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03.09.2018

Jusqu'à la garde (F 2017) / Nach dem Urteil

Liosporos 2015
Jusqu'à la garde (auf Deutsch "Nach dem Urteil") ist der erste Langfilm von Xavier Legrand, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Ich habe viele Psychothriller in meinem Leben gesehen, darin war häusliche Gewalt ein häufiges Motiv. Eine Tote alle drei Tage besagt jedenfalls die offizielle Statistik in Deutschland. So gesehen erzählt der Film eine weitere häufig so im echten Leben abgespielte Geschichte von genderspezifischer Gewalt und zwar diese eines Mannes gegenüber seiner Frau und ihren beiden Kindern.

Der Film fängt mit den ehemaligen sehr gut gecasteten Eheleuten Miriam (Lea Drucker) und Antoine (Denis Menochet) vor Gericht an, den Zeugenaussagen der Kinder und der versteinerten Miene des Gewaltopfers, auch im close up, was später in der Kameraführung öfter vorkommt und die Drama-Komponente des Films klar herausstreicht. Und mit dem Urteil: Der Sohn Julien (11 Jahre alt) wird gegen seinen Willen jedes zweite Wochenende den Vater sehen und nach wenigen Wochen bei ihm und seiner Mutter im Wechselmodell leben.

Nach dem Urteil ist zunächst ein sehr gut gemachter Psychothriller, der die Spannung bis in die letzte Minute aufrecht erhält, die bis dahin mit einigen last minute rescues auskommt. Dafür sorgt die akurate Drehbuch- und Regiearbeit, und die Protagonistenwahl. Denn anders als in vielen Psychothrillern genderspezifischer Gewalt, setzt Legrand Julien (Thomas Gioria) in den Mittelpunkt und nicht die Frau, also das Gewaltopfer selbst, und versetzt den Zuschauer damit in die fast unerträgliche Situation den Blick des Kindes wahrzunehmen. Ein elfjähriger leidender und bedrohter Junge ist als Empathie-Automat für einen Psychothriller gewiss eine geniale Wahl. Und somit wird der Film sicher für viele Zuschauer fast unerträglich sein. Dass Thomas Gioria eine großartige schauspielerische Leistung noch liefert, rundet den Film ab und beschert ihm zu recht einige Preise in vielen Festivals, nicht zu letzt in Venedig und San Sebastián.

Etwas merkwürdig ist die Wahl den Film als Drama unter anderem in der IMDb zu kategorisieren und auch die Tatsache, dass der Film als Rosenkriegfilm teils rezensiert wird. Wenn dies dem geschuldet sein soll, dass verstörenderweise genderspezifische Gewalt als "Elternkonflikt", "Familiendrama" oder ähnlich verharmlosend in Medien oder in der öffentlichen Meinung betitelt wird, dann ist der Film ein weiteres Zeugnis dafür, dass die paralysierende Todesangst, die mit der Ausübung physischer Gewalt von Männern gegenübern Frauen einherkommt, eine einzige Richtung hat und zwar vom Täter zum Opfer. Alle Erklärungsversuche Opfer als Gewaltbeteiligte zu verstehen, müssen entschieden zurück gewiesen werden. Auch nach diesem Zeugnis.

Fazit: Auf die Oscarnominierung!

11.04.2009

Antonionis La Notte (1961)

La Notte (1961)

In La Notte (Die Nacht) wird die Entfremdung eines Ehepaares in der Großstadt (Mailand) gezeigt. Der Ehemann (Marcello Mastroianni), ein inspirationsloser impotenter Intellektueller, und seine Frau (Jeanne Moreau), eine unglückliche frigide Bürgerliche, verleben einen Tag zwischen neugebauten Krankenhäusern, Hochhäusern, Vorstädten und einer Gartenparty. Auf der Nicht-Suche begegnen ihnen virile Männer und willige Frauen, die sie jedoch nicht aus ihrer Impotenz befreien.

