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10.02.2018

Schon wieder der Namenstreit

Barbarossas 2015
Ich entdeckte zufällig gerade, dass ich Einiges schon mal darüber geschrieben hatte, nämlich vor 10 Jahren. Man entdeckt das unter dem Tag EJRMazedonien ganz unten am Artikel.

Leider entdeckte ich auch, dass weiterhin absolut nichts Neues hinzuzufügen gibt. Vielleicht hätte ich die eine oder andere Sache etwas besser geschrieben, aber an den Inhalten hat sich nichts geändert. Ich weiß, immer noch gar nichts darüber, warum die Mehrheit der EJRMazedonier sich Mazedonier nennen will. Und was ist mit der Minderheit? Zum Beispiel mit den Albanern im Land, wie wollen sie eigentlich, dass das Land heißt? Wieso erfahren gar nichts dazu und zu diesen ganzen Hintergründen? Das wird nicht gefragt, nicht thematisiert, nicht berichtet, nicht analysiert. Auch nicht in den griechischen Medien. Immer geht es nur um eine Seite: die griechische.

Und auch da hat sich nichts geändert: Die deutsche Berichterstattung ist meist tendenziös, sehr selten neutral. Auch wenn sie neutral auf dem ersten Blick wirkt, also auf Kraftausdrücke gegen die Mehrheit der Griechen verzichtet, oder nicht nur über die griechischen Neonazis berichtet, da sie nur die eine Seite beleuchtet ist sie wieder im Ergebnis tendenziös und irgendwie daher nur blödmachend. Alle Artikel hätten auch vor 10 Jahren geschrieben worden sein und durch copy-paste und mit ein paar Namen und Daten geändert neu erscheinen. Niemand würde es merken... 

In letzter Instanz ist das ganze Thema irritierend: Was soll das mit der Nationsbildung im 21. Jahrhundert? Sollte das nicht längst Schnee von gestern sein und für einen modernen und jungen Staat irrelevant?

10.01.2016

Zimt und Koriander (2005)

Ein alter Kommentar aus dem Jahre 2007: 

Bild: http://www.skip.at/media/_versions/filme/7197/pger/1_zoom.jpg
Ein Kassenschlager der letzten Jahre in Griechenland. Erstklassige Schauspieler und Schauspielerinnen der 90er Generation, wie Stelios Mainas, Renia Luisidu zeigen ihr Können in der seits den 60er Jahren erneut wachsenden griechischen Kinoindustrie. Ein Plus: die Filmmusik von Evanthia Rebutsika. Die junge Komponistin schuff ein ebenfalls Soundtrack des Träumens und des Träumens vom Orient: Sehnsüchtig, traurig und voller Gefühl. "Polítiki Kouzina" (griechisch für Konstantinopels Küche) ist als der Schlüssel um die Lebensphilosophie der Bewohner und Bewohnerinnen in der Stadt am Bosporus zu verstehen, welche in Zeiten anhaltender politischen Krisen sich in christlich-muslimisch oder griechisch-türkisch trennen müssen. Ein politisches Dauerthema Griechenlands menschlich, liebevoll und "würzig" erzählt. 

23.02.2015

Urlaub in Athen

Bild Athen 2008, Φωτό Αθήνα 2008

Urlaub in Athen
von Dinos Christianopulos, 1963

Erzählung

Er entschied sich, die Hälfte seines Urlaubs in Athen zu verbringen. Nicht weil er sich in Athen im Juli so erholen würde, wie er es nötig hatte. Sondern ganz einfach, weil er dort einige von den Leuten wiedersehen würde, die irgendwann sein Leben erfüllt hatten.

Er buchte eine Ein-Stern-Pension in der Nähe der Kathedrale. Er kannte diese Pension aus den Zeiten seines Militärdienstes. Es gefiel ihm dort wegen der familiären Atmosphäre. Nach fünf Stufen hörte man schon das Singen der Kanarienvögel und roch schwer im Magen liegendes orientalisches Essen. Die Pensionsbesitzerin kam aus dem Zimmer mit einer Katze um ihren Hals, sagte mit dem Flair einer alten Puffmutter – „Also aus Saloniki, ha?“, und streichelte ihn am Nacken. „Ich habe auch da mal gelebt, eine schöne Stadt. Aber auch hier wird es dir gut gehen“. Sie merkte schnell, dass er etwas schüchtern war, und schickte ihn in den dritten Stock, da wo sie meistens ruhigen Menschen ein Zimmer gab: In den anderen zwei Etagen gingen es etwas zügelloser zu.
Er legte sich so wie er war, angezogen, aufs Bett und ging erneut seine Träume durch: Wie er all seine sonstigen Bekannten in Athen vermeiden würde, in welcher Reihenfolge und wem er seine Besuche abstatten und mit wem von den drei er einen Ausflug auf die Insel Poros machen würde. Er nahm sein Notizbuch heraus, schaute sich noch mal die Anschriften an und bejubelte bereits beim Anblick der Straßennamen, die Orte, in denen er nach drei Jahren seine Freundschaften erneuern würde.

Früh um elf Uhr nahm er den Bus nach Chalandri. „Zum Gutshof Daskalopulos“, sagte er etwas scheu zu dem Schaffner. Er sah die Neubauten, Villen mit gepflegten Gärten. Er stieg in einem Ort mit großen Landgütern und Gemüsegärten aus. „Wie wird er mich wohl empfangen?“, fragte er sich in Rührung. „Werde ich vielleicht in einer Ecke des Spiegels unser Foto finden, das Foto vom Militärdienst, das wir Arm in Arm machten?“. Er erinnerte sich, dass Dimitris vorletztes Jahr nach Saloniki gekommen war und nach ihm gefragt hatte. Er war aber nicht da und Dimitris hatte ihm daher über seine Mutter ausrichten lassen, „sagen Sie ihm, dass Dimitris aus Chalandri hier war“ und seine Mutter hatte geantwortet, „Ach, bist du es, mein Kind, der auf dem gemeinsamen Foto während des Militärdienstes ist?“. Er wird wohl in einem dieser Gärten arbeiten  – und sofort verliebte er sich in diese Landschaft. „Gutshof Daskalopulos“, sah er ein Schild an einer Maschendrahttür. Zwei Seitenwege führten zu den Gärten, und ein Weg in der Mitte in ein kleines, gepflegtes, zweistöckiges Haus. „Was wollen Sie?“, fragte ihn misstrauisch ein fein gekleideter Mann, der nicht wie ein Aufseher aussah. „Ich würde gern Dimitris Loutraris sprechen. Wohnt er hier?“ „Und was wollen Sie von Dimitris Loutraris?“, fragte der fein gekleidete Mann und wiederholte den Vor- und Nachnamen in einem geradezu provokanten Ton. Es kam ihm in den Sinn, ihn zusammenzustauchen und zu gehen. „Wir sind Freunde vom Militärdienst“, antwortete er und die Hitze wurde ihm unerträglich. „Er ist nicht hier. Ich rufe seine Mutter“. Ein einfaches Mütterchen kam aus der Haustür heraus. „Frau Katinió“, rief er sie unaufgeregt eher kühl herbei. (Er muss der Chef gewesen sein). „Ach, mein Kind“, sagte die Frau herzlich, „unser Dimitris ist nicht mehr da, er ist vor zwei Monaten auf die Insel Chios gezogen. Komm doch 'rein, du wirst doch sicher Durst haben“. Er folgte ihr, ohne dem provokanten Herren noch einmal zu danken. Er fühlte sich gezwungen, verschiedene Geschichten vom Militärdienst zu erzählen: Wie er ihm in der Adjutantur aushalf, wie er ein Mal intervenierte, damit er nicht bestraft würde, wie er ihm irgendwann einmal seine amerikanischen Soldatenstiefel borgte. Natürlich gab es kein Foto am Spiegel zu sehen. Er fragte nach Fotos von Dimitris, aber er hatte sie mit nach Chios genommen. Er nahm eine Mastix1 entgegen und wünschte ihr alles Gute. Es gab gar nichts, womit er diesem Mütterchen beweisen könnte, wie enge und liebe Freunde er und ihr Sohn einmal gewesen waren. Als er ging, traf er wieder auf jenen Herren.
Es gab keinen Dimitris im Gutshof Daskalopulos.

