei gesetzt hat.
In den letzten Monaten war der Polizeiminister heftig in Kritik auch von der Polizeigewerkschaft geraten, als er die BeamtInnen für die studentischen Proteste einsetzte und mit seinen Worten in der Öffentlichkeit für eine Gewalteskalation sorgte. Bis heute wird der Minister durch den Premierminister Kostas Karamanlis unterstützt, um rechtsextreme und rechtspopulistische WählerInnen nicht an die nicht im Parlament vertretenden Partei L.A.O.S zu verlieren.
Ob der Minister seinen Posten beibehält, ist noch nicht geklärt. Die Regierung befürchtet ein 5-Parteien-Parlament, welches ihr die absolute Mehrheit kosten würde, hat jedoch einen neuen Gegner entdeckt, den Wackelkandidaten der Linken, die Partei Synaspismos.
Die griechischen Medien, wie auch die griechische Öffentlichkeit sind schockiert. Es bleibt abzuwarten, ob diese "schändliche, antidemokratische und unmenschliche" Tat, wie sie von der griechischen Öffentlichkeit und den Medien bezeichnet wird, nachhaltige Konsequenzen haben wird.

Zu meiner Meinung über einige Reaktionen auf meinen Bericht geht es hier.

18.06.2007

Die griechische Polizei ist kein Einzelfall

Hier möchte ich ein paar erklärende Worte schreiben, da einige Reaktionen, welche ich zum letzten Beitrag bekommen habe, so klingen als ob

a. die griechische Polizei ein Einzelfall wäre und solche Szenen in keinen anderen europäischen Ländern, wie in Deutschland, stattfinden und
b. überhaupt darüber zu reden für das Ansehen Griechenlands im Ausland schädlich wäre.

Ich bin Griechin und genau deswegen finde ich es wichtig auf die Lücken in der Griechenlandberichterstattung hinzuweisen. Dies mache ich sowohl bei guten, wie auch bei schlechten Nachrichten. Ich habe kein Interesse, vielleicht gerade weil ich Griechin bin, ein verschönertes Bild von Griechenland zu vermitteln, ich möchte nur ein echtes Bild in den Medien des Auslands sehen.

Wenn Leute daraus verstehen

a. Griechenland ist Dritte Welt, keine Demokratie oder Rechtsstaat, oder einfach nur krass oder
b. ihren Hass gegenüber Griechen nur bestätigt sehen

ist es einfach nur dumm, denn

Folter und Repression durch die Polizei sind leider nicht nur in Griechenland nicht die Ausnahme. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es auch in Griechenland gewissenhafte und rechtbesonnene StaatsdienerInnen gibt, diese sollten jedoch gestärkt werden, indem alle (also auch ich) ihren Mund aufmachen und solche Zustände nicht tolerieren.

Und noch was: das Video ist kein Fake und wurde bevor ich es verlinkt habe, bereits in Reuters ausgestrahlt, wie auch in etlichen griechischen Medien. Der schlagende Polizist, wie auch seine Kollegen auf dem Video sind bereits identifiziert, da zum Glück jedeR griechischeR PolizistIn mit seiner/ihrer Nummer auf der Uniform identifizierbar ist, suspendiert und haben gestanden. Die Ermittlungen laufen weiter. Der Polizeiminister hat seinen Rücktritt in Aussicht gestellt.

Und noch was zu Letzt: Ich habe kein Interesse jemanden vorzuverurteilen, die Urteile sprechen funktionierende griechische Gerichte aus.

Die griechische Polizei foltert Festgenommene

Ein Jahr lang hat ein Foltervideo von Handy zu Handy kursiert bis ein Blogger mit dem Pseudonym Kabamaru Igano es bei youtube hochgeladen hat. Am 16.06.07 hat es die Weltnachrichten erreicht, nachdem es in indymedia verlinkt wurde. Hier könnt ihr es ganz bei indymedia sehen.

Für die nicht des Griechischen Mächtigen, hier eine Zusammenfassung des "Dialogs":
Polizist: Schlag ihn!...Du bist Nummer Eins und du Nummer zwei. Wenn ich eure Nummern aufsage, schlägt der Eine den Anderen...Schneller! Schneller!...Setzt euch gegenüber und sagt "Ich bin ein Wichser" und schlagt euch gegenseitig!...Lockerer! Wieso kannst du es nicht, der Andere kann das gut. Schau ihn dir mal an! Schlag richtig! Richtig!

Das schockierende Video hat jedoch nicht den Polizeiminister, Vyron Polydoras, zum Rücktritt bewegt, wie die Opposition und viele Organisationen spätestens nach der von ihm (so auch von der Polizeigewerkschaft gedeutete) provozierten Gewalteskalation bei den StudentInnenprotesten gefordert hatten. Er genießt das absolute Vertrauen des konservativen Premierministers, Kostas Karamanlis, der in ihm die Möglichkeit sieht Stimmen an die extreme Rechte nicht zu verlieren und somit den Einzug einer fünften Partei in das Parlament zu verhindern, was praktisch ihn die absolute Mehrheit kosten würde.

Wenn ihr mehr dazu lesen mögt, hier einige griechische Artikel in der Eleftherotypia von heute.

Wenn ihr eure Meinung der griechischen Regierung kundtun möchtet, könnt ihr an die Griechische Botschaft eures Landes schreiben, oder an die Medien eures Landes (vielleicht ist das wirksamer).

Nachtrag 01.06.2008: Einige Verbesserungen vorgenommen.