Der schwarz-weiß Film von Michelangelo Antonioni ist eine Symbolismus-Exzesse. Jede Szene im industrialisierten Italien der Sechziger schreit nach Sinnhaftigkeit. Die Ehefrau beobachtet junge Männer beim Raketenabfeuern, streichelt Pfosten beim Vorbeigehen, verschwindet in die Ecke des Bildes neben dem kalten, weißen Hochhaus, lächelt nie (die perfekte Inszenierung der fallenden Mundwinkel Moreaus), während er sich ziellos im Krankenhauszimmer auf eine Patientin einlässt, erotische Spiele mit einem verführerischen Partygirl (Monica Vitti) spielt und sich räkelnde Schönheiten bewundert. Desorientiert, sieht er in die oberflächliche, bürgerliche Valentina eine talentierte, tiefsinnige Poetin. Ob sie auf seine emotionale und physische Impotenz wirklich Interesse hat, ist eigentlich einfach zu beantworten, aber am besten seht ihr euch den Film selbst an. Spannend ist er nicht, sehenswert schon.

Bild www.arte.tv

21.02.2009

Es geht weiter!

Ich habe zwar keine Prüfungen bis März, aber das heißt nicht, dass ich nichts für meinen Abschluss zu tun habe.

Heute habe ich zum Beispiel die Übungsklausur einer Freundin korrigiert und habe so auch ein wenig nebenbei geübt.

Hier ein paar Auffälligkeiten, die ich festhalten will und vielleicht auch anderen Prüflingen oder BerufseinsteigerInnen helfen könnten:

Häufiges Problem in Übersetzungen ins Deutsche ist die Behandlung von Zitaten und die Vermischung mit der indirekten Rede, die im folgenden Beispiel besonders unschön durch die Verschachtelung in weiteren Nebensätzen wird. Das Beispiel aus einem Text von Saber. El Periódico de las universidades de Andalucía. 3.10.2008:

recuerda que los estatutos de la Universidad de Bolonia en el año 1200 advertían que cualquier hombre que permitiera entrar a una mujer en la institución sería “severamente sancionado por el rector”


Mein Vorschlag wäre hier:


erinnert, dass im Jahre 1200 die Statuten der Universität Bologna vorsahen, dass der Mann, der einer Frau Zutritt zur Universität gewähre, "durch den Rektor schwer bestraft" werde.

Das Spanische ist oft perifrastischer als das Deutsche, wenn die Struktur des Spanischen erhalten wird, können überflüssige Nebensätze entstehen. Hier ein Beispiel aus demselben Text:


En España el ingreso de la mujer en la universidad no fue posible hasta 1910, cuando se dictó un decreto que permitía alumnas en las aulas universitarias.


Vorschlag:


In Spanien wurden Frauen erst 1910 per Dekret zum Hochschulstudium zugelassen.

Kürzungspotenzial gibt es auch bei Rekurrenzen, die im Spanischen deutlich mehr durch Synonyme und im Deutschen durch Wiederholung der lexikalischen Einheit entstehen. Weiter im Text:


Las profesoras apenas suponen el tercio del colectivo docente y esta proporción cae drásticamente hasta el 13% en el caso de las catedráticas, de acuerdo con los datos que maneja la catedrática de Psicología Social de la Hispalense.


Vorschlag:

Die Dozentinnen bilden kaum ein Drittel des Lehrkörpers. Laut den Daten der Sozialpsychologin sinkt der Frauenanteil steil und bis auf 13 Prozent im Falle der Lehrstuhlinhaber und -inhaberinnen.


Und so schaffen wir Platz um geschlechtergerecht einen Text über die miserable Lage der Frauen in der Wissenschaft zu übersetzen. Nicht schlecht, oder?

Falls ihr bessere Vorschläge oder Anmerkungen habt, könnt ihr gern eure Kommentare hier lassen oder mir zuschicken.

Das war 's erstmal für heute. Bis bald!

Nachtrag 28.03.09: Der Ausgangstext kann hier 'runtergeladen werden (Klausurtext WiSe 08/09 Allgemeinsprachliches Übersetzen C. Sinner)

Bild Kalter Winter in Leipzig, Εικόνα Πολύ κρύο στη Λειψία

02.02.2009

Zick-zack zwischen den Pomeranzen

Ich erhole mich immer noch ein wenig von den letzten stressigen Wochen und habe heute die rechte Spalte meines Blogs etwas aktualisiert. Die dramatischte Änderung ist das Hochschießen eines Eintrags zum Buch Bittere Orangen von Ersi Sotiropulu. In den letzten Monaten haben 294 LeserInnen auf meinen letztjährigen Eintrag geklickt (hier klicken), der über das Gerichtsurteil zum Zurückziehen des prämierten Buchs aus den griechischen Schulbibliotheken berichtete und mittlerweile nach der zweiten Instanz (Berufung) wieder in den Schulbibliotheken zu finden ist.