Er brauchte einen ganzen Tag, um sich davon zu erholen. Er würde definitiv auf Poros mit Panajotis fahren. Eigentlich hatte er ohnehin keine Briefe mehr mit Dimitris seit einer gewissen Weile ausgetauscht. Mit Panajotis war das anders. Jedes Mal, wenn er auf dem Umschlag den Stempel des Ausbildungszentrums der schweren Infanterie sah, wusste er, dass sich darin ein zärtliches Wort verbarg.
Er nahm den Bus nach Chaidari um 4 Uhr am Nachmittag. Um diese Uhrzeit hatten die Offiziere Ausgang, und Panajotis würde ihn ungestört von den Blicken des Adjutanten empfangen können. Er würde ihn auf einen Spaziergang zum Botanischen Garten mitnehmen, dann ins Kino und am Abend nach Hause zum Übernachten. Am nächsten Tag, am Sonntag, in der Früh ein Ausflug nach Poros Farben des Saronischen Golfes, Attischer Zauber usw. Dann die müde Verabschiedung, der andere zurück in die Kaserne, er selbst nach Saloniki gutgelaunt und optimistisch, da die alte Bindung noch bestehen würde.
Viele Leute standen vor dem Tor: zwei-drei, die wahrscheinlich Dirnen waren, zwei andere Mädchen, eine alte Arvanitin mit Kopftuch und einem Korb an der Hand, Kinder die Zitronensäfte und gegrillte Maiskolben verkauften, Eiswagen mit Eis der Marke EVGA². Die Soldaten waren noch nicht herausgekommen, nur ein-zwei Unteroffiziere überquerten in jenem Moment das Tor.
Plötzlich schauderte es ihn: Panajotis mit einem Mädchen! Mit nagelneuen Klamotten, seiner Ausgangsuniform, mit den glänzenden goldenen Tressen eines Feldwebels im unbefristeten Dienst; und sie eher sympathisch, niedlich, mit einem koketten Gang. „Panajotis!“, rief er. Der andere drehte sich und war ganz überrascht. „Warum hast du mir nicht vorher Bescheid gegeben, dass du kommst?“, „Du hast Recht“, sagte er und streckte dem Mädchen seine Hand entgegen. Sie stellten sich dem Mädchen als zwei sehr enge Freunde aus Zeiten des  Militärdienstes vor. Sie liefen den Hang mit ihr hinunter, sie zwischen den Beiden. Jetzt wurden sie von einem Mädchen getrennt. Etwas schien in ihm zu zerbrechen. Natürlich wurde es nichts mit dem Botanischen Garten, auch nicht mit Poros. Panajotis taugte nur als Brieffreund.
Sie setzten sich in einer Konditorei in Ägaleo. Das Tortenstück schmeckte schrecklich. Plötzlich merkte er, wie sein Gürtel ihm zu eng wurde, und er wollte weinen oder fluchen. Aber nichts von beidem. Nur vergilbte Erinnerungen vom Militärdienst vor dem Mädchen, Worte, ein Versuch die Kluft, die sich zwischen ihnen aufgetan hatte, zu überbrücken – und das Mädchen lächelte und fummelte unverfroren an Panajotis herum. Dann schlugen sie ihm vor, mit ins Kino zu gehen. Aber er war bereits ein Nervenbündel; er wünschte ihnen ein schönes Wochenende und versprach, am Montag wieder vorbeizuschauen.
Er ging weg, gerade wie von einer Trauerfeier.

Am Sonntag blieb er auf dem Zimmer. Er ließ Parthenon und Karolos Koun ausfallen, aß in der Pension, und die Pensionsbesitzerin brachte ihm sogar ein Mal das Essen persönlich, um zu fragen: „Aber was für heftige Sorgen quälen dich, mein Junge?“
Er plante jetzt sorgfältig seinen letzten Ansturm: Jorgos aus Lepanto. Es verbanden sie keine gemeinsame Erlebnisse während des Militärdienstes, auch kein gemeinsames Foto Arm in Arm oder einen Briefwechsel. Das letzte Mal, das sie sich verabredet hatten, war er nicht erschienen und war sich sicher, dass Jorgos ihm das nicht verziehen hatte. Aber seine süße, jugendliche Stimme erklang immer noch mit der gleichen Intensität in seinen Ohren: „Falls du nach Athen kommen solltest, vergiss nicht nach Kässariani zu kommen“. Nur das; nicht etwa „du sollst unbedingt kommen“, auch nicht gerade ein Versprechen einer rührenden Gastfreundschaft. Er wusste nicht, warum dieses „vergiss nicht“ sehr herzlich in ihm nachhallte. Er musste also hin und ihm erklären, warum er letztes Mal nicht erschienen war.
Arionos 27, Kässarianí. Er traf ihn im Krämerladen seiner Familie, bei der Arbeit, in dem Moment als er Anschovis wog. „Du hast ja gerade noch gefehlt“, sagte ihm Jorgos, als er ihn sah, mit der rohen Ehrlichkeit und Intimität der Unterschicht. Er hat ihn auf den einzigen Stuhl gesetzt und hat weiter gearbeitet. Wie alt er bereits war, wie anders! Sein kindliches Gesicht war jetzt durch tiefe Falten gezeichnet, seine Augen waren männlich geworden.
Er nahm ihn mit nach Hause nach Feierabend. Sie setzten sich in sein Zimmer und sprachen leise, um seinen Onkel nicht zu stören, den Veteranen, der nebenan las. „Warum warst du damals nicht erschienen?“, fragte er abrechnend. Er war schockiert über seine Art. „Lass mich es dir erklären...“. „Was willst du mir erklären? Du hast mich ewig warten lassen“. „Was ist los?“, der Onkel kam plötzlich herein. „Wer ist der junge Mann und was will er?“ Seine Schläfen brannten. Jorgos stellte ihn eilig vor. „Ach so, er ist dieser Freund, der dir zu Ostern ein schönes Buch geschickt hat? Prima. Mit solchen Jungens solltest du befreundet sein, aber du hältst dich mittlerweile für einen tollen Hecht.“
Einige peinliche Minuten vergingen. Unterschwellige Strömungen zogen ihn weit weg von diesem Haus. Dieser Onkel, mit seinen ständigen Fragen nach dem griechischen Unabhängigkeitskrieg von 1821, war unerträglich. Aber auch Jorgos hatte einen Gesichtsausdruck, der ihn entmutigte. Nur sein Name war gleich geblieben, der Rest war bei ihm anders. Er war nicht mehr der unschuldige Junge aus Nafpaktos, der eine ganze Woche lang weinte, als er sich von seiner Mutter und Garten trennen musste. Was könnte der tolle Hecht aus Kässariani mit dem Jungen aus Lepanto gemeinsam haben? Und all das war in nur zwei Jahren geschehen.

Er verließ Athen ganz verbittert. Er packte seine Reisetasche und schaute sich noch ein Mal im Zimmer um, in dem er vier Nächte verbracht hatte. Kein Dimitris, kein Panajotis, kein Jorgos. Und, natürlich, auch kein Ausflug nach Poros. Nichts. Nur der Moment der Ankunft, als er mit der Kleidung sich hinlegte, um seine Vorfreude in Athen zu genießen.
„Kein Mädel, gell?“, fragte ihn die Pensionsbesitzerin vieldeutig und zwinkerte ihm zu. „Es ist meine Schuld. Ich hätte dir ein Zimmer im ersten Stock geben müssen, da hättest du dich richtig austoben können...“.

Übersetzung Eleni Andrianopulu, Januar 2015
Für meinen Freund De.

28.01.2015

Schlechte Verlierer

Photo Athen 2008, Εικόνα Αθήνα 2008
FAQs zur Griechenland-Wahl vom 27.01.15
Ein Freund fragte direkt nach der Wahl und ich antwortete.

