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19.10.2020

Rosenkrieg

Liosporos 2018


Für Dariusz Αrdakani

Herbstschlacht
Adventskrieg
Osterschlamm
Sommerkatastrophe

Einschulungsdebakel
Geburtstagstrauer
Feierflaute
Geschenkmiese

Übernachtungsschnappatmung
Wochenenddrama
Skypekontrollwahn
Pendelqual

Ein Kinderparcours
Helm auf, schnell und sicher durch
Nimm meine Hand -- im Turnus
Mein Leben 

03.09.2018

Jusqu'à la garde (F 2017) / Nach dem Urteil

Liosporos 2015
Jusqu'à la garde (auf Deutsch "Nach dem Urteil") ist der erste Langfilm von Xavier Legrand, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Ich habe viele Psychothriller in meinem Leben gesehen, darin war häusliche Gewalt ein häufiges Motiv. Eine Tote alle drei Tage besagt jedenfalls die offizielle Statistik in Deutschland. So gesehen erzählt der Film eine weitere häufig so im echten Leben abgespielte Geschichte von genderspezifischer Gewalt und zwar diese eines Mannes gegenüber seiner Frau und ihren beiden Kindern.

Der Film fängt mit den ehemaligen sehr gut gecasteten Eheleuten Miriam (Lea Drucker) und Antoine (Denis Menochet) vor Gericht an, den Zeugenaussagen der Kinder und der versteinerten Miene des Gewaltopfers, auch im close up, was später in der Kameraführung öfter vorkommt und die Drama-Komponente des Films klar herausstreicht. Und mit dem Urteil: Der Sohn Julien (11 Jahre alt) wird gegen seinen Willen jedes zweite Wochenende den Vater sehen und nach wenigen Wochen bei ihm und seiner Mutter im Wechselmodell leben.

Nach dem Urteil ist zunächst ein sehr gut gemachter Psychothriller, der die Spannung bis in die letzte Minute aufrecht erhält, die bis dahin mit einigen last minute rescues auskommt. Dafür sorgt die akurate Drehbuch- und Regiearbeit, und die Protagonistenwahl. Denn anders als in vielen Psychothrillern genderspezifischer Gewalt, setzt Legrand Julien (Thomas Gioria) in den Mittelpunkt und nicht die Frau, also das Gewaltopfer selbst, und versetzt den Zuschauer damit in die fast unerträgliche Situation den Blick des Kindes wahrzunehmen. Ein elfjähriger leidender und bedrohter Junge ist als Empathie-Automat für einen Psychothriller gewiss eine geniale Wahl. Und somit wird der Film sicher für viele Zuschauer fast unerträglich sein. Dass Thomas Gioria eine großartige schauspielerische Leistung noch liefert, rundet den Film ab und beschert ihm zu recht einige Preise in vielen Festivals, nicht zu letzt in Venedig und San Sebastián.

Etwas merkwürdig ist die Wahl den Film als Drama unter anderem in der IMDb zu kategorisieren und auch die Tatsache, dass der Film als Rosenkriegfilm teils rezensiert wird. Wenn dies dem geschuldet sein soll, dass verstörenderweise genderspezifische Gewalt als "Elternkonflikt", "Familiendrama" oder ähnlich verharmlosend in Medien oder in der öffentlichen Meinung betitelt wird, dann ist der Film ein weiteres Zeugnis dafür, dass die paralysierende Todesangst, die mit der Ausübung physischer Gewalt von Männern gegenübern Frauen einherkommt, eine einzige Richtung hat und zwar vom Täter zum Opfer. Alle Erklärungsversuche Opfer als Gewaltbeteiligte zu verstehen, müssen entschieden zurück gewiesen werden. Auch nach diesem Zeugnis.

Fazit: Auf die Oscarnominierung!

28.09.2016

Die Grenze ist eine braune Linie -- keine Grauzone.

Athen, Αθήνα 2016
Seit Beginn dieser PEGIDA-braunen Brechspaziergänge scheint der nette Nachbar von nebenan, na gut der komische Kautz von da drüben, ok ganz ehrlich, man meinte schon immer, der mit dem man selbst eh nie wirklich ein Wort wechseln wollte, irgendetwas Singuläres zu haben: Angst! Angst vor Überfremdung, vor schwarzen Jugendlichen, vor unbegleiteten syrischen Minderjährigen, vor dem Islam, vor der Bedeutungslosigkeit des eigenen Lebens(stils), der skurrilerweise seit eh und je bedeutungslos war, der eigenen Lehrmeinung, obwohl niemand ihn gebeten hat zu dozieren, vor dem Sturz des eigenen Mythos´, der irgendwie national-bla verbunden ist mit regional-ja, das ist gut.

Lieber verwirrter Mitmensch, nein, dein Nachbar ist nicht so verwirrt wie du und er hat keine Angst. Dein privat bekannter Wutbürger oder besorgter Antiislam-Mitdiskutant, dein AfD-Wähler, dein PEGIDA-Mitläufer hat keine Angst. Hör auf zu versuchen, ihm Rechtfertigung geben zu wollen. Ja, ich fühle mit: Dein Papa wählt AfD, ist aber kein Fascho, klar. Hör auf zu versuchen, Gemeinsamkeiten zu konstruieren. Ihr wart zusammen in derselben Schule und jetzt das: Oje! Hör auf dich zwischen Erklärungsnot und Fremdschämen zu zwängen.

Wenn du Angst hast, oder dir Sorgen machst, gehst du nicht auf die Straße ´rumgröllen, zündest keine Flüchtlingsheime an, beschimpfst keine eingesperrten Kinder in Bussen oder anderswo, du sagst auch nicht "Neger" einfach mal so vor laufenden Kameras und verkehrst nicht mit solchen Leuten, die das tun. Wenn du Angst hast. Wenn du Angst hast, bleibst du schön zuhause ruhig und abwartend, weil du Angst hast. Wenn du so aktiv wirst, hast du keine Angst, du bist einfach ein Verbrecher, ein Menschenhasser, ein Fascho, ein Nazi und nichts weiter. Gab es immer schon, wird es immer geben. Hauptsache du bleibst allen anderen zu liebe, eine nicht tolerierbare kleine Minderheit, die ihren Hass in sich selbst frisst oder wenn es dich doch überkommt, wirst du in einem der vielen Gefängnissen dieser Welt eingesperrt.

19.06.2016

Γιαουρτόπιτα φουντούκι

Λιόσπορος/Liosporos 2016
Μια πολύ ωραία και πανεύκολη συνταγή που βρήκα εδώ και άλλαξα λίγο:

Υλικά για τη ζύμη
  • 500 γρ. γιαούρτι
  • 200 γρ αλέυρι
  • 50 γρ ζάχαρη
  • 1 κουτ. γλυκού κοφτό σόδα
  • 4 κουτ. σούπας φουντούκι τριμμένο
και για το σιρόπι
  • 1 φλ. νερό
  • 150 γρ. ζάχαρη
Εκτέλεση

1) Ανακατεύετε όλα τα υλικά μαζί.

2) Λαδώνετε ένα μικρό πυρέξ, ρίχνετε το μίγμα

3) και ψήνετε σε προθερμασμένο φούρνο στους 180 βαθμούς μέχρι να πάρει χρώμα. Κάνει περίπου μισή ώρα.

4) Φτιάχνετε και το σιρόπι βάζοντας το νερό και τη ζάχαρη να βράσουν για 5 λεπτά και σιροπιάζετε το γλυκό μόλις βγει από το φούρνο.
Με το φουντούκι η γεύση είναι σα μερέντας και αρέσει πολύ στα μικρά παιδιά.