Ich habe die deutsche Übersetzung nicht gelesen, allerdings kann ich auch nicht dazu empfehlen, es zu tun. Wenn sich schon im Titelblatt so viele Fehler anhäufen, wie wird es dann im Fließtext aussehen?

Der Titel Bittere Orangen ist falsch. Richtig wäre Bitterorangen oder Pomeranzen, wenn überhaupt, es handelt sich nämlich um eine andere Frucht und doch nicht um Orangen, die bitter sind. An sich ist es unklar, warum nicht der Titel etwas mehr dem Griechischen ähnelt, nämlich Zick-zack zwischen den Pomeranzenbäumen (Ζιγκ-ζαγκ στις νερατζιές). Das Zick-zack ist das, was das Buch charakterisiert, nämlich einen polyphonischen Roman, der die Irrgärten der menschlichen Seele im Alltag beschreibt. Die Pomeranzenbäume geben einfach die Szenerie wieder, sie sind ein urbaner Zierbaum, der insbesondere in der griechischen Hauptstadt anzutreffen ist.

Unklar ist es auch, warum der Name der Schriftstellerin in Sotiropoulos, also Maskulinum, geändert wurde. Die Praxis Feminina in Maskulina zu ändern ist nicht üblich. Nur (im Ausland) anverheiratete oder in Deutschland geborene Griechinnen und Deutsche bekommen den Namen des Vaters bzw. Ehemanns unverändert. Diese Behördernpraxis scheint in Deutschland jedoch auch aus der Mode zu geraten. Die hessische SPD-Politikerin, Andrea Ypsilanti, hat ein femininen Nachnamen, sie heißt nicht Ypsilantis, wie ihr Ex-Ehemann.* Das würde bedeuten, dass es nicht nur idiotisch ist, den Namen einer Schriftstellerin zu verfälschen, sondern dass damit auch die Information gegeben wird, Frau Sotiropulu sei keine Griechin, oder sie habe höchstens einen griechischen Mann oder wenn sie überhaupt eine Griechin sein soll, dann ist sie in Deutschland geboren (gemeldet usw.). Doris Wille, die Übersetzerin aus Kefalonia, scheint sich nicht drum zu interessieren, dass sie mit dem neuen Namen eine neue Schriftstellerin erschaffen hat.

Bild amazon.de


*Bei Russinen scheint die Tatsache, dass Frauen anders als Männer heißen nicht so große Schwierigkeiten zu bereiten. Sie heißen seit eh und je Karenina (nicht Karenin), Popov/wa (nicht Popov/w), Gorbatschowa (nicht Gorbatschow). Warum denn also dieser Sonderweg der Griechinnen? Ist er massiver Immigration und Mischehen geschuldet? Schierem Unwissen? Ich weiß es nicht.

15.12.2008

Fortschritte

Ein produktiver Tag. Unter anderem weil:

Ich habe Fortschritte beim Simultandolmetschen erlebt. Ich wurde dafür gelobt. Ich habe besser, schneller und konzentrierter in der Bibliothek gelesen. Ich habe ein wenig noch für We gearbeitet.

Nebenbei habe ich  ein paar Vokabeln herausgesucht und in mein Vokabelheft übertragen:

Tournee - tournée, gira
Kostüm - disfraz
Robe - vestido
Preziose - joya preciosa
angeblich - supuesto
Zucht - cría
Schau - muestra, exposición
Bestandsaufnahme - inventario
Grafik - gráfico

Ich verlasse euch mit einem Lied der Supremes aus dem Jahre 1966 aus anscheinend Lieblingsthematik vieler Frauensoullieder Lass mich in Ruhe, du liebst mich nicht, die selbstverständlich richtig groovy 'rüberkommen darf. Wer es mir schicken kann, tut mir eine große Freude.



