08.07.2008

Lasst doch mal unser Sommersemester in Ruhe!


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Im Oberrhein haben sie es offensichtlich verstanden. Die Heterogenität der Systeme, der BewerberInnen, der Formalitäten und der Kulturen macht ihren kleinen und feinen Studiengang, den ich gerade für eine Akkreditierungsagentur begutachtete, richtig interessant.
Anders als die Meisten in Deutschland, die homogene Klassen, Kohorten und harmonisierte Systeme einfordern, haben sie erkannt, dass je unterschiedlicher sie sind, desto spannender wird ihr Leben. Das wird zwar mittlerweile auch von Konservativen verstanden, aber nur wenn es darum geht ihre Kultur gegen die angloamerikanische Invasion zu schützen. Ansonsten wird bilingualer Schulunterricht als Problem gesehen, heterogene Hochschulkohorten als zusätzlicher Aufwand und unterschiedliche Lehr- und Lernkulturen, wie auch Binnendifferenzierung als Überforderungsquelle.
Diversitätsprogramme, interkulturelle Schulungen, Programmationen des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) sollen Abhilfe verschaffen. Dass es meist alles nur schön aussehen soll, aber die Substanz solch einer Denkweise nicht verändert wird, zeigt der DAAD selbst, oder manche ERASMUS-Koordinatorin in meiner eigenen Universität. Der DAAD propagiert nämlich eine Harmonisierung der verschiedenen Vorlesungszeiten, der späte Start und Schluss der Vorlesungszeit des Sommersemesters in Deutschland, heißt es, blockiere jede Internationalität. Und meine Koordinatorin plappert es schön nach. Aber nein, die die wirklich international arbeiten und nicht nur Augenwischerei betreiben oder theoretisch davon gehört haben, wissen es besser: Diversität ist Flexibilität.
Im obenerwähnten M.A. allein schon durch die verschiedenen Zeiten der Vorlesungszeit, werden Wiederholungsprüfungen oder allgemein Prüfungen und Praktika in mehreren Ländern erst möglich. Dadurch, dass die Heterogenität der Systeme als Chance und nicht als Problem verstanden wird, eröffnen sich mehr Möglichkeiten und das Studium wird tatsächlich besser. Ich ganz persönlich könnte theoretisch nach der spanischen Prüfungszeit, die deutsche ΄ranhängen und ein Semester früher fertig mit dem Studium sein. Aber, nein das geht doch nicht, denn meine Koordinatorin ist im Kopf starrer als jede ERASMUS-Charta auf Papier.

Kommentare:

adreasnaxos hat gesagt…

Αφού είσαι Ισπανία, πιάσε διάβασε κανένα θεατρικό τού Αρραμπάλ κι άσε τόν Ερασμο γιά τά Μουσεία.

Eleni hat gesagt…

ό τι πείτε...