06.05.2016

Στο “ίδρυμα”


Liosporos 2016

Πήγα τις προάλλες στην Εστία Κοριτσιών Φιλοθέης της Αθηναίας, ένα σπίτι με περίπου είκοσι κορίτσια από πέντε ως το λύκειο που έχουν απομακρυνθεί με εισαγγελική απόφαση από τις οικογένειές τους, όπως διάβασα εκ των υστέρων. Η μάνα μιας φιλενάδας μου δουλεύει εκεί και είχα σκεφτεί να πάω ρούχα και παιχνίδια, να τους κάνω μια επίσκεψη και με την κόρη μου, αν ήθελε. Εκ των υστέρων επίσης έμαθα ότι η εστία στηρίζεται κυρίως από εθελοντικές προσφορές και δωρεές.

Είχα κάποια δωράκια, παιχνίδια, σχολικά και ρούχα και είχα την εντύπωση ότι τα περισσότερα κορίτσια χαρήκανε. Το μικρότερο έκλεινε τα πέντε εκείνη τη μέρα κι ευτυχώς κατά τύχη είχα πάρει και μπαλόνια, γλυκά και άλλα είδη πάρτυ γενεθλίων. Δεν έμεινα πολύ, δυο ώρες περίπου. Ήταν η πρώτη μου επαφή με παιδιά σε ένα τέτοιο χώρο. Φάγανε τούρτα, τάρτες με φράουλες και σοκολατένια “κοκάκια”, όπως τα λέγανε οι πιο μεγάλες. Παίξαμε με τα μπαλόνια. Ήταν βροχερή μέρα και παίξαμε στο σαλόνι της εστίας.

31.05.2015

Έρως και Θάνατος

Λιόσπορος, Liosporos, Miaouli 24, 2016
Hand in Hand auf der Buchmesse
Mein Kopf an deiner Schulter
Mein Herz in deinen Händen

Buchmesse - what a mess!
Buchmesse - what a bless!
Buchmesse - in a morning dress!

Kopf an Kopf im Museum
Meine Seele in deinen Augen
Mein Wien in deinen Armen

Wort nach Wort ins Jenseits
Mein Ich an dir vorbei
Mein Kind im Sterbebett

Buchmesse - ich komm´ nie wieder!
Buchmesse - ich liege darnieder!
Buchmesse - im Leichenmieder!

23.02.2015

Urlaub in Athen

Bild Athen 2008, Φωτό Αθήνα 2008

Urlaub in Athen
von Dinos Christianopulos, 1963

Erzählung

Er entschied sich, die Hälfte seines Urlaubs in Athen zu verbringen. Nicht weil er sich in Athen im Juli so erholen würde, wie er es nötig hatte. Sondern ganz einfach, weil er dort einige von den Leuten wiedersehen würde, die irgendwann sein Leben erfüllt hatten.

Er buchte eine Ein-Stern-Pension in der Nähe der Kathedrale. Er kannte diese Pension aus den Zeiten seines Militärdienstes. Es gefiel ihm dort wegen der familiären Atmosphäre. Nach fünf Stufen hörte man schon das Singen der Kanarienvögel und roch schwer im Magen liegendes orientalisches Essen. Die Pensionsbesitzerin kam aus dem Zimmer mit einer Katze um ihren Hals, sagte mit dem Flair einer alten Puffmutter – „Also aus Saloniki, ha?“, und streichelte ihn am Nacken. „Ich habe auch da mal gelebt, eine schöne Stadt. Aber auch hier wird es dir gut gehen“. Sie merkte schnell, dass er etwas schüchtern war, und schickte ihn in den dritten Stock, da wo sie meistens ruhigen Menschen ein Zimmer gab: In den anderen zwei Etagen gingen es etwas zügelloser zu.
Er legte sich so wie er war, angezogen, aufs Bett und ging erneut seine Träume durch: Wie er all seine sonstigen Bekannten in Athen vermeiden würde, in welcher Reihenfolge und wem er seine Besuche abstatten und mit wem von den drei er einen Ausflug auf die Insel Poros machen würde. Er nahm sein Notizbuch heraus, schaute sich noch mal die Anschriften an und bejubelte bereits beim Anblick der Straßennamen, die Orte, in denen er nach drei Jahren seine Freundschaften erneuern würde.

Früh um elf Uhr nahm er den Bus nach Chalandri. „Zum Gutshof Daskalopulos“, sagte er etwas scheu zu dem Schaffner. Er sah die Neubauten, Villen mit gepflegten Gärten. Er stieg in einem Ort mit großen Landgütern und Gemüsegärten aus. „Wie wird er mich wohl empfangen?“, fragte er sich in Rührung. „Werde ich vielleicht in einer Ecke des Spiegels unser Foto finden, das Foto vom Militärdienst, das wir Arm in Arm machten?“. Er erinnerte sich, dass Dimitris vorletztes Jahr nach Saloniki gekommen war und nach ihm gefragt hatte. Er war aber nicht da und Dimitris hatte ihm daher über seine Mutter ausrichten lassen, „sagen Sie ihm, dass Dimitris aus Chalandri hier war“ und seine Mutter hatte geantwortet, „Ach, bist du es, mein Kind, der auf dem gemeinsamen Foto während des Militärdienstes ist?“. Er wird wohl in einem dieser Gärten arbeiten  – und sofort verliebte er sich in diese Landschaft. „Gutshof Daskalopulos“, sah er ein Schild an einer Maschendrahttür. Zwei Seitenwege führten zu den Gärten, und ein Weg in der Mitte in ein kleines, gepflegtes, zweistöckiges Haus. „Was wollen Sie?“, fragte ihn misstrauisch ein fein gekleideter Mann, der nicht wie ein Aufseher aussah. „Ich würde gern Dimitris Loutraris sprechen. Wohnt er hier?“ „Und was wollen Sie von Dimitris Loutraris?“, fragte der fein gekleidete Mann und wiederholte den Vor- und Nachnamen in einem geradezu provokanten Ton. Es kam ihm in den Sinn, ihn zusammenzustauchen und zu gehen. „Wir sind Freunde vom Militärdienst“, antwortete er und die Hitze wurde ihm unerträglich. „Er ist nicht hier. Ich rufe seine Mutter“. Ein einfaches Mütterchen kam aus der Haustür heraus. „Frau Katinió“, rief er sie unaufgeregt eher kühl herbei. (Er muss der Chef gewesen sein). „Ach, mein Kind“, sagte die Frau herzlich, „unser Dimitris ist nicht mehr da, er ist vor zwei Monaten auf die Insel Chios gezogen. Komm doch 'rein, du wirst doch sicher Durst haben“. Er folgte ihr, ohne dem provokanten Herren noch einmal zu danken. Er fühlte sich gezwungen, verschiedene Geschichten vom Militärdienst zu erzählen: Wie er ihm in der Adjutantur aushalf, wie er ein Mal intervenierte, damit er nicht bestraft würde, wie er ihm irgendwann einmal seine amerikanischen Soldatenstiefel borgte. Natürlich gab es kein Foto am Spiegel zu sehen. Er fragte nach Fotos von Dimitris, aber er hatte sie mit nach Chios genommen. Er nahm eine Mastix1 entgegen und wünschte ihr alles Gute. Es gab gar nichts, womit er diesem Mütterchen beweisen könnte, wie enge und liebe Freunde er und ihr Sohn einmal gewesen waren. Als er ging, traf er wieder auf jenen Herren.
Es gab keinen Dimitris im Gutshof Daskalopulos.