Set me free, why dont cha babe
Get out my life, why dont cha babe
cause you dont really love me
You just keep me hangin on
You dont really need me
But you keep me hangin on

Why do you keep a coming around
Playing with my heart?
Why dont you get out of my life
And let me make a new start?
Let me get over you
The way youve gotten over me

Set me free, why dont cha babe
Let me be, why dont cha babe
cause you dont really love me
You just keep me hangin on
Now you dont really want me
You just keep me hangin on

You say although we broke up
You still wanna be just friends
But how can we still be friends
When seeing you only breaks my heart again
And there aint nothing I can do about it

Woo, set me free, why dont cha babe
Woo, get out my life, why dont cha babe
Set me free, why dont cha babe
Get out my life, why dont cha babe

You claim you still care for me
But your heart and soul needs to be free
Now that youve got your freedom
You wanna still hold on to me
You dont want me for yourself
So let me find somebody else hey!

Why dont you be a man about it
And set me free
Now you dont care a thing about me
Youre just using me
Go on, get out, get out of my life
And let me sleep at night
cause you dont really love me
You just keep me hangin on...

Text aus www.lyricsfreak.com


12.12.2008

Nowhere to run

Noch ein Lied der verzweifelten Frauenliedersparte "Du bist schlecht für mich, aber ich kann nicht ohne dich". Zum Glück kann man das Lied mit der geladenen Energie in ein ausgelassenes Tanzlied umwandeln und sich dabei auch noch gut fühlen.

Hier ist Martha Reeves mit den Vandellas in einem Fernsehauftritt aus dem Jahre 1965. Hat das vielleicht jemand von euch da draußen?




Nowhere to run to, baby
Nowhere to hide
Got nowhere to run to, baby
Nowhere to hide

It's not love
I'm running from
It's the heartaches
That I know will come

'Cause I know
You're no good for me
But you`ve become
A part of me

Everywhere I go
Your face I see
Every step I take
You take with me, yeah

Nowhere to run to, baby
Nowhere to hide
Got nowhere to run to, baby
Nowhere to hide

I know you're
No good for me
But free of you
I'll never be, no

Each night as I sleep
Into my heart you creep
I wake up feeling sorry I met you
Hoping soon that I'll forget you

When I look in the mirror
And comb my hair
I see your face
Just a-smiling there

Nowhere to run
Nowhere to hide
Got nowhere to run to, baby
Nowhere to hide

I know you're
No good for me
But you've become
A part of me

How can I fight a lover
That's sugar sweet
When it's so deep, so deep
Deep inside of me

My love reaches so high
I can't get over it
It's so wide
I can't get around it, no

Nowhere to run
Nowhere to hide
From you, baby
Just can't get away
No matter how I try

I know you're no good for me
But free of you I'll never be

Nowhere to run to, baby
Nowhere to hide
Got nowhere to run to, baby
Nowhere to hide
Got nowhere to run
Got nowhere to run

Der Text ist von http://www.oldielyrics.com

28.04.2008

Please mind the GAP

Weblog: Endlich sprichst du wieder Deutsch. Mittlerweile dürftest du alle deine deutschsprachigen LeserInnen verloren haben.
Elan: Schwachsinn! Außerdem hättest du jederzeit damit anfangen können.
Weblog: Ist ja nicht so schlimm. Niemand vermisst dein Gerede.
Elan: Mag sein. Eigentlich würde ich lieber auf Spanisch schreiben, aber es fällt mir immer noch so schwer, mein Spanisch ist nicht originell. Letzte Woche hatte ich ein Erfolgserlebnis in der WG: Ich habe Witze auf Spanisch erzählt und es wurde darüber gelacht.
Weblog: Siehste? Es wird schon Kleines, keine Sorge. Sachma, was habe ich denn da gehört? Du trainierst mal wieder?
Elan: Ein wenig.
Weblog: Und wie ist es? Machst du Fortschritte?
Elan: Na klar, was denkst du denn? Bei einem Kurs wie Glúteos- Abdominales-Piernas (GAP), also Bauch-Beine-Po, im Hochschulsport erfahre ich sogar etwas über das länderübergreifende Provinztum. Das spanische hat sich mir heute im Umkleideraum für Frauen offenbart.
Weblog: Wie denn das?
Elan: In allen Sport- und Umkleidejahren meines Lebens in (lass-mich-zählen) sechs verschiedenen Ländern hatte ich noch nie gesehen, dass alle die ganze Zeit ihre Genitalien mit einem Handtuch verhüllen. Daran habe ich mich hier gewöhnt, auch wenn ich mich an so eine Prüderie nicht anpasse. Das wurde heute getoppt. Ich habe zwei junge Studentinnen in der Umkleide am Rande sehen dürfen, die über ihre verschwitzte Unterwäsche ein Bikini anzogen, die Unterwäsche dann unter dem Bikini auszogen und dann mit dem Bikini unter die Dusche hüpften! Sag du mir jetzt, ob das irgendwie noch zu verstehen ist.
Weblog: Nö.
Elan: Sag ich ja.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.