1. Wen hast du gewählt?
  • Ich habe leider nicht wählen können, ich lag krank im Bett und eine Briefwahl gibt es nicht.
2. Das ist doch keine häufige Frage!
  • Bei den Griechen schon. Auch vor der Wahl fragen sich gegenseitig die Leute, wen man wählen wird. Bis vor einigen Jahren gab es in Griechenland eine Zwangswahl. Das heißt, man musste wählen, wenn man unentschuldigt (also nicht z.B. durch Krankheit) der Wahl fern geblieben war, wurde ein Ausreiseverbot über jemanden verhängt. In der Schule habe ich zusammen mit allen anderen gelernt, dass im Alten Athen, jeder Bürger Farbe bekennen musste, und dass diejenigen, die es nicht taten, Opportunisten und Verräter waren, die sich nach der Wahl dem Wahlsieger oder nach dem Bürgerkrieg dem Sieger anschlossen und wenn ich mich recht erinnere, sogar daher aus der Stadt gebannt wurden. Ein Bürger also, der nicht sein ihn als Bürger bestimmendes Recht ausübt, ist kein Bürger. Wahlabstinenz bedeutet traditionell daher eine Schädigung der Demokratie und wurde daher per Gesetz verboten. Darüber zu reden, wen man wählt, ist also ein Bekennen in nicht-Opportunismus, in die freie Wahlentscheidung, auch wenn man dann einer Minderheit, den Verlierern, angehört und es ist der Anfang der politischen Diskussion. Das Farbe Bekennen verstärkt jedoch auch eine Polarisierung oder sogar Spaltung der Gesellschaft, wie dies auch bei dieser Wahl der Fall war. Seit einigen Jahren hat die EU gemeint, dass die Zwangswahl nicht demokratisch sei und demnach wurde sie abgeschafft. Das hat die Griechen nicht sonderlich gestört.
3. Und wie ist es jetzt mit der Wahlbeteiligung?
  • Die Wahlbeteiligung sinkt seitdem von Wahl zu Wahl. Das erste Mal waren einige Demokraten schockiert. Jetzt haben sich die Leute dran gewöhnt. Dieses Mal lag sie bei einer Rekordtiefe von 36,13 Prozent.
4. Wer ist Syriza?
  • Die Frage wird jetzt nicht mehr gestellt, da die deutschen Medien seit einigen Jahren unisono beantworten: Linksradikale. Kaum jemand weiß weiter, wer Syriza ist, oder wofür die Syriza-Leute einstehen. Dies hat auch damit zu tun, dass die deutschen Medien keine gute Arbeit geleistet haben. Nicht nur in strengem Sinne journalistisch, sondern auch in ihrer Funktion als Mittler. Und da dies mein erlernter Beruf ist, ein paar Worte zur Übersetzung von Sprache und Kultur. Im Deutschen bedeutet linksradikal gleich linksextrem. Radikal ist jemand von extremen Ansichten. Im Griechischen bedeutet das Akronym Sy.Riz.A. wortwörtlich: Koalition der radikalen Linken. Radikal (Griechisch rizospastis: (mit seinen) Wurzeln brechend) im Griechischen bedeutet allerdings nicht extrem. Der Radikale ist derjenige der von Grund auf (vor allem) denkt. Linke Parteien werden traditionell progressiv und „radikal“ im griechischen Sinne bezeichnet, da sie mit alten Strukturen „brechen“ wollen, und die Dinge „komplett“, „von Grund auf“ überdenken möchten. Im Griechischen gibt es den Begriff rechtsradikal daher auch nicht, man spricht nur von einer Extremen Rechten. Richtig im deutschen Politjargon wäre daher, Syriza als ein progressives, linksalternatives Bündnis zu betiteln, noch akkurater als die gemäßigte, proeuropäische, linksalternative und grüne Partei Griechenlands. Die deutsche Bezeichung linksradikales Bündnis ist falsch, irreführend und tendenziös.
5. Proeuropäisch? Gemäßigt? Grün?
  • Ja. Der erste Stamm der Mitglieder waren abgespaltene Mitglieder der KKE, der Kommunistischen Partei Griechenlands, die vor der Wende nicht dem prosowietischen Kurs der KKE folgten und einen pro-europäischen schlugen. Dann kamen die Grünen dazu und allmählich weitere Linke, weitere ehemalige KKE, weitere Grüne, pro Asyl-Leute, Menschenrechtler, Immigranten, Gewerkschafter, Feministinnen, LGBT-Rechtler, Alternative im weiteren Sinne. Als letzte kamen in den Krisenjahren eine Menge ehemalige Pasok-Mitglieder, also Sozialdemokraten. Zum ersten Mal sah man in einer Wahlsiegerversammlung in Griechenland die Regenbogenfahne. Das ist ein Signal gegen den Faschismus und die Neonazis, das wahrgenommen wird. Ein erster Lichtblick.
6. Also eigentlich sollten sich auch die Grünen hier über den Wahlsieg freuen und nicht nur die Linke, oder?
  • Ja, so ist es. Und viele andere auch.
7. Und was soll jetzt diese Koalition „im Eiltempo“ mit den Rechtspopulisten? Ist das nicht eine „befremdliche Koalition“?
  • Die An.El. „Unabhängige Griechen“ sind ehemalige Nea Dimokratia Leute, die den Sparkurs, im Griechischen wird eher von Ausverkauf geredet, nicht folgen wollten. Sie sind allerdings höchstens genauso rechtspopulistisch wie die ehemalige Regierungspartei – deren Chef Samaras neulich im Wahlkampf sagte, Syriza könne doch nicht ernsthaft nach Charlie Hebdo behaupten, Migranten willkommen zu heißen – nur dass sie dezidiert der korrupten, unpopulären Regierung nicht folgen wollten. Dies haben sie sehr früh getan, es sind also keine Opportunisten. Im Eiltempo, wie wieder tendenziös von der Tagesschau/Heute berichtet wurde, wurde diese Koalition nicht geschmiedet. Wie in dem Beitrag der Tagesschau/Heute schon ein griechischer Bürger äußerte, war bereits im Wahlkampf klar und für jeden unüberhörbar geäußert worden, dass die Anel bereit waren, mit der Syriza zu koalieren und unter welchen Bedingungen. Ebenfalls unüberhörbar war, dass von den anderen Parteien, die ins Parlament eingezogen sind, keine andere Partei bereit war, mit Syriza zu koalieren. KEINE. Ja, ich weiß, hier wurde berichtet, dass To Potami, in Frage käme. Pustekuchen! To Potami flüsterte (so richtig gehört hatte es keiner, aber es wurde so berichtet) nach der Wahl sie wären vielleicht bereit zu koalieren, wenn Syriza die Wirtschaftspolitik der Vorgängerregierung fortsetzen würde, aber dann vielleicht doch nicht. Syriza hatte also nicht die Wahl, wie manche schreiben oder sagen, einen Koalitionspartner zu suchen und hat ausgerechnet die Anel gewählt. Es gab keine andere Wahl. Aber dennoch, ein schlechter Koalitionspartner sind die Anel nicht. Es ist also keine „befremdliche Koalition“ wie der Präsident des EU-Parlaments, ebenfalls entweder ignorant oder als schlechter Verlierer sagte, beides spricht nicht für ihn, die EU-Organe oder für die SPD. Ferner gab es keine geheimen Verhandlungen, wie die deutschen Medien berichteten, um diese Koalition zu diskreditieren, sogar direkt nachdem sie jenes Interview mit jenem griechischen Bürger zeigten, der das Gegenteil bestätigte. Eine beschämende Kommentierung seitens der deutschen Nachrichtensprecherin. (Übrigens ich hielte es für einen schlechten Witz als bei der Tagesschau am Wahlabend als erstes eine wahrscheinlich betrunkene, jedenfalls völlig erheiterte, blondierte Griechin, mit Cola-Light-Mischgetränk den Wahlsieg als erste von zwei Bürgern kommentieren sollte.) Die einzigen Bedingungen für eine Regierungsbeteiligung der Anel liegen hauptsächlich im Bereich der Verteidigungspolitik und sind nicht der Hauptschauplatz der Syriza-Anliegen. Darüber hinaus unterstützen die Anel voll und ganz das Hauptanliegen der Syriza nach einer Beendigung des Kaputtsparens und des Ausverkaufs bzw. ist es ihr Gründungsanliegen. Dafür wurde Syriza hauptsächlich gewählt und daher ist diese Koalition die beste, um viel in dem Bereich zu erreichen. Also das „Eiltempo“ war nur möglich, weil es bereits vorbereitet war, und das ist sicher kein Manko, sondern löblich. Es ist richtig gut, dass die Regierung sich gleich an die Arbeit macht, es gibt keine Zeit zu verlieren. Ein Lichtblick. Vielleicht aber ist es eher ein Zeichen von Schlechten Verlierern, wenn man enttäuscht ist, dass der Sieger gleich zur Sache geht und nicht Zeit durch noch ein paar Propaganda-Berichten und Worten von den Europäischen Konservativen gewonnen werden kann. Tsipras und seine Schnelligkeit hat sie überrascht und ihnen missfallen. Samaras selbst war nicht überrascht, er hat das Premierministerbüro komplett geräumt übergeben; er hat noch nicht einmal einen Bleistift sozusagen am Montag Nachmittag drin gelassen. Der Tresor war geöffnet und leer. Er hat auch nicht wie das Protokoll und die Höflichkeit gebührt, eine formelle Übergabe gemacht, er war am Montag einfach nicht mehr da. Ein eindeutig schlechter Verlierer.
8. Aber was ist mit allen anderen Anliegen von Syriza und Anel, „gab es denn überhaupt Koalitionsverhandlungen“?
  • Diese Frage seitens der Tagesschau/Heute soll suggerieren, dass bei den Griechen unseriös zugeht. Ich habe bereits bei der vorigen Frage dazu teils geantwortet. Noch ein paar Hintergründe dazu: Wie bereits über das griechische Wahlsystem erfahren, unterstützt das System Ein-Partei-Regierungen, Koalitionsregierungen sind eigentlich nicht vorgesehen und im Regelfall auch nicht gewollt. Es gab daher nur in absoluten Notsituationen Koalitionsregierungen und sie alle einte eins: Gefahr im Verzug. Ich hoffe, es ist allen klar, dass z.B. mehrere vorgezogene Wahlen, eine Spaltung der Gesellschaft, extreme Spannungen und wütende und mordende Nazis täglich auf den Straßen, eine äußerste Notsituation sind. Es ist begrüßenswert und auch den beiden Parteien hoch anzurechnen, dass sie bei diesen erneuten vorgezogenen Wahlen, schnell und klar sich bereits im Wahlkampf geeinigt haben, dass sie, wenn nötig, koalieren würden und der abgewählten und bis zu den Knochen korrupten Regierung nicht durch eine neue Koalition zum Weitermachen verhelfen. Denn das wäre die Alternative. Ein dritter Lichtblick.
9. Was hältst du von der Syriza-Regierung? Die Linken haben so viel im Wahlkampf versprochen, es kann nicht sein, dass die Griechen wirklich glauben, dass Syriza ihnen hilft. Die EU hat bereits gesagt, dass mit ihnen keinen Schuldenschnitt zu machen ist.
  • Manche werden sicher glauben, dass mit Tsipras der Messias kommt. Die Meisten jedoch hoffen, dass es jetzt etwas besser wird, dass der Untergang etwas angehalten wird. Die meisten sind pragmatisch und freuen sich auf kleine jedoch aufgrund des bisherigen Sumpfs bedeutende Lichtblicke. Die Stimmung im Land war mittlerweile katastrophal, überall Verelendung und Depression. Auch wenn es manchen nicht schlechter durch die Krise ging, war die Stimmung so erdrückend, dass auch sie depressive Verstimmungen zeigten. Diese Stimmung war auch ein Resultat der Ohnmacht und Angst, die die Menschen fühlten, dass sie nichts, auch nicht mit ihrer Stimme, mehr selbst bestimmen würden. Die Propaganda aus dem Ausland und Inland war erdrückend und weckte paranoide Ängste z.B. vor einer Diktatur. Der Wahlsieg von Syriza beendet diese katastrophale Rhetorik, die die Menschen demoralisierte, deprimierte und verängstigte.
    Der erste Tag nach dem Syriza-Wahlsieg war voller Lichtblicke, Signale gegen die Neonazis und für ein aufgeklärtes Griechenland, Signale, die tatsächlich etwas Hoffnung spenden: Tsipras leistete als allererster Premierminister seinen Eid nicht auf die Bibel. Nein, Syriza wird in diesen vier Jahren nicht die Trennung von Staat und Kirche vollziehen können, aber das Signal ist ein wichtiges, in einem Land, in dem niemand die Kirche kritisieren darf, die steuerfrei schaltet und waltet, deren mancher Bischöfe Faschisten und Nationalisten befeuert und Teile deren Klerus´ Hassbotschaften aussendet. In diesem Land unter der Regierung der Schwesterpartei der CDU, Nea Dimokratia, ist ein harmloser Satiriker im facebook, namens Alter Pastitsios in Anlehung auf den neuesten selig gesprochenen Mönch, den Alten Paisios, zu mehrere Monate Haft für seine Satire verurteilt worden.
    Tsipras legte als allererstes einen Blumenstrauß an das Denkmal für die von den Nazis erschossenen Kommunisten. Die griechischen Kommunisten waren diejenigen, die das Land gegen die Allianzmächte und die Achse zu 80 Prozent befreiten, allerdings gezwungen wurden zu kapitulieren, damit England eine Regierung von Kollaborateuren und Monarchisten einsetzen konnte. In der Geschichtsschreibung jener Regierung und der nachfolgenden Regierungen wurde die Leistung der Kommunisten nicht erwähnt oder geleugnet, der Faschismus, der anschließende Bürgerkrieg und auch alle andere Folgen sind bis heute trotz ihrer evidenten Auswirkungen auf die Gesellschaft nicht aufgearbeitet. Tsipras' Geste ist ein klares Signal gegen die Neonazis, die während der Krise aus diesem nicht historischen Bewusstsein Kapital schlugen.
    Tsipras sprach auch als erster Wahlsieger davon, dass der Sieg auch für die Auslandsgriechen insbesondere die jungen AkademikerInnen zu verstehen ist. Die Griechen im Ausland haben aus vielfältigen Gründen Griechenland den Rücken gekehrt, die meisten jedoch, weil es dort aus ökonomischen oder politischen Gründen unerträglich war. Das ist auch ein Signal an die Migranten, die so wie ich, seit Ewigkeiten von den „daheim“ gebliebenen angefeindet werden, nicht ihr Wahlrecht in oder nah an ihrem Wohnsitz ausüben dürfen und auch ein Signal an die Bürger in Griechenland, dass sie nicht nur mit ihrer Stimme für sich selbst sprechen, sondern auch für alle, die es nicht können oder durch Abstinenz ihrem Unmut oder Verzweiflung Ausdruck verleihen möchten. Und es ist auch wieder ein Signal gegen die, die argumentieren, dass wer das Land verlässt, sein Wahlrecht als nicht-Patriot verwirkt. Noch ein Lichtblick.
    Selbstverständlich ist ein einziger, erster Tag nicht ausschlaggebend für die nächsten vier Jahre, und Symbolpolitik reicht nicht aus, aber es ist der erste Tag seit langer Zeit, an dem die meisten Griechen, sich nicht für ihre Regierung schämen müssen.
10. Eine letzte Frage: Du sagst, dass der Syriza-Sieg ein wichtiges Signal gegen die Faschisten und Neonazis ist. Letztere sind jedoch drittstärkste Kraft im Parlament geworden.
  • Ja, aber mit weniger Stimmen als bei der letzten Wahl. Nur in zwei Wahlbezirken in Kavala und Rodopi in Nordgriechenland konnten sie mehr Wähler als bei den letzten Wahlen überzeugen. Jede verlorene Stimme der Neonazis, weckt die Hoffnung, dass auch deren Hirne noch für die Demokratie, Toleranz und die Menschlichkeit eventuell wieder zu gewinnen sind. Und dass ganz nach dem Wahlmotto von Syriza noch Hoffnung für Griechenland besteht.