Er brauchte einen ganzen Tag, um sich davon zu erholen. Er würde definitiv auf Poros mit Panajotis fahren. Eigentlich hatte er ohnehin keine Briefe mehr mit Dimitris seit einer gewissen Weile ausgetauscht. Mit Panajotis war das anders. Jedes Mal, wenn er auf dem Umschlag den Stempel des Ausbildungszentrums der schweren Infanterie sah, wusste er, dass sich darin ein zärtliches Wort verbarg.
Er nahm den Bus nach Chaidari um 4 Uhr am Nachmittag. Um diese Uhrzeit hatten die Offiziere Ausgang, und Panajotis würde ihn ungestört von den Blicken des Adjutanten empfangen können. Er würde ihn auf einen Spaziergang zum Botanischen Garten mitnehmen, dann ins Kino und am Abend nach Hause zum Übernachten. Am nächsten Tag, am Sonntag, in der Früh ein Ausflug nach Poros Farben des Saronischen Golfes, Attischer Zauber usw. Dann die müde Verabschiedung, der andere zurück in die Kaserne, er selbst nach Saloniki gutgelaunt und optimistisch, da die alte Bindung noch bestehen würde.
Viele Leute standen vor dem Tor: zwei-drei, die wahrscheinlich Dirnen waren, zwei andere Mädchen, eine alte Arvanitin mit Kopftuch und einem Korb an der Hand, Kinder die Zitronensäfte und gegrillte Maiskolben verkauften, Eiswagen mit Eis der Marke EVGA². Die Soldaten waren noch nicht herausgekommen, nur ein-zwei Unteroffiziere überquerten in jenem Moment das Tor.
Plötzlich schauderte es ihn: Panajotis mit einem Mädchen! Mit nagelneuen Klamotten, seiner Ausgangsuniform, mit den glänzenden goldenen Tressen eines Feldwebels im unbefristeten Dienst; und sie eher sympathisch, niedlich, mit einem koketten Gang. „Panajotis!“, rief er. Der andere drehte sich und war ganz überrascht. „Warum hast du mir nicht vorher Bescheid gegeben, dass du kommst?“, „Du hast Recht“, sagte er und streckte dem Mädchen seine Hand entgegen. Sie stellten sich dem Mädchen als zwei sehr enge Freunde aus Zeiten des  Militärdienstes vor. Sie liefen den Hang mit ihr hinunter, sie zwischen den Beiden. Jetzt wurden sie von einem Mädchen getrennt. Etwas schien in ihm zu zerbrechen. Natürlich wurde es nichts mit dem Botanischen Garten, auch nicht mit Poros. Panajotis taugte nur als Brieffreund.
Sie setzten sich in einer Konditorei in Ägaleo. Das Tortenstück schmeckte schrecklich. Plötzlich merkte er, wie sein Gürtel ihm zu eng wurde, und er wollte weinen oder fluchen. Aber nichts von beidem. Nur vergilbte Erinnerungen vom Militärdienst vor dem Mädchen, Worte, ein Versuch die Kluft, die sich zwischen ihnen aufgetan hatte, zu überbrücken – und das Mädchen lächelte und fummelte unverfroren an Panajotis herum. Dann schlugen sie ihm vor, mit ins Kino zu gehen. Aber er war bereits ein Nervenbündel; er wünschte ihnen ein schönes Wochenende und versprach, am Montag wieder vorbeizuschauen.
Er ging weg, gerade wie von einer Trauerfeier.

Am Sonntag blieb er auf dem Zimmer. Er ließ Parthenon und Karolos Koun ausfallen, aß in der Pension, und die Pensionsbesitzerin brachte ihm sogar ein Mal das Essen persönlich, um zu fragen: „Aber was für heftige Sorgen quälen dich, mein Junge?“
Er plante jetzt sorgfältig seinen letzten Ansturm: Jorgos aus Lepanto. Es verbanden sie keine gemeinsame Erlebnisse während des Militärdienstes, auch kein gemeinsames Foto Arm in Arm oder einen Briefwechsel. Das letzte Mal, das sie sich verabredet hatten, war er nicht erschienen und war sich sicher, dass Jorgos ihm das nicht verziehen hatte. Aber seine süße, jugendliche Stimme erklang immer noch mit der gleichen Intensität in seinen Ohren: „Falls du nach Athen kommen solltest, vergiss nicht nach Kässariani zu kommen“. Nur das; nicht etwa „du sollst unbedingt kommen“, auch nicht gerade ein Versprechen einer rührenden Gastfreundschaft. Er wusste nicht, warum dieses „vergiss nicht“ sehr herzlich in ihm nachhallte. Er musste also hin und ihm erklären, warum er letztes Mal nicht erschienen war.
Arionos 27, Kässarianí. Er traf ihn im Krämerladen seiner Familie, bei der Arbeit, in dem Moment als er Anschovis wog. „Du hast ja gerade noch gefehlt“, sagte ihm Jorgos, als er ihn sah, mit der rohen Ehrlichkeit und Intimität der Unterschicht. Er hat ihn auf den einzigen Stuhl gesetzt und hat weiter gearbeitet. Wie alt er bereits war, wie anders! Sein kindliches Gesicht war jetzt durch tiefe Falten gezeichnet, seine Augen waren männlich geworden.
Er nahm ihn mit nach Hause nach Feierabend. Sie setzten sich in sein Zimmer und sprachen leise, um seinen Onkel nicht zu stören, den Veteranen, der nebenan las. „Warum warst du damals nicht erschienen?“, fragte er abrechnend. Er war schockiert über seine Art. „Lass mich es dir erklären...“. „Was willst du mir erklären? Du hast mich ewig warten lassen“. „Was ist los?“, der Onkel kam plötzlich herein. „Wer ist der junge Mann und was will er?“ Seine Schläfen brannten. Jorgos stellte ihn eilig vor. „Ach so, er ist dieser Freund, der dir zu Ostern ein schönes Buch geschickt hat? Prima. Mit solchen Jungens solltest du befreundet sein, aber du hältst dich mittlerweile für einen tollen Hecht.“
Einige peinliche Minuten vergingen. Unterschwellige Strömungen zogen ihn weit weg von diesem Haus. Dieser Onkel, mit seinen ständigen Fragen nach dem griechischen Unabhängigkeitskrieg von 1821, war unerträglich. Aber auch Jorgos hatte einen Gesichtsausdruck, der ihn entmutigte. Nur sein Name war gleich geblieben, der Rest war bei ihm anders. Er war nicht mehr der unschuldige Junge aus Nafpaktos, der eine ganze Woche lang weinte, als er sich von seiner Mutter und Garten trennen musste. Was könnte der tolle Hecht aus Kässariani mit dem Jungen aus Lepanto gemeinsam haben? Und all das war in nur zwei Jahren geschehen.

Er verließ Athen ganz verbittert. Er packte seine Reisetasche und schaute sich noch ein Mal im Zimmer um, in dem er vier Nächte verbracht hatte. Kein Dimitris, kein Panajotis, kein Jorgos. Und, natürlich, auch kein Ausflug nach Poros. Nichts. Nur der Moment der Ankunft, als er mit der Kleidung sich hinlegte, um seine Vorfreude in Athen zu genießen.
„Kein Mädel, gell?“, fragte ihn die Pensionsbesitzerin vieldeutig und zwinkerte ihm zu. „Es ist meine Schuld. Ich hätte dir ein Zimmer im ersten Stock geben müssen, da hättest du dich richtig austoben können...“.

