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29.10.2010

Deutsch-griechische Beziehungen

Gestern zum 60. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs für Griechenland habe ich einen sehr interessanten Vortrag an der Uni Hamburg zu den deutsch-griechischen Beziehungen von Prof. Dr. Hagen Fleischer gehört. Dabei ging es um die deutsche Besatzung während des zweiten Weltkrieges und um die Folgen für das kollektive Gedächtnis und die deutsch-griechische Diplomatie, die gern das Themenkomplex 'Schuld und Reparation' ausgeklammert hat. Auch über die Kollaborateure und deren Nachfolger und dem noch nicht zurückgezahlten Kredit der Deutschen an die Griechen wurde geredet. Insgesamt einer der besten Vorträge, die ich seit langem gehört habe: sehr fundiert, sehr interessant, sehr kurzweilig, sehr lehrreich.

Ich empfehle zum Einstieg in die Thematik ein Interview, das ich bei Deutschlandradio gerade gelesen habe, als auch seinen neusten Artikel im Buch "Hellas verstehen" vom Böhlau Verlag. Bestellt es für eure Bibliothek.

Bild Hamburg 2008, Εικόνα Αμβούργο 2008

08.11.2009

Μην το ρωτάς τον ουρανό! - Frag nicht den Himmel danach!

Ένα από τα αγαπημένα μου τραγούδια με την Τζένη Καρέζη στην αντιστασιακή ταινία «Το νησί των γενναίων» (1959) του Ντίμη Δαδήρα. Η μουσική είναι του Μάνου Χατζιδάκι.

Eins meiner liebsten Lieder aus dem Jahre 1959. Es singt Jenny Karesi im Film "To nissi ton jeneon [Die Insel der Tapferen]", einen Widerstandsfilm, der auf der Insel Kreta spielt. Die Musik ist von Manos Chadsidakis.

09.06.2009

Θα γινόταν μακελειό - Es gäbe ein Blutbad

Πριν από δυο χρόνια περίπου είχα δει μια συνέντευξη στην τηλεόραση του Σκάι του Στυλιανού Παττακού και ομολογώ ότι είχα ανατριχιάσει. Ένα απόσπασμα το οποίο με είχε σοκάρει ιδιαίτερα είναι αυτό που σας παραθέτω εδώ παρακάτω. Εδώ μπορείτε να διαβάσετε τι είχα γράψει στα γερμανικά όπως και τη μετάφραση του αποσπάσματος.

Weiter unten seht ihr im Original den übersetzten und erschaudernden Teil des Interviews mit dem Militärjunta-General, Stylianos Pattakos. Der Beitrag auf Deutsch findet sich hier.




09.12.2008

Ich bin hier...

...und gucke tatenlos zu, während in meinem Land die Hölle los ist. Ich habe Angst um meine Mutter, die im Zentrum Athens ihre Existenz aufgebaut hat, und meine Cousine, die ebenfalls im Zentrum Athens zur Schule geht. Heute und gestern ist sie nicht zur Schule gegangen. In ihre staatliche Schule geht auch der Bruder des Jungen, der durch eine Polizeikugel umkam, was der Auslöser für die dramatische, unkontrollierbare Lage im ganzen Land ist.

Die aufgestaute Wut und Verzweiflung der letzten Jahre entlädt sich in einer sehr gefährlichen Art und Weise. Es werden nicht nur Straßenschlachten mit der Polizei ausgefochten oder öffentliche Gebäude beschädigt, sondern die Wut entlädt sich gegen alle und jeden. Auch PassantInnen sind gefährdet, Geschäfte werden geplündert, auch in kleinere Gastronomiebetriebe in Psirri, wo meine Mutter arbeitet, wird eingebrochen. Das totale Chaos. Angst, Wut, Verzweiflung, Straßenschlachten, Plünderungen, Lahmlegung des gesamten öffentlichen Lebens, wo soll das alles hinführen?

Es wird erwartet, dass ein Rücktritt des Ministerpräsidenten und die Einleitung von vorgezogenen Wahlen die Gemüter wieder besänftigen wird. Darüberhinaus wird darüber beraten, die Armee einzuschalten, denn die Lage ist nicht mehr mit zivilen Maßnahmen kontrollierbar.

Gerade wird die Panepistimioustraße verwüstet, dort befinden sich die Akademie, Universität, Nationalbibliothek, Augenklinik und mehrere Zentralen von Geldinstituten.