29.10.2010

Deutsch-griechische Beziehungen

Gestern zum 60. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs für Griechenland habe ich einen sehr interessanten Vortrag an der Uni Hamburg zu den deutsch-griechischen Beziehungen von Prof. Dr. Hagen Fleischer gehört. Dabei ging es um die deutsche Besatzung während des zweiten Weltkrieges und um die Folgen für das kollektive Gedächtnis und die deutsch-griechische Diplomatie, die gern das Themenkomplex 'Schuld und Reparation' ausgeklammert hat. Auch über die Kollaborateure und deren Nachfolger und dem noch nicht zurückgezahlten Kredit der Deutschen an die Griechen wurde geredet. Insgesamt einer der besten Vorträge, die ich seit langem gehört habe: sehr fundiert, sehr interessant, sehr kurzweilig, sehr lehrreich.

Ich empfehle zum Einstieg in die Thematik ein Interview, das ich bei Deutschlandradio gerade gelesen habe, als auch seinen neusten Artikel im Buch "Hellas verstehen" vom Böhlau Verlag. Bestellt es für eure Bibliothek.

Bild Hamburg 2008, Εικόνα Αμβούργο 2008

08.11.2009

Μην το ρωτάς τον ουρανό! - Frag nicht den Himmel danach!

Ένα από τα αγαπημένα μου τραγούδια με την Τζένη Καρέζη στην αντιστασιακή ταινία «Το νησί των γενναίων» (1959) του Ντίμη Δαδήρα. Η μουσική είναι του Μάνου Χατζιδάκι.

Eins meiner liebsten Lieder aus dem Jahre 1959. Es singt Jenny Karesi im Film "To nissi ton jeneon [Die Insel der Tapferen]", einen Widerstandsfilm, der auf der Insel Kreta spielt. Die Musik ist von Manos Chadsidakis.