Übersetzung Eleni Andrianopulu, Januar 2015
Für meinen Freund De.

28.01.2015

Schlechte Verlierer

Photo Athen 2008, Εικόνα Αθήνα 2008
FAQs zur Griechenland-Wahl vom 27.01.15
Ein Freund fragte direkt nach der Wahl und ich antwortete.

1. Wen hast du gewählt?
  • Ich habe leider nicht wählen können, ich lag krank im Bett und eine Briefwahl gibt es nicht.
2. Das ist doch keine häufige Frage!
  • Bei den Griechen schon. Auch vor der Wahl fragen sich gegenseitig die Leute, wen man wählen wird. Bis vor einigen Jahren gab es in Griechenland eine Zwangswahl. Das heißt, man musste wählen, wenn man unentschuldigt (also nicht z.B. durch Krankheit) der Wahl fern geblieben war, wurde ein Ausreiseverbot über jemanden verhängt. In der Schule habe ich zusammen mit allen anderen gelernt, dass im Alten Athen, jeder Bürger Farbe bekennen musste, und dass diejenigen, die es nicht taten, Opportunisten und Verräter waren, die sich nach der Wahl dem Wahlsieger oder nach dem Bürgerkrieg dem Sieger anschlossen und wenn ich mich recht erinnere, sogar daher aus der Stadt gebannt wurden. Ein Bürger also, der nicht sein ihn als Bürger bestimmendes Recht ausübt, ist kein Bürger. Wahlabstinenz bedeutet traditionell daher eine Schädigung der Demokratie und wurde daher per Gesetz verboten. Darüber zu reden, wen man wählt, ist also ein Bekennen in nicht-Opportunismus, in die freie Wahlentscheidung, auch wenn man dann einer Minderheit, den Verlierern, angehört und es ist der Anfang der politischen Diskussion. Das Farbe Bekennen verstärkt jedoch auch eine Polarisierung oder sogar Spaltung der Gesellschaft, wie dies auch bei dieser Wahl der Fall war. Seit einigen Jahren hat die EU gemeint, dass die Zwangswahl nicht demokratisch sei und demnach wurde sie abgeschafft. Das hat die Griechen nicht sonderlich gestört.
3. Und wie ist es jetzt mit der Wahlbeteiligung?
  • Die Wahlbeteiligung sinkt seitdem von Wahl zu Wahl. Das erste Mal waren einige Demokraten schockiert. Jetzt haben sich die Leute dran gewöhnt. Dieses Mal lag sie bei einer Rekordtiefe von 36,13 Prozent.
4. Wer ist Syriza?
  • Die Frage wird jetzt nicht mehr gestellt, da die deutschen Medien seit einigen Jahren unisono beantworten: Linksradikale. Kaum jemand weiß weiter, wer Syriza ist, oder wofür die Syriza-Leute einstehen. Dies hat auch damit zu tun, dass die deutschen Medien keine gute Arbeit geleistet haben. Nicht nur in strengem Sinne journalistisch, sondern auch in ihrer Funktion als Mittler. Und da dies mein erlernter Beruf ist, ein paar Worte zur Übersetzung von Sprache und Kultur. Im Deutschen bedeutet linksradikal gleich linksextrem. Radikal ist jemand von extremen Ansichten. Im Griechischen bedeutet das Akronym Sy.Riz.A. wortwörtlich: Koalition der radikalen Linken. Radikal (Griechisch rizospastis: (mit seinen) Wurzeln brechend) im Griechischen bedeutet allerdings nicht extrem. Der Radikale ist derjenige der von Grund auf (vor allem) denkt. Linke Parteien werden traditionell progressiv und „radikal“ im griechischen Sinne bezeichnet, da sie mit alten Strukturen „brechen“ wollen, und die Dinge „komplett“, „von Grund auf“ überdenken möchten. Im Griechischen gibt es den Begriff rechtsradikal daher auch nicht, man spricht nur von einer Extremen Rechten. Richtig im deutschen Politjargon wäre daher, Syriza als ein progressives, linksalternatives Bündnis zu betiteln, noch akkurater als die gemäßigte, proeuropäische, linksalternative und grüne Partei Griechenlands. Die deutsche Bezeichung linksradikales Bündnis ist falsch, irreführend und tendenziös.
5. Proeuropäisch? Gemäßigt? Grün?
  • Ja. Der erste Stamm der Mitglieder waren abgespaltene Mitglieder der KKE, der Kommunistischen Partei Griechenlands, die vor der Wende nicht dem prosowietischen Kurs der KKE folgten und einen pro-europäischen schlugen. Dann kamen die Grünen dazu und allmählich weitere Linke, weitere ehemalige KKE, weitere Grüne, pro Asyl-Leute, Menschenrechtler, Immigranten, Gewerkschafter, Feministinnen, LGBT-Rechtler, Alternative im weiteren Sinne. Als letzte kamen in den Krisenjahren eine Menge ehemalige Pasok-Mitglieder, also Sozialdemokraten. Zum ersten Mal sah man in einer Wahlsiegerversammlung in Griechenland die Regenbogenfahne. Das ist ein Signal gegen den Faschismus und die Neonazis, das wahrgenommen wird. Ein erster Lichtblick.
6. Also eigentlich sollten sich auch die Grünen hier über den Wahlsieg freuen und nicht nur die Linke, oder?
  • Ja, so ist es. Und viele andere auch.
7. Und was soll jetzt diese Koalition „im Eiltempo“ mit den Rechtspopulisten? Ist das nicht eine „befremdliche Koalition“?
  • Die An.El. „Unabhängige Griechen“ sind ehemalige Nea Dimokratia Leute, die den Sparkurs, im Griechischen wird eher von Ausverkauf geredet, nicht folgen wollten. Sie sind allerdings höchstens genauso rechtspopulistisch wie die ehemalige Regierungspartei – deren Chef Samaras neulich im Wahlkampf sagte, Syriza könne doch nicht ernsthaft nach Charlie Hebdo behaupten, Migranten willkommen zu heißen – nur dass sie dezidiert der korrupten, unpopulären Regierung nicht folgen wollten. Dies haben sie sehr früh getan, es sind also keine Opportunisten. Im Eiltempo, wie wieder tendenziös von der Tagesschau/Heute berichtet wurde, wurde diese Koalition nicht geschmiedet. Wie in dem Beitrag der Tagesschau/Heute schon ein griechischer Bürger äußerte, war bereits im Wahlkampf klar und für jeden unüberhörbar geäußert worden, dass die Anel bereit waren, mit der Syriza zu koalieren und unter welchen Bedingungen. Ebenfalls unüberhörbar war, dass von den anderen Parteien, die ins Parlament eingezogen sind, keine andere Partei bereit war, mit Syriza zu koalieren. KEINE. Ja, ich weiß, hier wurde berichtet, dass To Potami, in Frage käme. Pustekuchen! To Potami flüsterte (so richtig gehört hatte es keiner, aber es wurde so berichtet) nach der Wahl sie wären vielleicht bereit zu koalieren, wenn Syriza die Wirtschaftspolitik der Vorgängerregierung fortsetzen würde, aber dann vielleicht doch nicht. Syriza hatte also nicht die Wahl, wie manche schreiben oder sagen, einen Koalitionspartner zu suchen und hat ausgerechnet die Anel gewählt. Es gab keine andere Wahl. Aber dennoch, ein schlechter Koalitionspartner sind die Anel nicht. Es ist also keine „befremdliche Koalition“ wie der Präsident des EU-Parlaments, ebenfalls entweder ignorant oder als schlechter Verlierer sagte, beides spricht nicht für ihn, die EU-Organe oder für die SPD. Ferner gab es keine geheimen Verhandlungen, wie die deutschen Medien berichteten, um diese Koalition zu diskreditieren, sogar direkt nachdem sie jenes Interview mit jenem griechischen Bürger zeigten, der das Gegenteil bestätigte. Eine beschämende Kommentierung seitens der deutschen Nachrichtensprecherin. (Übrigens ich hielte es für einen schlechten Witz als bei der Tagesschau am Wahlabend als erstes eine wahrscheinlich betrunkene, jedenfalls völlig erheiterte, blondierte Griechin, mit Cola-Light-Mischgetränk den Wahlsieg als erste von zwei Bürgern kommentieren sollte.) Die einzigen Bedingungen für eine Regierungsbeteiligung der Anel liegen hauptsächlich im Bereich der Verteidigungspolitik und sind nicht der Hauptschauplatz