Eins ist klar: der Tot des 15jährigen Schülers ist nur der Auslöser. Eine solche Eskalation kann nur stattfinden, wenn die Menschen länger schwere Eingriffe in ihren Rechten und Einbuße der Lebensqualität hinnehmen müssen. Eine ganze Generation lebt gerade ohne Zukunft.

Dank an We für die Korrektur.

Bild Athen, Parlamentsgebäude, Imágen Atenas, Parlamento, Εικόνα Αθήνα, Κοινοβούλιο

16.04.2008

Präventivkriege sind völkerrechtswidrig

Ich finde sehr traurig, dass Europapolitik an sich nicht die Bohne interessiert und dass alle Mitgliedsstaaten nacheinander den Lissabon-Vertrag ohne öffentliche Debatte ratifizieren. Die Bundesregierung hat bereits ihre Zustimmung signalisiert. Somit stimmt sie auch für Präventivkriege, den Einsatz der Bundeswehr da, wo gerade der Terrorismus vermutet wird und sie stimmt im gleichen Zug für Aufrüstung.

Es ist auffällig, wie wenig der gemeine Mensch über den Lissabon-Vertrag weiß, der schließlich die gescheiterte EU-Verfassung ist, aber ohne den Namen Verfassung. Dies hat auch offen ein Abgeordneter des Partido Popular (die konservative Partei Spaniens) in einem Vortrag im Rahmen unsers Seminars zugegeben, schließlich sind die SpanierInnen mehrheitlich für die Verfassung gewesen, ohne gleichzeitig zu wissen, was drin stand, also kann man die Dinge auch beim Namen nennen, sie sind eh dafür. Auf seinem Märchenstunde-Vortrag vor zwei Wochen gab es keine Kritik! Ein Hörsaal voll mit angehenden JuristInnen an einer Universität und keine Kritik!

Das Studium in Spanien ist auch so angelegt, dass mensch sonst keine Zeit für politisches Engagement hat. Für meine spanische KommilitonInnen bedeuten gute Noten bares Geld (Ermäßigung der hohen Studiengebühren). Studiengebühren abzuschaffen fordern, für bessere Seminare eintreten und vielleicht sogar dafür auf die Straße gehen, habe ich hier sehr wenig bis gar nicht mitgekriegt.

Wenn euch der Lissabon-Vertrag aus der Friedensperspektive interessiert, könnt ihr
hier eine recht überzeugende Kritik der AG Friedensforschung an der Uni Kassel lesen.
Den
Lissabon-Vertrag findet ihr hier.

Die Meinung der SpanierInnen zur europäischen Verfassung ist wiederum hier zu finden.

Bild StudentInnenRat Universität Leipzig, Imágen Consejo de Estudiantes Universidad de Leipzig, Εικόνα Συμβούλιο ΦοιτητΡΙών Πανεπιστημίου Λειψίας

31.03.2008

Griechenlandberichterstattung in der FAZ

Ich finde die Griechenlandberichterstattung in den deutschen Medien seit über einem Jahrzehnt (also seitdem ich deutsche Zeitungen mehr oder weniger lese) einfach inakzeptabel. Entweder wird gar nicht berichtet (zum Beispiel über die Streiks der letzten Wochen, welche das Land lahm legten) oder von großer Unkenntnis gestrotzt. Warum wird hier nicht ernsthaft Journalismus betrieben?

Jüngstes Beispiel: die FAZ. Ich habe mehrere Artikel gerade zum Namensstreit gelesen. Der Grundtenor ist "Niemand auf der Welt versteht Athen. Griechenland, das große Land, unterdrückt seinen kleinen abhängigen Nachbar. Das muss ein Ende haben. Die NATO ist wichtiger, als die griechische Paranoia".

Leider muss ich hier schon wieder die journalistische Qualität bemängeln.

1. Nicht nur werden Kommentare mit Fakten vermischt, oder eben als Fakten verkauft, was für mich als Leserin heißt, wenn ich auch keine Ahnung hätte, würde ich denken, die Kommentare sind die objektive FAZ-Wahrheit.

2. Es wird nicht recherchiert. Die Artikel sind voller Ungenauigkeiten, wie zum Beispiel, den laut FAZ "unbegründeten Irredentismus". Warum wird hier geschrieben, er sei unbegründet ohne Für- und Gegenargumente dieser These anzuführen?