01.08.2009

Brief aus Athen



Brief aus Athen-Kolonos, 28. Juli 2009, Erster Tag


Kiez

Das Zentrum ist gefährlich geworden, meinen die UreinwohnerInnen. Armut, Einwanderung, Umsiedlung machen das Leben der AthenerInnen sehr schwer. Das griechische Dauermeckern, die Angst- und Panikmache der Medien und des Kaffeeklatsch´ reicht bis in alle Bereiche: die unterirdische Tourismuswerbung, die Neue Grippe, die stets angreifende Türkei, die nagelneue Banden- und Drogenkriminalität, das Griechenland, das sich verändert, und die Schere von Arm und Reich zum ersten Mal so deutlich verspürt. Nach 30 Jahren von vermehrendem Wohlstand gibt es neuerdings verarmte Teilbeschäftigte, Selbstständige und KleinunternehmerInnen in Athen. Die Stadt scheint aus allen Nähten zu platzen. Eine Landflucht (“back to the roots” sozusagen) ist jedoch nicht zu erkennen, obwohl die StädterInnen dritter Generation neuerdings an die Dörfer ihrer Vorfahren Interesse zeigen. Zu lange ist die “Provinz” vernachlässigt worden. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in den zwei großen griechischen Städten, Athen und Thessaloniki und meint oder kann tatsächlich nicht mehr auf dem Land überleben. Was sollen sie da arbeiten, fragen sie. Und was die EinwandererInnen hier überhaupt daran finden und in Strömen in den letzten Jahren kommen: keine Ahnung. Es muss ihnen noch dreckiger zu Hause gehen, dass ihnen die Illegalität, die Schwarzarbeit und der unsichere Aufenthaltsstatus als kleineres Übel erscheint. Der Kontrast zwischen der verzweifelten Emsigkeit der griechischen Hauptstadt und der provinziellen Ruhe Leipzigs ist groß.


Radio

Endlich mal ein wenig ordentliche Musik in nicht Dauerschleife hören. Es erholt die Ohren schon sehr, nicht auf einen Sender angewiesen zu sein, der sein Programm nie ändert, wie die meisten deutschen Musiksendern a la "Oldies und das beste von heute". Ich höre gerade das Zweite Programm und damit alles von der griechischen Filmjazzmusik bis zu melodischen und tanzbaren griechischen traditionellen, Latin-, Jazz- und Ethnic- griechisch- und spanischsprachigen Rhythmen. Spanisch ist schwer in Mode.


29. Juli 2009, Zweiter Tag


Musik

Ach, war das schön gestern Nacht! Jorgos Palamiotis (Bass), Demian (Schlagzeug) und Ramón (Keyboard) jammten in Liosporos, Miaouli 24, in Athen-Psirri. Die Jazz- und Latinmusiker aus Griechenland und Kuba haben lässig Michael Jacksons absoluten Hit “Billy Jean” hervorragend in eine East-Mediterranean-Jazz-Version verwandelt und große Begeisterung hervorgerufen. Echt Klasse, Leute!


30. Juli 2009, Dritter Tag


Liosporos

Die Musik ist das schönste in der Miaouli 24. Interessant sind auch die Gäste. Jake aus Detroit auf Geschäftsreise, irgendwas mit Flugzeugen, Thodoras X, Gitarrist aus London, ursprünglich aus Jannina in Urlaub und Y aus Athen, ursprünglich aus Großbritannien, Bassist und Dozent an der Uni Piräus. Bei Blues-Klängen ist es spät geworden.


Bild Athen-Metaxurjio 03/08, Εικόνα Αθήνα-Μεταξουργείο 03/08

09.06.2009

Θα γινόταν μακελειό - Es gäbe ein Blutbad

Πριν από δυο χρόνια περίπου είχα δει μια συνέντευξη στην τηλεόραση του Σκάι του Στυλιανού Παττακού και ομολογώ ότι είχα ανατριχιάσει. Ένα απόσπασμα το οποίο με είχε σοκάρει ιδιαίτερα είναι αυτό που σας παραθέτω εδώ παρακάτω. Εδώ μπορείτε να διαβάσετε τι είχα γράψει στα γερμανικά όπως και τη μετάφραση του αποσπάσματος.

Weiter unten seht ihr im Original den übersetzten und erschaudernden Teil des Interviews mit dem Militärjunta-General, Stylianos Pattakos. Der Beitrag auf Deutsch findet sich hier.




26.05.2009

Jetzt

Bis zum nächsten Mal gibt es ein Lied von Jenny Wanu aus dem griechischen Film "Mädels zum Küssen" von 1964. Es heißt "Jetzt". Viel Spaß.


19.02.2009

Μίζερη απάθεια, Zu den Jugendlichenprotesten in Athen

Μόλις διάβασα μια καταχώρηση σε ένα μπλογκ για το ελληνικό Πανεπιστήμιο και τη διανόηση. Καθόλου κακό, κοιτάξτε το εδώ. Λέγεται «Η χαμένη ταυτότητα του Πανεπιστημίου-ερμηνείες».

Η γνώμη μου:

Στην Ελλάδα οι διαννοούμενοι απέχουν από τα κοινά, από την έκφραση γνώμης και πάνω από όλα από την ανάληψη ευθυνών. Η έκρηξη του Δεκεμβρίου ήταν όπως όλες οι κινητοποιήσεις τα τελευταία χρόνια χωρίς πραγματικό περιεχόμενο. Το περιεχόμενο το δίνει ο διανοούμενος, ο πολίτης, ο ενηλίκας, αυτός που αναλαμβάνει ευθύνη και όχι «σχολιαρόπαιδα» στο δρόμο.

Δυστυχώς δε βλέπω να υπάρχει κάποια σύντομη έξοδος από τη μίζερη απάθεια του Έλληνα διανοούμενου. Μακάρι να κάνω λάθος και να αλλάξουν τα πράγματα γρήγορα.

Το Γενάρη είχα εκφέρει παρόμοια σε μια ηλεκτρονική συζήτηση στο σύλλογό μου:
Aus einer Mail von mir zu den Jugendlichenprotesten in Griechenland:
 
Date: Wed, 7 Jan 2009
Ich bin der Meinung, dass es durchaus unsere Pflicht ist, uns
mit den Protesten zu beschäftigen und die Hintergründe zu erläutern.

Leider habe ich gerade absolut keine Zeit euch meine Gedanken ordentlich aufzuschreiben, aber ich warne davor linke oder
bildungspolitische Inhalte darin zu sehen, wo keine sind.
Dadurch kann man leider nichts bewirken, und das wäre bitter nötig. In den Protesten in Griechenland sind keine linke
Inhalte vorhanden, noch findet man irgendetwas Revolutionäres darin. Eine Festanstellung am besten im Öffentlichen Dienst
ist das was die Jugendlichen möchten, genau das,was ihre Eltern für sie wollen und auch selbst teilweise erreicht haben.
Hier geht es nicht um eine bessere Bildung oder einen offenen Hochschulzugang, (dafür werden nicht die teueren privaten
Nachhilfeschulen/Abiturrepetitorien bestreikt- übrigens kein einziger Mensch hat bis jetzt in Griechenland mal die Idee
aufgeworfen, oder ist einfach nicht zum Repetitorium gegangen oder hat nicht mal gesagt etwas wie, "Paß mal auf Papa, ich
haue ab und mache mein Ding": nur die öffentliche Schule(private Schulen sehr begrenzt) wird bestreikt), hier geht es
um eine Erhaltung (sicher keine Verschlechterung, aber auch KEINE Verbesserung) des Status quo. KeinE einzigeR SchülerIn
oder StudentIn fordert (zumindest so, dass es überhaupt jemand wahrnehmen würde) in Griechenland einen offenen Hochschulzugang,
diese Forderung gab es NOCH NIE in irgendeinem Transparent oder Artikel seitdem ich mich erinnern kann (nur die Linke
Koalition - Synaspismos fordert dies in ihrem Programm, aber es bleibt dabei, die Forderung wird nicht wahr- oder ernst-
genommen), und ich kann mich gut erinnern, ich stamme der ersten SchulbestreikerInnengeneration (1990). Noch konserva-
tiver (vielleicht auch ein Synonym für unpolitisch) könnte dieser Protest nicht sein und daher meiner Meinung nach umso
trauriger.

Ich merke schon, dass ich leider zu verkürzt die Sachen aufschreibe, aber es geht leider wirklich gerade nicht anders.

Nichts desto trotz finde ich gerade wegen dieser Inhaltsleere, umso wichtiger sich als demokratischer Verband damit zu be-
schäftigen, wie auch, dass sich die Linke ihre Verantwortung übernimmt und den Leuten Inhalte gibt. In Griechenland ist das
genau das Problem: verantwortungslose PolitikerInnen und eine verkrochene oder inexistente Intelligentia, die der Lage nicht
gewachsen sind, oder einfach nicht den Mut haben, Position zu beziehen und den Menschen wieder Inhalte zu geben. Nur dann
könnte daraus eine Bewegung werden, die in der Gesellschaft etwas verbessert.

So wie Griechenland im Moment ist (und sich seit 1O Jahren entwickelt), wird sich NICHTS zum Guten ändern, die Menschen
werden verzweifelter und die Politik wird sich konservativer gestalten.