der Syriza-Anliegen. Darüber hinaus unterstützen die Anel voll und ganz das Hauptanliegen der Syriza nach einer Beendigung des Kaputtsparens und des Ausverkaufs bzw. ist es ihr Gründungsanliegen. Dafür wurde Syriza hauptsächlich gewählt und daher ist diese Koalition die beste, um viel in dem Bereich zu erreichen. Also das „Eiltempo“ war nur möglich, weil es bereits vorbereitet war, und das ist sicher kein Manko, sondern löblich. Es ist richtig gut, dass die Regierung sich gleich an die Arbeit macht, es gibt keine Zeit zu verlieren. Ein Lichtblick. Vielleicht aber ist es eher ein Zeichen von Schlechten Verlierern, wenn man enttäuscht ist, dass der Sieger gleich zur Sache geht und nicht Zeit durch noch ein paar Propaganda-Berichten und Worten von den Europäischen Konservativen gewonnen werden kann. Tsipras und seine Schnelligkeit hat sie überrascht und ihnen missfallen. Samaras selbst war nicht überrascht, er hat das Premierministerbüro komplett geräumt übergeben; er hat noch nicht einmal einen Bleistift sozusagen am Montag Nachmittag drin gelassen. Der Tresor war geöffnet und leer. Er hat auch nicht wie das Protokoll und die Höflichkeit gebührt, eine formelle Übergabe gemacht, er war am Montag einfach nicht mehr da. Ein eindeutig schlechter Verlierer.
8. Aber was ist mit allen anderen Anliegen von Syriza und Anel, „gab es denn überhaupt Koalitionsverhandlungen“?
  • Diese Frage seitens der Tagesschau/Heute soll suggerieren, dass bei den Griechen unseriös zugeht. Ich habe bereits bei der vorigen Frage dazu teils geantwortet. Noch ein paar Hintergründe dazu: Wie bereits über das griechische Wahlsystem erfahren, unterstützt das System Ein-Partei-Regierungen, Koalitionsregierungen sind eigentlich nicht vorgesehen und im Regelfall auch nicht gewollt. Es gab daher nur in absoluten Notsituationen Koalitionsregierungen und sie alle einte eins: Gefahr im Verzug. Ich hoffe, es ist allen klar, dass z.B. mehrere vorgezogene Wahlen, eine Spaltung der Gesellschaft, extreme Spannungen und wütende und mordende Nazis täglich auf den Straßen, eine äußerste Notsituation sind. Es ist begrüßenswert und auch den beiden Parteien hoch anzurechnen, dass sie bei diesen erneuten vorgezogenen Wahlen, schnell und klar sich bereits im Wahlkampf geeinigt haben, dass sie, wenn nötig, koalieren würden und der abgewählten und bis zu den Knochen korrupten Regierung nicht durch eine neue Koalition zum Weitermachen verhelfen. Denn das wäre die Alternative. Ein dritter Lichtblick.
9. Was hältst du von der Syriza-Regierung? Die Linken haben so viel im Wahlkampf versprochen, es kann nicht sein, dass die Griechen wirklich glauben, dass Syriza ihnen hilft. Die EU hat bereits gesagt, dass mit ihnen keinen Schuldenschnitt zu machen ist.
  • Manche werden sicher glauben, dass mit Tsipras der Messias kommt. Die Meisten jedoch hoffen, dass es jetzt etwas besser wird, dass der Untergang etwas angehalten wird. Die meisten sind pragmatisch und freuen sich auf kleine jedoch aufgrund des bisherigen Sumpfs bedeutende Lichtblicke. Die Stimmung im Land war mittlerweile katastrophal, überall Verelendung und Depression. Auch wenn es manchen nicht schlechter durch die Krise ging, war die Stimmung so erdrückend, dass auch sie depressive Verstimmungen zeigten. Diese Stimmung war auch ein Resultat der Ohnmacht und Angst, die die Menschen fühlten, dass sie nichts, auch nicht mit ihrer Stimme, mehr selbst bestimmen würden. Die Propaganda aus dem Ausland und Inland war erdrückend und weckte paranoide Ängste z.B. vor einer Diktatur. Der Wahlsieg von Syriza beendet diese katastrophale Rhetorik, die die Menschen demoralisierte, deprimierte und verängstigte.
    Der erste Tag nach dem Syriza-Wahlsieg war voller Lichtblicke, Signale gegen die Neonazis und für ein aufgeklärtes Griechenland, Signale, die tatsächlich etwas Hoffnung spenden: Tsipras leistete als allererster Premierminister seinen Eid nicht auf die Bibel. Nein, Syriza wird in diesen vier Jahren nicht die Trennung von Staat und Kirche vollziehen können, aber das Signal ist ein wichtiges, in einem Land, in dem niemand die Kirche kritisieren darf, die steuerfrei schaltet und waltet, deren mancher Bischöfe Faschisten und Nationalisten befeuert und Teile deren Klerus´ Hassbotschaften aussendet. In diesem Land unter der Regierung der Schwesterpartei der CDU, Nea Dimokratia, ist ein harmloser Satiriker im facebook, namens Alter Pastitsios in Anlehung auf den neuesten selig gesprochenen Mönch, den Alten Paisios, zu mehrere Monate Haft für seine Satire verurteilt worden.
    Tsipras legte als allererstes einen Blumenstrauß an das Denkmal für die von den Nazis erschossenen Kommunisten. Die griechischen Kommunisten waren diejenigen, die das Land gegen die Allianzmächte und die Achse zu 80 Prozent befreiten, allerdings gezwungen wurden zu kapitulieren, damit England eine Regierung von Kollaborateuren und Monarchisten einsetzen konnte. In der Geschichtsschreibung jener Regierung und der nachfolgenden Regierungen wurde die Leistung der Kommunisten nicht erwähnt oder geleugnet, der Faschismus, der anschließende Bürgerkrieg und auch alle andere Folgen sind bis heute trotz ihrer evidenten Auswirkungen auf die Gesellschaft nicht aufgearbeitet. Tsipras' Geste ist ein klares Signal gegen die Neonazis, die während der Krise aus diesem nicht historischen Bewusstsein Kapital schlugen.
    Tsipras sprach auch als erster Wahlsieger davon, dass der Sieg auch für die Auslandsgriechen insbesondere die jungen AkademikerInnen zu verstehen ist. Die Griechen im Ausland haben aus vielfältigen Gründen Griechenland den Rücken gekehrt, die meisten jedoch, weil es dort aus ökonomischen oder politischen Gründen unerträglich war. Das ist auch ein Signal an die Migranten, die so wie ich, seit Ewigkeiten von den „daheim“ gebliebenen angefeindet werden, nicht ihr Wahlrecht in oder nah an ihrem Wohnsitz ausüben dürfen und auch ein Signal an die Bürger in Griechenland, dass sie nicht nur mit ihrer Stimme für sich selbst sprechen, sondern auch für alle, die es nicht können oder durch Abstinenz ihrem Unmut oder Verzweiflung Ausdruck verleihen möchten. Und es ist auch wieder ein Signal gegen die, die argumentieren, dass wer das Land verlässt, sein Wahlrecht als nicht-Patriot verwirkt. Noch ein Lichtblick.
    Selbstverständlich ist ein einziger, erster Tag nicht ausschlaggebend für die nächsten vier Jahre, und Symbolpolitik reicht nicht aus, aber es ist der erste Tag seit langer Zeit, an dem die meisten Griechen, sich nicht für ihre Regierung schämen müssen.
10. Eine letzte Frage: Du sagst, dass der Syriza-Sieg ein wichtiges Signal gegen die Faschisten und Neonazis ist. Letztere sind jedoch drittstärkste Kraft im Parlament geworden.
  • Ja, aber mit weniger Stimmen als bei der letzten Wahl. Nur in zwei Wahlbezirken in Kavala und Rodopi in Nordgriechenland konnten sie mehr Wähler als bei den letzten Wahlen überzeugen. Jede verlorene Stimme der Neonazis, weckt die Hoffnung, dass auch deren Hirne noch für die Demokratie, Toleranz und die Menschlichkeit eventuell wieder zu gewinnen sind. Und dass ganz nach dem Wahlmotto von Syriza noch Hoffnung für Griechenland besteht.