3. Aber vorallem ist es absolut lächerlich Griechenland als ein großes Land darzustellen, wie den Goliath, der kein Erbarmen mit dem kleinen David, die EJRMazedonien hat. DAS ist gerade eins der Schlüssel, um endlich zu verstehen, was da unten, so weit weg vom großen, supersicheren Deutschland passiert. Griechenland IST ein kleines Land. Die griechische Bevölkerung nicht nur ist sondern fühlt sich auch noch klein, abhängig und machtlos. Griechenland hat eine Geschichte fremder Einmischungen. Die Truman-Doktrin, die britische und US-amerikanische Intervention im Bürgerkrieg, die Wiederherstellung der aufgedrückten Monarchie und die Unterstützung der Militärjunta sind einige Beispiele, wie das Schicksal des griechischen Volkes nicht selbstbestimmt wurde, und daher die Mehrheit der Bevölkerung sich klein und machtlos fühlt.

Es wäre also ratsam (außer mal endlich die formalen Voraussetzungen zu erfüllen, also gründlich zu recherchieren und Kommentare von Fakten so gut wie möglich zu trennen) den Streit der beiden Länder, als einen Streit von zwei kleinen Balkanländern zu betrachten, welche unter Druck und fremder Einmischung sich positionieren. Hier geht es um Politik und nicht (zumindest nicht nur) um "(griechische) Neurosen".

Bild Athen-Kolonos- Imágen Atenas-Colonós- Εικόνα Αθήνα, Κολωνός

Nachtrag 07.04.08: Ich habe eine kleine Explikation zu einem Satz hinzugefügt. Der Sinn bleibt der gleiche.

06.10.2007

Stylianos Pattakos im Interview

Leider kann ich gerade kein Griechisch an diesem PC schreiben und ich weiß nicht, ob auf Deutsch dieser Beitrag überhaupt interessiert. Ich habe gerade im Fernsehen von Skai ein Interview vom 21.04.2007 von Stylianos Pattakos, den Brigadegeneral, der am 21.04.1967, die Truppen zum Putsch in Griechenland befohlen hat. Er erzählt aus seiner Sicht, wie es zum Putsch kam und was er für eine Rolle innehatte. Es ist ein sehr interessantes Interview. Die zwei Letzten Fragen-Antworten sind mir unter die Haut gegangen:

"Als ich nach Kreta im zweiten oder dritten Monat nach der "Revolution" kam, fragte mich meine Mutter "wer hat dich angestiftet, mein Kind, all das Böse zu tun?""

Der Journalist antwortet nach einer kleinen Pause:

"Wieso haben Sie nicht auf Ihre Mutter gehört?"

Und Pattakos antwortet prompt:

"Weil ich nichts Schlimmes gemacht hatte. Sie dachte ich hätte etwas Schlimmes gemacht. Was habe ich ihr denn aber angetan? War das Schlimm, dass ich ihr fließendes Wasser bis zur eigenen Küche brachte?

Pause, er führt dann etwas bedrückt fort:

Dass ich ihr Strom brachte, dass ich für sie die Straße gebaut habe, die von Rethymnon ins Dorf führt, welche nie, nie und nimmer gebaut worden wäre?"

Er sagt dann wieder in besserer Stimmung:

"Und ich frage: Wo war der Widerstand, was hat das Volk unternommen? Seit fünf Uhr morgens bis 18 Uhr, also bis zum Moment der Vereidigung der Regierung, konnte niemand einfach gegen uns pusten und uns umstürzen?"

Der Journalist fragt dann:

"Was würde passieren, wenn es jemanden gegeben hätte, der das getan hätte?"

Er antwortet verdutzt:

"Wir würden gehen. Wenn das Volk aufstehen würde und schreien würde "Zum Teufel mit euch, geht doch weg", würden wir gehen."

Der Journalist fragt nochmal nach:

"Würden Sie nicht die Panzer gegen das Volk rollen lassen?"

Die prompte Antwort:

"Wohl möglich."

Schulterzucken.

"Wohl möglich. Es gäbe ein Blutbad, wohl möglich"

Zum ganzen Interview geht es hier
Der letzte Teil des Interviews ist hier


28.07.2007

Prozentuale Militärausgaben

Laut CIA- The World Factbook das europäische Land mit den meisten prozentualen Ausgaben fürs Militär ist die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (EJRM) mit 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Es folgen die Türkei mit 5,3 Prozent und Griechenland mit 4,3 Prozent.

In anderen Ecken der Welt sieht es teurer aus: "Big Spender" Oman, Qatar und Saudi Arabien geben 11,4 Prozent bzw. jeweils 10 Prozent des BIP fürs Militär aus.