Also, meine Meinung ist: NEIN, es ist keine große Bildungsbewegung in Europa zu sehen, es ist nur ein nicht kanalisierte,
inhaltsleere, an alle (außer den wirklich Schuldigen=Eltern, aber lassen wir mal die Schuldzuweisungen bei Seite, sie sind
auch soweit nicht wichtig) gerichtete, aktionistische, opportunistische, status-quo erhaltende Mobilisierung vorhanden, die
teilweise (aus vielen Gründen) sich (in Griechenland) radikalisiert hat.

Aber meiner Meinung nach: MUSS sie in eine Bewegung umgestaltet werden, die die Menschen wieder moralisiert.

Daher fände ich eine verantwortungsvoll vorbereitete Platzierung des Themas für mehr als angebracht und hoffe, dass es
daraus evtl. etwas multipliziert werden kann, was die Menschen auf der Straße weiter bringt und nicht nur kurzfristig.

Bild Athen, Konstitutionsplatz - Εικόνα Αθήνα, Πλατεία Συντάγματος

02.02.2009

Zick-zack zwischen den Pomeranzen

Ich erhole mich immer noch ein wenig von den letzten stressigen Wochen und habe heute die rechte Spalte meines Blogs etwas aktualisiert. Die dramatischte Änderung ist das Hochschießen eines Eintrags zum Buch Bittere Orangen von Ersi Sotiropulu. In den letzten Monaten haben 294 LeserInnen auf meinen letztjährigen Eintrag geklickt (hier klicken), der über das Gerichtsurteil zum Zurückziehen des prämierten Buchs aus den griechischen Schulbibliotheken berichtete und mittlerweile nach der zweiten Instanz (Berufung) wieder in den Schulbibliotheken zu finden ist.

Ich habe die deutsche Übersetzung nicht gelesen, allerdings kann ich auch nicht dazu empfehlen, es zu tun. Wenn sich schon im Titelblatt so viele Fehler anhäufen, wie wird es dann im Fließtext aussehen?

Der Titel Bittere Orangen ist falsch. Richtig wäre Bitterorangen oder Pomeranzen, wenn überhaupt, es handelt sich nämlich um eine andere Frucht und doch nicht um Orangen, die bitter sind. An sich ist es unklar, warum nicht der Titel etwas mehr dem Griechischen ähnelt, nämlich Zick-zack zwischen den Pomeranzenbäumen (Ζιγκ-ζαγκ στις νερατζιές). Das Zick-zack ist das, was das Buch charakterisiert, nämlich einen polyphonischen Roman, der die Irrgärten der menschlichen Seele im Alltag beschreibt. Die Pomeranzenbäume geben einfach die Szenerie wieder, sie sind ein urbaner Zierbaum, der insbesondere in der griechischen Hauptstadt anzutreffen ist.

Unklar ist es auch, warum der Name der Schriftstellerin in Sotiropoulos, also Maskulinum, geändert wurde. Die Praxis Feminina in Maskulina zu ändern ist nicht üblich. Nur (im Ausland) anverheiratete oder in Deutschland geborene Griechinnen und Deutsche bekommen den Namen des Vaters bzw. Ehemanns unverändert. Diese Behördernpraxis scheint in Deutschland jedoch auch aus der Mode zu geraten. Die hessische SPD-Politikerin, Andrea Ypsilanti, hat ein femininen Nachnamen, sie heißt nicht Ypsilantis, wie ihr Ex-Ehemann.* Das würde bedeuten, dass es nicht nur idiotisch ist, den Namen einer Schriftstellerin zu verfälschen, sondern dass damit auch die Information gegeben wird, Frau Sotiropulu sei keine Griechin, oder sie habe höchstens einen griechischen Mann oder wenn sie überhaupt eine Griechin sein soll, dann ist sie in Deutschland geboren (gemeldet usw.). Doris Wille, die Übersetzerin aus Kefalonia, scheint sich nicht drum zu interessieren, dass sie mit dem neuen Namen eine neue Schriftstellerin erschaffen hat.

Bild amazon.de


*Bei Russinen scheint die Tatsache, dass Frauen anders als Männer heißen nicht so große Schwierigkeiten zu bereiten. Sie heißen seit eh und je Karenina (nicht Karenin), Popov/wa (nicht Popov/w), Gorbatschowa (nicht Gorbatschow). Warum denn also dieser Sonderweg der Griechinnen? Ist er massiver Immigration und Mischehen geschuldet? Schierem Unwissen? Ich weiß es nicht.

09.12.2008

Ich bin hier...

...und gucke tatenlos zu, während in meinem Land die Hölle los ist. Ich habe Angst um meine Mutter, die im Zentrum Athens ihre Existenz aufgebaut hat, und meine Cousine, die ebenfalls im Zentrum Athens zur Schule geht. Heute und gestern ist sie nicht zur Schule gegangen. In ihre staatliche Schule geht auch der Bruder des Jungen, der durch eine Polizeikugel umkam, was der Auslöser für die dramatische, unkontrollierbare Lage im ganzen Land ist.

Die aufgestaute Wut und Verzweiflung der letzten Jahre entlädt sich in einer sehr gefährlichen Art und Weise. Es werden nicht nur Straßenschlachten mit der Polizei ausgefochten oder öffentliche Gebäude beschädigt, sondern die Wut entlädt sich gegen alle und jeden. Auch PassantInnen sind gefährdet, Geschäfte werden geplündert, auch in kleinere Gastronomiebetriebe in Psirri, wo meine Mutter arbeitet, wird eingebrochen. Das totale Chaos. Angst, Wut, Verzweiflung, Straßenschlachten, Plünderungen, Lahmlegung des gesamten öffentlichen Lebens, wo soll das alles hinführen?

Es wird erwartet, dass ein Rücktritt des Ministerpräsidenten und die Einleitung von vorgezogenen Wahlen die Gemüter wieder besänftigen wird. Darüberhinaus wird darüber beraten, die Armee einzuschalten, denn die Lage ist nicht mehr mit zivilen Maßnahmen kontrollierbar.

Gerade wird die Panepistimioustraße verwüstet, dort befinden sich die Akademie, Universität, Nationalbibliothek, Augenklinik und mehrere Zentralen von Geldinstituten.

Eins ist klar: der Tot des 15jährigen Schülers ist nur der Auslöser. Eine solche Eskalation kann nur stattfinden, wenn die Menschen länger schwere Eingriffe in ihren Rechten und Einbuße der Lebensqualität hinnehmen müssen. Eine ganze Generation lebt gerade ohne Zukunft.

Dank an We für die Korrektur.

Bild Athen, Parlamentsgebäude, Imágen Atenas, Parlamento, Εικόνα Αθήνα, Κοινοβούλιο

16.11.2008

Medienrezeption: Waldbrände in Griechenland

In den vorigen Beiträgen war zu lesen, dass ich die Diplomteil-prüfung vom letzten Jahr (Übersetzen Griechisch-Deutsch - Zeit: 2 Stunden) ausgewertet habe. Der Vollständigkeit halber, und damit ich einen Text weniger in meiner Ablage habe, bekommt ihr hier die ganze Übersetzung. Es handelt sich um einen Auszug aus einem Artikel von Kosmas Vidos in ViMagazino vom September 2007. Leider habe ich nicht das Original online gefunden, um es hier zu verlinken. (Wenn euch etwas auffällt, wäre ich um einen Kommentar, wie immer, dankbar. Die Anführungszeichen und Gedankenstriche sind leider bei Blogger nicht richtig eingestellt, also bleiben sie auch in diesem Beitrag falsch).

Kosmas Vidos:

Diese Tage erlaube ich mir eigentlich nur(,) über die verheerenden Waldbrände zu schreiben. Wenn ich es nicht tun würde, würde dieser Artikel wirklichkeitsfern wirken. Er würde in die gleiche Kategorie wie die Nachrichtensendungen des griechischen Fernsehsenders Star fallen, der lieber über die Hochzeit eines brasilianischen Supermodels berichtet, während ganz Griechenland in Flammen steht. Warum muss sie denn ausgerechnet jetzt heiraten, wenn die Frauen in den abgebrannten Dörfern doch kein Kleid mehr für die Hochzeit haben? Einige haben indessen für die Verschiebung der Parlamentswahl plädiert. Kein Politiker hat jedoch die Verschiebung der Hochzeit der brasilianischen Schönheit gefordert. Noch ein Beweis, dass der Staat nichts tut! Und was war das, was wir noch vermissen? - Der heilige Hain von Olympia. Klar, wenn wir ein geschärftes Umweltbewusstsein gehabt hätten, wenn wir also begriffen hätten, dass alle Wälder Griechenlands heilig sind, wäre Olympias heiliger Hain, wie auch alle anderen Wälder, unversehrt geblieben. Wir haben jedoch bedauerlicherweise unsere Wälder vernachlässigt. Wir haben ihnen nicht genügend Beachtung geschenkt. Es gleicht jetzt einer absoluten Unverschämtheit(,) klagend und schimpfend in den Medien aufzutreten, nachdem wir die Natur über Jahre so geschändet haben. Wir allein haben dieses Unheil verursacht. Wir sind diejenigen, die in der Missgunst der Stunde dem Feuer erlaubten(,) sich zu entfachen, stärker zu werden und alles zu verwüsten. Wir haben jahrelang durch unser Tun auf diese Katastrophe hingearbeitet. Und wir haben es geschafft.