01.08.2009

Brief aus Athen



Brief aus Athen-Kolonos, 28. Juli 2009, Erster Tag


Kiez

Das Zentrum ist gefährlich geworden, meinen die UreinwohnerInnen. Armut, Einwanderung, Umsiedlung machen das Leben der AthenerInnen sehr schwer. Das griechische Dauermeckern, die Angst- und Panikmache der Medien und des Kaffeeklatsch´ reicht bis in alle Bereiche: die unterirdische Tourismuswerbung, die Neue Grippe, die stets angreifende Türkei, die nagelneue Banden- und Drogenkriminalität, das Griechenland, das sich verändert, und die Schere von Arm und Reich zum ersten Mal so deutlich verspürt. Nach 30 Jahren von vermehrendem Wohlstand gibt es neuerdings verarmte Teilbeschäftigte, Selbstständige und KleinunternehmerInnen in Athen. Die Stadt scheint aus allen Nähten zu platzen. Eine Landflucht (“back to the roots” sozusagen) ist jedoch nicht zu erkennen, obwohl die StädterInnen dritter Generation neuerdings an die Dörfer ihrer Vorfahren Interesse zeigen. Zu lange ist die “Provinz” vernachlässigt worden. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in den zwei großen griechischen Städten, Athen und Thessaloniki und meint oder kann tatsächlich nicht mehr auf dem Land überleben. Was sollen sie da arbeiten, fragen sie. Und was die EinwandererInnen hier überhaupt daran finden und in Strömen in den letzten Jahren kommen: keine Ahnung. Es muss ihnen noch dreckiger zu Hause gehen, dass ihnen die Illegalität, die Schwarzarbeit und der unsichere Aufenthaltsstatus als kleineres Übel erscheint. Der Kontrast zwischen der verzweifelten Emsigkeit der griechischen Hauptstadt und der provinziellen Ruhe Leipzigs ist groß.


Radio

Endlich mal ein wenig ordentliche Musik in nicht Dauerschleife hören. Es erholt die Ohren schon sehr, nicht auf einen Sender angewiesen zu sein, der sein Programm nie ändert, wie die meisten deutschen Musiksendern a la "Oldies und das beste von heute". Ich höre gerade das Zweite Programm und damit alles von der griechischen Filmjazzmusik bis zu melodischen und tanzbaren griechischen traditionellen, Latin-, Jazz- und Ethnic- griechisch- und spanischsprachigen Rhythmen. Spanisch ist schwer in Mode.


29. Juli 2009, Zweiter Tag


Musik

Ach, war das schön gestern Nacht! Jorgos Palamiotis (Bass), Demian (Schlagzeug) und Ramón (Keyboard) jammten in Liosporos, Miaouli 24, in Athen-Psirri. Die Jazz- und Latinmusiker aus Griechenland und Kuba haben lässig Michael Jacksons absoluten Hit “Billy Jean” hervorragend in eine East-Mediterranean-Jazz-Version verwandelt und große Begeisterung hervorgerufen. Echt Klasse, Leute!


30. Juli 2009, Dritter Tag


Liosporos

Die Musik ist das schönste in der Miaouli 24. Interessant sind auch die Gäste. Jake aus Detroit auf Geschäftsreise, irgendwas mit Flugzeugen, Thodoras X, Gitarrist aus London, ursprünglich aus Jannina in Urlaub und Y aus Athen, ursprünglich aus Großbritannien, Bassist und Dozent an der Uni Piräus. Bei Blues-Klängen ist es spät geworden.


Bild Athen-Metaxurjio 03/08, Εικόνα Αθήνα-Μεταξουργείο 03/08

28.03.2009

Typographischer Triumph

Das deutsche untere / erste Anführungszeichen hat den Unicode U201E, das obere /zweite U201C und man stellt sie unter Extras / Autokorrektur ein: Ersetze Standardanführungszeichen durch typografische. Das einfache untere deutsche Anführungszeichen hat den Unicode U201A, das zweite / obere U2018 und wird in der gleichen Maske eingestellt.

Ich habe noch etwas Schönes geschafft, nämlich mir endlich die Tastenkombination für einen schönen deutschen Apostroph zu merken, der den Code U 2019 (Ersatzzeichen U 0027) hat, nämlich AltGr + Hochstellen + B.

Jetzt fehlt mir nur noch die Einstellung des Gevierten und Halbgevierten, die immer noch nicht klappt (warum auch immer).

Bild Platz Metaxurgiu, Athen 03/08 - Εικόνα Πλατεία Μεταξουργείου, Αθήνα 03/08

19.02.2009

Μίζερη απάθεια, Zu den Jugendlichenprotesten in Athen

Μόλις διάβασα μια καταχώρηση σε ένα μπλογκ για το ελληνικό Πανεπιστήμιο και τη διανόηση. Καθόλου κακό, κοιτάξτε το εδώ. Λέγεται «Η χαμένη ταυτότητα του Πανεπιστημίου-ερμηνείες».

Η γνώμη μου:

Στην Ελλάδα οι διαννοούμενοι απέχουν από τα κοινά, από την έκφραση γνώμης και πάνω από όλα από την ανάληψη ευθυνών. Η έκρηξη του Δεκεμβρίου ήταν όπως όλες οι κινητοποιήσεις τα τελευταία χρόνια χωρίς πραγματικό περιεχόμενο. Το περιεχόμενο το δίνει ο διανοούμενος, ο πολίτης, ο ενηλίκας, αυτός που αναλαμβάνει ευθύνη και όχι «σχολιαρόπαιδα» στο δρόμο.

Δυστυχώς δε βλέπω να υπάρχει κάποια σύντομη έξοδος από τη μίζερη απάθεια του Έλληνα διανοούμενου. Μακάρι να κάνω λάθος και να αλλάξουν τα πράγματα γρήγορα.

Το Γενάρη είχα εκφέρει παρόμοια σε μια ηλεκτρονική συζήτηση στο σύλλογό μου:
Aus einer Mail von mir zu den Jugendlichenprotesten in Griechenland:
 
Date: Wed, 7 Jan 2009
Ich bin der Meinung, dass es durchaus unsere Pflicht ist, uns
mit den Protesten zu beschäftigen und die Hintergründe zu erläutern.

Leider habe ich gerade absolut keine Zeit euch meine Gedanken ordentlich aufzuschreiben, aber ich warne davor linke oder
bildungspolitische Inhalte darin zu sehen, wo keine sind.
Dadurch kann man leider nichts bewirken, und das wäre bitter nötig. In den Protesten in Griechenland sind keine linke
Inhalte vorhanden, noch findet man irgendetwas Revolutionäres darin. Eine Festanstellung am besten im Öffentlichen Dienst
ist das was die Jugendlichen möchten, genau das,was ihre Eltern für sie wollen und auch selbst teilweise erreicht haben.
Hier geht es nicht um eine bessere Bildung oder einen offenen Hochschulzugang, (dafür werden nicht die teueren privaten
Nachhilfeschulen/Abiturrepetitorien bestreikt- übrigens kein einziger Mensch hat bis jetzt in Griechenland mal die Idee
aufgeworfen, oder ist einfach nicht zum Repetitorium gegangen oder hat nicht mal gesagt etwas wie, "Paß mal auf Papa, ich
haue ab und mache mein Ding": nur die öffentliche Schule(private Schulen sehr begrenzt) wird bestreikt), hier geht es
um eine Erhaltung (sicher keine Verschlechterung, aber auch KEINE Verbesserung) des Status quo. KeinE einzigeR SchülerIn
oder StudentIn fordert (zumindest so, dass es überhaupt jemand wahrnehmen würde) in Griechenland einen offenen Hochschulzugang,
diese Forderung gab es NOCH NIE in irgendeinem Transparent oder Artikel seitdem ich mich erinnern kann (nur die Linke
Koalition - Synaspismos fordert dies in ihrem Programm, aber es bleibt dabei, die Forderung wird nicht wahr- oder ernst-
genommen), und ich kann mich gut erinnern, ich stamme der ersten SchulbestreikerInnengeneration (1990). Noch konserva-
tiver (vielleicht auch ein Synonym für unpolitisch) könnte dieser Protest nicht sein und daher meiner Meinung nach umso
trauriger.

Ich merke schon, dass ich leider zu verkürzt die Sachen aufschreibe, aber es geht leider wirklich gerade nicht anders.

Nichts desto trotz finde ich gerade wegen dieser Inhaltsleere, umso wichtiger sich als demokratischer Verband damit zu be-
schäftigen, wie auch, dass sich die Linke ihre Verantwortung übernimmt und den Leuten Inhalte gibt. In Griechenland ist das
genau das Problem: verantwortungslose PolitikerInnen und eine verkrochene oder inexistente Intelligentia, die der Lage nicht
gewachsen sind, oder einfach nicht den Mut haben, Position zu beziehen und den Menschen wieder Inhalte zu geben. Nur dann
könnte daraus eine Bewegung werden, die in der Gesellschaft etwas verbessert.

So wie Griechenland im Moment ist (und sich seit 1O Jahren entwickelt), wird sich NICHTS zum Guten ändern, die Menschen
werden verzweifelter und die Politik wird sich konservativer gestalten.

Also, meine Meinung ist: NEIN, es ist keine große Bildungsbewegung in Europa zu sehen, es ist nur ein nicht kanalisierte,
inhaltsleere, an alle (außer den wirklich Schuldigen=Eltern, aber lassen wir mal die Schuldzuweisungen bei Seite, sie sind
auch soweit nicht wichtig) gerichtete, aktionistische, opportunistische, status-quo erhaltende Mobilisierung vorhanden, die
teilweise (aus vielen Gründen) sich (in Griechenland) radikalisiert hat.

Aber meiner Meinung nach: MUSS sie in eine Bewegung umgestaltet werden, die die Menschen wieder moralisiert.

Daher fände ich eine verantwortungsvoll vorbereitete Platzierung des Themas für mehr als angebracht und hoffe, dass es
daraus evtl. etwas multipliziert werden kann, was die Menschen auf der Straße weiter bringt und nicht nur kurzfristig.

Bild Athen, Konstitutionsplatz - Εικόνα Αθήνα, Πλατεία Συντάγματος

11.01.2009

Ein einfacher Eintrag, wie viele andere

 In der Neuen Rechtschreibung gilt:
Substantive in Funktion von Adjektiven schreibt man klein (keine Ausnahmen), Substantive auch in festen Formulierungen werden großgeschrieben:

schuld sein vs. Schuld tragen
es leid sein vs. Leid tun
pleite sein vs. eine Pleite verursachen
ernst nehmen vs. es ist dein Ernst

Ich habe Recht; Es ist mein Recht zu bleiben.
vs.
Es ist mir recht, dass du bleibst.

Nachtrag 30.12.09:

Was ich weiter oben schrieb, galt für die Reformierte Rechtschreibung (also die, die ich mühsam mittlerweile fast gelernt hatte), in der heutigen Rereformierten Rechtschreibung kann auch folgendes richtig sein:

recht / Recht haben

und bei dem Fall, den ich auch erst spät gelernt habe, ist wieder fast die Alte Rechtschreibung, die ich auch mal ohne Mühe gelernt hatte, wieder richtig:

leidtun!

(in der Alten 'leid tun', in der Reformierten 'Leid tun' und in der Rereformierten, also Neuen, 'leidtun')

Also, ich Tue MIr echT lEID!

Ein alter Fehler:
Kardinal- und Ordinalzahlwörter unter einer Million schreibt man OHNE AUSNAHME zusammen.

Bsp.:
dreieinhalb

Dativobjekt:
gewachsen sein + Dat.
Bsp.:
den innerparteilichen Machtspielen gewachsen sein

Sustantivierte Verben vs. derivierte Substantive:
Achtung auf Häufigkeit, evtl. Sinnveränderung und überhaupt, ob das Derivat an sich vorhanden ist:

das Wiederherstellen vs. die Wiederherstellung
das Erlangen vs. -

Etwas verwirrend (präpositional eingeleitete Objekte):

Vertrauen in die Politik
Verhältnis zur Politik
Vertrauensverhältnis zur Politik

Bild Athen 03/08, Imágen Atenas 03/08, Εικόνα Αθήνα 03/08

02.01.2009

Η ευχή δεν είναι άλλοθι και δε φτάνει.- Der Wunsch ist kein Alibi und er reicht nicht.

Τίποτε άλλο, προς το παρόν. Δυστυχώς δεν έχω χρόνο τους επόμενους δύο μήνες για να γράψω και να μιλήσω για όλα αυτά που με απασχολούν, δυστυχώς ασχολούμαι με πράγματα που δε με απασχολούν: τις πτυχιακές εξετάσεις και την επιθυμητή βαθμολογία για το πτυχίο.
--------------
Zunächst nichts weiter. Ich habe leider keine Zeit in den nächsten zwei Monaten über das zu schreiben und zu sprechen, was mich beschäftigt; leider befasse ich mich mit Sachen, die mich nicht beschäftigen: die Diplomprüfungen und die erwünschte Diplomnote.