Das ist damit gemeint, wenn die Leute sagen, wir, Griechen, könnten vereint Wunder vollbringen. Gemeinsam und eigenhändig haben wir unsere Natur zerstört. Wir haben die Wälder zu Müllhalden umfunktioniert und sie illegal bebaut. Einige meiner Bekannten baten, nachdem ihr Haus abgebrannt war, ihre Nachbarn nachdrücklich aus Angst vor neuen Bränden, ihre Grundstücke vor Trockenlaub zu befreien. "Was kümmert dich mein Trockenlaub?", hatte ein typisch schroffer griechischer Nachbar prompt erwidert. "Ich kann auf meinem Grundstück tun und lassen, was ich will! Das ist mein Trockenlaub und ich kann es sogar verbrennen, wenn ich Lust dazu habe", meinte er. Letzteres wurde jedoch nicht mehr nötig, da haben andere vor ihm dafür gesorgt. Sie haben sowohl sein Trockenlaub(,) wie auch, wie der Zufall es so will, sein Haus angezündet.

Unglücklicherweise kennt das Feuer keine Unterschiede und so sind samt dem Hause unseres stolzen Neugriechen auch mehr als 300 arme Tiere eingeäschert worden.

Bild verbrannte Erde in Papagu, Attika 03/08, Εικόνα Καμμένα στου Παπάγου, Αττική 03/08

02.10.2008

Vampire gegen Herakles (1961)

Neulich habe ich einen sehenswerten Film namens Vampire gegen Herakles geschaut. Der Filmtitel auf Deutsch ist wie oft irreführend, auf Italienisch heißt er nämlich Ercole al centro della terra, also Herkules in den Mittelpunkt der Erde. Hier mein Kommentar über diesen sechziger-Jahre-Cinecitta Film:

Ercole al centro della terra (Vampire gegen Herakles) (1961)

Mario Bavas sechziger-Jahre Film erzählt die Geschichte Herkules' und seines Gefährten Prinzen Theseus, die nach mehreren Strapazen, also den sogenannten »Arbeiten«, wie das Pflücken der goldenen Äpfel der Hesperiden und Heldentaten und das Besiegen des »Streckers« Prokrustes und des Straßenräubers Sinis, in die Unterwelt fahren, um den Bann, der an Deianeira festhaftet, zu lösen und somit der Vermählung Herkules' mit ihr stattfinden zu lassen.

Mythologisch gesehen, mag der Film den KennerInnen nicht viel bieten können, denn da wird Einiges zusammen geworfen, was nicht zusammengehört, dies ist jedoch eh nicht die Stärke solchartiger Filme.

Der Film lebt von den beeindruckenden farblichen Szenerien der Cinecitta, die theatralisch ordentlich vorbereitet sind und dem Film eine archaische Note verleihen. Die Beleuchtung der »Bühne«, die Lichtspiele und Spezialeffekte sind handwerklich fortschrittlich und entfalten eine epische Wirkung, die uns gepaart mit der passablen Schauspielerei unsers Muskelprotzes (Reg Park) erfreuen.

Vorsicht: Mit Vampiren hat der Film also nichts zu tun! Beschwert euch bei den deutschen TitelgeberInnen!


19.06.2008

Griechisches Kino in Leipzig

Die Deutsch-Griechische Gesellschaft Leipzig lädt ein:

am 1. Juli (im Städtischen Kaufhaus, Universitätsstraße, 19.00 Uhr):

„Z“ nach dem Roman von Wassilis Wassilikos.

Der 1969 entstandene Spielfilm behandelt ein Ereignis der neueren griechischen Geschichte: die Ermordung des linken Abgeordneten Lambrakis 1963 (Regie: Kostas Gavras, Musik: Mikis Theodorakis).

25.05.2008

Πρωί πρωί στο Κοσσυφοπέδιο- Früh am Morgen im Kosovo

Ακόμα δεν έχει αρχίσει καλά καλά η μέρα και για μένα η πρώτη ανάγνωση έχει τελειώσει. Διάβασα στο περιοδικό Βυζαντινών και Νεοελληνικών Σπουδών ERYTHEIA, αριθμός 27-2006, ένα άρθρο του Θ. Μαλκίδη με τίτλο Η Ελλάδα μπροστά στις νέες αλλαγές στη Χερσόνησο του Αίμου, Η περίπτωση του Κοσσυφοπεδίου. (Διαβάστε την περίληψη εδώ) Πρόκειται για ένα περιληπτικό άρθρο για τις εξελίξεις τη δεκαετία του ενενήντα και μέχρι το 2006. Το τελευταίο μέρος του άρθρου ενημερώνει για την επίσημη πολιτική της Ελλάδας στην περιοχή και τα διάφορα αναπτυξιακά σχέδιά της. Από ενημερωτική άποψη το άρθρο είναι αρκετά πυκνό και ανοίγει την όρεξη για περαιτέρω μελέτη του θέματος, αν και η υποστήριξη της ελληνικής εξωτερικής πολιτικής από το συγγραφέα δε γίνεται βάσει επιχειρημάτων και γι αυτό θα μπορούσε κατά τη γνώμη μου να λείπει.

Κατά τ` άλλα το τεύχος περιέχει ένα ιδιαίτερο ενδιαφέρον και διασκεδαστικό άρθρο για τις παλαιότερες μεταφράσεις του Δον Κιχώτη στα ελληνικά της Ο. Ομάτος Σάενθ με τίτλο «Οι τύχες του Δον Κισσότη» en un nuevo manuscrito del siglo XIX [«Οι τύχες του Δον Κισσότη» σε ένα νέο χειρόγραφο του 19ου αιώνα](Κάντε κλικ στο υπογραμμισμένο μέρος) που σας προτείνω για Κυριακές στην παραλία.
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Guten Morgen!

Meine erste Lektüre für heute ist beendet. Ich habe einen Überblicksartikel in der Zeitschrift für Byzantinische und Neugriechische Studien, ERYTHEIA, über Kosovo gelesen. Es handelt sich um einen Artikel im Heft 27-2006 von Th. Malkidis mit dem Titel Η Ελλάδα μπροστά στις νέες αλλαγές στη Χερσόνησο του Αίμου, Η περίπτωση του Κοσσυφοπεδίου [Griechenland vor den neuen Entwicklungen in der Balkanhalbinsel, Der Fall von Kosovo] (Hier könnt ihr das Abstract lesen). Der Artikel ist zwar informativ, verpasst jedoch die Chance ordentlich zu argumentieren, als es dem Autor darum geht, die griechische Aussenpolitik im Balkan zu verteidigen. Wenn man jedoch davon absieht, kann man sehr kurz und bündig die Entwicklungen im Kosovo von 1990 bis 2006 erfahren und zur weiteren Recherche angeregt werden.

Im selben Heft könnt ihr einen recht interessanten und amüsanten Artikel von O. Omatos Sáenz lesen mit dem Titel «Οι τύχες του Δον Κισσότη» en un nuevo manuscrito del siglo XIX [»Das Schicksal von Don Quijote« in einem neuen Manuskript aus dem 19. Jh.], der sich mit den Übersetzungen des 19. Jh. von Don Quijote von der Mancha ins Griechische beschäftigt. (Klickt hier um den Artikel zu lesen).