Bild meine Geburtsstadt, Athen 03/08, Imágen Atenas 03/08, Εικόνα εδώ γεννήθηκα Αθήνα 03/08

28.12.2008

Tabakvokabeln

Noch ein langweiliger Beitrag aus meinem Vokabelpauken vor meiner Dolmetschprobe in ein paar Tagen. Vielleicht helfen sie euch auch weiter. Sie stammen aus dem spanischen Wikipedia-Artikel Tabaco. Krüger und Rodríguez meinten, sie werden als Prüfungsvorlage einen Artikel, der heißen soll: 10 Jahre Kerker für eine Zigarette. Ich habe ihn jedoch nicht gefunden. Falls ihr etwas gefunden habt, das denkt, das könnte es sein, schickt es mir, bitte. Danke.

adverso - ungünstig
alcaloide - Alkaloid
resinoso - Harz-
agente - Wirkungsstoff
agente químico - chemischer Wirkungsstoff
generarse - werden erzeugt - παράγομαι
combustión - Verbrennung - καύση
cianuro de hidrógeno, ácido cianhídrico - Cyanwasserstoff (Blausäure)- hydrogen cyanide - HCN(g)
abarcar - umfassen
especie - Art, Spezies - είδος - species
género - Gattung - γένος - genus
familia - Familie - οικογένεια - familia
órden - Ordnung - τάξη - ordo
clase - Klasse - ομοταξία - classis
división, filo - Abteilung, Stamm - συνομοταξία - divisio, phylum
reino - Reich - βασίλειο - regnum
dominio - Domäne - επικράτεια
vida, seres vivos - Lebewesen - έμβια όντα
variedad - Varietät (Botan.), Sorte - var.
nicotiana havanensis - Havannatabak, kubanischer Tabak
nicotiana brasilensis - Brasiltabak, brasilianischer Tabak
virgínica - Virginiatabak, virginischer Tabak
rústica - Bauerntabak
cultivo - Anbau - καλλιέργεια
a.C. - antes de Cristo
masticar - kauen - μασάω
untar - bestreichen - αλείφω
gota - Augentropfen - κολλύριο
gota - Gicht - ποδάγρα
enema - Einlauf (Med.) - κλύσμα - enema, clyster
soplar - blasen - φυσάω
esparcir - verstreuen - (δια)σκορπώ
derramar - ausschütten - ραντίζω, ραίνω - spill
sembrar- (aus)sähen- σπέρνω
narcótico - Narkotikum (Med.), Betäubungsmittel - ναρκωτικό
castellanización - Hispanisierung
planta medicinal - Heilpflanze
rollo - Rolle - ρολό, κύλινδρος
sostener - behaupten - ισχυρίζομαι
perjuicio - Schaden - βλάβη
síndrome de abstinencia - Entzugssyndrom - σύνδρομο στέρησης
alivio - Linderung - ανακούφιση
salvo - außer - εκτός
caso excepcional - Ausnahmefall, Sonderfall - εξαιρετική, ιδιαίτερη περίπτωση
benzodiazepina (BZD)- Benzodiazepin - βενζοδιαζεπίνη - C15H12N2O
morbimortalidad - Sterben - θάνατος
mortalidad - Sterblichkeit - θνησιμότητα
pesticida (el) - Pestizid - φυτοφάρμακο
precavido - vorsichtig - προσεκτικό
adulterar - verfälschen
aportar - beitragen - προσδίδω
dudoso - fraglich - αμφίβολο
agregar - hinzugeben - προσθέτω
aditivo - Zusatz - πρόσθετο
toxicidad - Toxizität (Giftigkeit) - τοξικότητα
recalcar - besonders betonen, stark unterstreichen - υπογραμμίζω
irremediablemente - unheilbar - ανίατα
epidemiología - Epidemiologie - επιδημιολογία
rango - Rang, Bereich
rango de edad - Altersgruppe, -klasse
bajo-medio - unterdurchschnittlich
media - Durchschnitt - μέσος όρος
billón, millón de millones- Billion - τρισεκατομμύριο - 1.000.000.000.000
millardo mil millones- Milliarde - δισεκατομμύριο - 1.000.000.000
prevalencia - Prävalenz, Krankheitshäufigkeit
convertir a algo en algo - etwas zu etwas machen
concienciación - Sensibilisierung, Bewusstmachung - ενημέρωση, αφύπνιση
industria tabacalera - Tabakindustrie
dirigir hacia - richten an, adressieren an - απευθύνω σε
publicidad engañosa - Mogelwerbung - παραπλανητική διαφήμιση
patrocinar - fördern, sponsern - χορηγώ
compuesto químico - chemische Verbindung - χημική ένωση - chemical compound
corriente - Zug
4-aminobifenol - 4-Aminophenol, 4-Hydroxyanilin - C12H11N
benceno - Benzol, Benzen - βενζόλιο, βενζένιο,κυκλοεξατριένιο - C6H6
niquél -Nickel - νικέλιο - Ni
partícula - Partikel - σωματίδιο
nitrosamina - Nitrosamin
polonio - Polonium - πολώνιο
formaldehído, metanal - Form.aldehyd, Methanal - φορμαλδεΰδη, μεθανάλη
benzo[a]pireno - Benzo[a]pyren - C20H12
anilina - Anilin, Phenylamin - C6H7N
cadmio - Kadmium - κάδμιο
acroleína - Propenal - ακρολεΐνη - C3H4O
amonio - Ammonium - αμμώνιο - NH4+
enfermedad cerebrovascular - Schlaganfall - εγκεφαλικό επεισόδιο
angor, angor pectoris, angina de pecho - Angina Pectoris, Herzschmerz - στηθάγχη
cardiopatía isquémica - koronare Herzkrankheit (KHK), ischämische Herzkrankheit - στεφανιαία νόσος
alveolo pulmonar - Alveol (Med.), Lungenbläschen
capilar - die Kapillare, die Lungenkapillare
sistema inmunológico - Immunsystem - ανοσοποιητικό, ανοσολογικό σύστημα - immune system
síndrome de apnea/ hipopnea durante el sueño (SAHS)- Schlafapnoe - Syndrom (SAS) - άπνοια ύπνου, σύνδρομο υπνικής απνοίας
fibrosis pulmonar idiopática - idiopathische pulmonale Fibrose (IPF), idiopathische Lungenfibrose
(histiocitosis X), enfermedad de Hand-Schüller-Christian - (Histiozytose X), Langerhans-Zell-Histiozytose (LCH) - Langerhans cell histiocytosis (LCH)
per cápita - pro Kopf - ανά κεφαλή
segar - mähen (Sichel), töten - θερίζω
fumador empedernido - Kettenraucher - μανιακός καπνιστής
precoz - frühzeitig, frühreif, überfrüht - πρόωρο
envejecimiento precoz - frühzeitiges Altern - πρόωρη γήρανση
acné (el) - Akne - ακμή
dolencia - Leiden - πάθηση
quiste - Zyste - κύστη
comedón - Mitesser, Komedo (der) (Med.)- στίγμα
espinilla - Pickel - σπυράκι
sentido del gusto - Geschmackssinn - γεύση
papila gustativa - Geschmacksknospe
receptor gustativo - Geschamcksrezeptor
esófago - Speiseröhre - οισοφάγος
aliento - Atem - ανάσα
halitosis - Mundgeruch - κακοσμία του στόματος
Bild Athen 03/08, Imágen Atenas 03/08, Εικόνα Αθήνα 03/08