Εικόνα Καστράκι Νάξος, Bild Kastraki Naxos, Imágen Castraki Naxos

16.04.2008

60 Jahre danach- 60 χρόνια μετά

Αnläßlich des "60. Jahrestages der Ankunft der GriechInnen in den Volksdemokratien" am Freitag, dem 27. Juni 2008, wird ein Konzert mit Giorgos Dalaras in Ostrava (Tchechien) stattfinden.
Die Karten kosten 500,00 CZK (umgerechnet ca. 20,00 EUR).
Ich habe die Meldung von der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Leipzig "Griechen-Haus e.V." bekommen, dass, wenn Interesse besteht, eine Sammelbestellung für alle TeilnehmerInnen aufgegeben wird. Somit müsste nicht jedeR 200,00 CZK (ca. 8,00 EUR) Gebühren für den Auslandsüberweisungsauftrag bezahlen.
Wer Interesse hat, meldet sich bei mir, dann schicke ich ihm/r die Konto- und Kontaktdaten.
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Για τα 60 χρόνια από την «Άφιξη των Ελλήν/ίδ/ων στις Λαϊκές Δημοκρατίες» θα πραγματοποιηθεί μια συναυλία του Γιώργου Νταλάρα στην/στο Οστράβα της Τσεχίας.
Το εισιτήριο κοστίζει περίπου 20 Ευρώ.
Η Ελληνογερμανική Εταιρεία της Λειψίας δίνει τη δυνατότητα να αγορασθούν ομαδικά τα εισιτήρια, ώστε να γλιτώσετε τα 8 Ευρώ για τα εμβάσματα εξωτερικού προς την Τσεχία.
Αν σας ενδιαφέρει, γράψτε μου, να σας δώσω περαιτέρω στοιχεία.


Bild Ermis geht Gassi, Imágen Ermís sale, Εικόνα Ο Ερμής πάει βόλτα

12.04.2008

Κόφτε πια την πλάκα! - Schlechter Witz!

Μόλις διάβασα το εξής φοβερό που λέει ο ΣΚΑΙ ότι είπε ο εκπρόσωπος του αμερικανικού υπουργείου Εξωτερικών Μάθιου Μπράιζα σχετικά με τη δυσαρέσκεια των ΗΠΑ για τις πωλήσεις του ρωσικού ενεργειακού κολοσσού Γκαζπρόμ στην Ελλάδα και δεν μπόρεσα παρά να χαρώ με την αγάπη, ανιδιοτέλεια και βαθιά συναίσθηση προσφοράς που τρέφει η αμερικανική ηγεσία για την Ελλάδα (και για όλον τον κόσμο ως υπηρέτης της θεϊκής αποστολής του διαίρει και βασίλευε). Είπε λοιπόν ο χριστιανός: «οι ΗΠΑ το μόνο που θέλουν είναι να βοηθήσουν την Ελλάδα να πάρει φθηνότερο αέριο».
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Ich habe gerade auf der Seite von SKAI gelesen, dass der Vertreter des State Department Matthew Bryza die Besorgnis der U.S.A. über die Importe vom russischen Energiegroßkonzern Gazprom in Griechenland folgendermaßen gerechtfertigt hat: "Die U.S.A. möchten Griechenland nur helfen, billigeres Gas zu importieren". Ich habe mich folglich sehr über die Liebe, Selbstopferung und das tiefe Pflichtgefühl, welche die US-Administration gegenüber Griechenland (und der ganzen Welt als treuer Diener der göttlichen Mission des Teile-und-herrsche), pflegt, gefreut.
(Hier findet ihr, was der gute Christ sagte).

09.04.2008

Επιτέλους, κάποιος με φώτισε!- Der Mazedonienstreit ist schon zu verstehen!

Endlich habe ich etwas gelesen, was mir einige Lücken zum Verstehen, wie der Streit um diesen Namen der EJRMazedonien zustande kam, schließt. Ich empfehle euch unbedingt den meines Erachtens sehr kompakten und erklärenden Artikel von Adamantios Skordos zu lesen. Mir fehlen noch einige Puzzlestücke zur heutigen Situation der extremen Rechte oder der NationalistInnen der jungen Republik (die Rolle der griechischen NationalistInnen ist mir leider bekannt), wie auch zur sogenannten slawomazedonischen Minderheit in Griechenland, aber sobald ich etwas Gutes lese, werde ich euch hier informieren.

Darüber hinaus finde ich schon länger, dass auch die Linke in Griechenland zu sehr die Thematisierung des Bürgerkrieges vernachlässigt. Es scheint mir unerklärlich, warum nur die Chrisavgites (die griechischen Nazis, sagen wir) sich damit beschäftigen müssen. Oder warum fast alle anderen in der Öffentlichkeit, aber auch in dem mir bekannten griechenländischen akademischen Diskurs, falls sie dann doch darüber reden, in einer kodifizierten Art und Weise es tun, die einfach nicht den Zugang zum Wissen oder zu den Hintergründen insbesondere den späteren Generationen ermöglicht. Skordos verbindet in seinem oben verlinkten Artikel den Mazedonienstreit mit dem Bürgerkrieg, was eventuell einen Teil, der meiner Meinung nach Tabuisierung des Themas (d.h. des griechischen Bürgerkriegs) erklären würde. Was ist aber mit dem restlichen Teil passiert?

Nachtrag 20.04.2008: Ich habe das Netzwerk zur Bürgerkriegsforschung entdeckt. Wenn ich mich damit beschäftigt habe, schreibe ich bestimmt noch ein paar Worte darüber.
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Επιτέλους διάβασα κάτι που με βοήθησε να κλείσω τα κενά που είχα για να καταλάβω πώς δημιουργήθηκε το ζήτημα της ονομασίας της ΠΓΔΜακεδονίας. Σας συνιστώ να διαβάσετε το κατά τη γνώμη μου πολύ περιεκτικό και διαφωτιστικό άρθρο του Αδαμάντιου Σκόρδου εδώ. Μου λείπουν ακόμα μερικά στοιχεία για την ακροδεξιά και τους/τις εθνικιστ(ρι)ές στη σημερινή ΠΓΔΜακεδονίας (o ρόλος των εθνικιστ(ρι)ών στην Ελλάδα μου είναι δυστυχώς γνωστός), όπως και για τους Σλαβομακεδόνες στη σημερινή Ελλάδα, αλλά μόλις υποπέσει κάτι καλό στην αντίληψή μου, θα σας το παραθέσω εδώ.

Εκτός αυτού είμαι της γνώμης ότι ούτε καν η Αριστερά στην Ελλάδα δεν ασχολείται όσο θα έπρεπε με το θέμα του Εμφυλίου. Δεν μπορώ να καταλάβω, γιατί τελικά σχεδόν μόνο οι Χρυσαυγίτες μοιάζουν να νοιάζονται. Ή γιατί σχεδόν όλοι οι άλλοι -εννοώ στο δημόσιο αλλά και στον εμένα γνωστό ελλαδικό ακαδημαϊκό λόγο-, τουλάχιστον κατά τη γνώμη μου, όταν μιλάνε για τον Εμφύλιο το κάνουν με έναν κωδικοποιημένο τρόπο που δεν επιτρέπει στις νεότερες γενιές να έχουν πρόσβαση στo γνωστικό αντικείμενο. Ο Α. Σκόρδος συνδέει τον Εμφύλιο με το Μακεδονικό που κατά τη γνώμη θα εξηγούσε ένα μέρος της αποσιώπησης του Εμφυλίου. Τι έγινε όμως με το άλλο μέρος;

Σημείωση 20.04.2008: Ανακάλυψα το Δίκτυο Μελέτης Εμφυλίων Πολέμων. Όταν θα βρω χρόνο να ασχοληθώ, θα σας γράψω δυο λόγια.

Εικόνα Αθήνα- Μεταξουργείο/ Bild Athen- Metaxurgio/ Imágen Atenas- Metaxurgío

06.04.2008

Ντοκυμαντέρ για τα ρεμπέτικα- Dokumentarfim über Rebetiko

Πριν πέσω για ύπνο (όλη μέρα μπροστά στον υπολογιστή κουράστηκα και αύριο έχω μάθημα νωρίς το πρωί στις 8.30) θα ήθελα να σας προτείνω μια ταινία τεκμηρίωσης του BBC που φαίνεται να είναι γυρισμένη τη δεκαετία του 80 για την ιστορία του ρεμπέτικου, μια ιστορία της Ελλάδας του 20ου αιώνα. Η αφήγηση είναι του Άντονυ Κουίν και εμφανίζονται μεταξύ άλλων οι Βαμβακάρης, Τσιτσάνης, Μπέλλου, Θοδωράκης, Αρβανιτάκη, Κωχ. Η ταινία είναι στα αγγλικά.
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Bevor ich zu Bett gehe (den ganzen Tag vorm Bildschirm zu verbringen macht müde und morgen muss ich gleich um 8.30 beim Unterricht sein), würde ich euch gern einen BBC-Dokumentarfilm -höchstwahrscheinlich aus den 80ern- empfehlen, der über die Geschichte der Rebetiko-Musik, also auch über die Geschichte Griechenlands im 20. Jh. spricht. Der Erzähler ist Anthony Quinn und es sind zu hören und zu sehen unter Anderem Wamwakaris, Tsitsanis, Belu, Thodorakis, Arwanitaki, Koch. Der Film ist auf Englisch.