Bild-Imágen-Εικόνα Málaga

05.03.2008

Die Mörderin von A. Papadiamantis


Die Mörderin von A. Papadiamantis
(lose Notizen)
Einführung:
Papadiamantis' zweite Novelle wurde in der Zeitschrift Panathinäa in Folgen im Jahre 1903 veröffentlicht. Sie trug den Untertitel “sozialer Roman” (κοινωνικόν μυθιστόρημα) und skizziert das ungerechte und harte Leben der griechischen Frau auf dem Land. Er steigt in die Psyche seiner Heldin, die Mörderin Frangojanu, und beschreibt, wie ihre Psychopathologie von Mord zu Mord sich entwickelt und sie zum Wahnsinn verfällt. Der Schriftsteller verurteilt nicht seine Heldin, welche ein Opfer und Täterin der sozailen Ungerechtigkeit gegenüber den Frauen dieser Zeit ist, schreibt jedoch über Gewissensbisse, welche ihre Seele zunehmend belasten und letztendlich dann auch sie zum Wahnsinn treiben. Weder Gott noch Mensch können sie richten und so bleibt diese Erzählung kraftvoll und kritisch bis zum Ende.
Einige narrative Aspekte:
Die Erzählung beginnt in medias res. Es gibt 6 Rückblenden. In der kritischen Ausgabe von Triantafilopulos sind 26 von 103 Seiten den Rückblenden gewidmet, welche sich ausschließlich in den ersten zwei Dritteln des Textes befinden. 45 Seiten (von 103) sind der Verfolgungsjagd der Chadula gewidmet.

3 Phasen der Erzählung:
  1. Beginn in medias res.
  2. Schuldgefühle und Selbstrechtfertigung
  3. Flucht, Verfolgungsjagd, Schuldgefühle, Alpträume, Manie

Μεγάλα τμήματα του κειμένου αποδίδονται στην εσωτερική εστίαση της αφηγητικής προοπτικής. Στοιχεία αυτής της εσωτερικής εστίασης βρίσκονται στις αναδρομές, στο καθεστώς της φύσης ως ζωντανό πρόσωπο, παρόλο που η καθαρεύουσα της αφήγησης σε αντίθεση με τη δημοτική (σκιαθίτικο ιδίωμα) των διαλόγων δυσχεραίνει την απόδοση της αφηγητικής σκοπιάς στην ηρωίδα και όχι σε έναν αφηγητή.
Σημείωση:
Ούτε η Χρυσομάλλη-Henrich έχει προσέξει ότι ο Μούρος δεν είναι ο τρίτος, αλλά ο τέταρτος γιος της Φραγκογιαννούς. Ο τρίτος, ο Μιχάλης, αναφέρεται από τον αφηγητή μόνο μια φορά και δεν παίζει κανένα ρόλο στην αφήγηση. Προφανώς ξεχάσθηκε και από τον Παπαδιαμάντη που αργότερα κάνει λόγο για τον Μούρο ως τρίτο γιο.

Quellen:
Χρυσομάλλη-Henrich, Κυριακή. Το σταυροκόπημα της Φραγκογιαννούς: Θρησκευτικότητα και λογοτεχνικότητα στη Φόνισσα του Παπαδιαμάντη. In: Κονδυλοφόρος 1/2002. S. 41-55
Zur Einführung empfiehlt sich der Überblicksartikel der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Mörderin. ─ Stand 05.03.2008

Glossar:
Rückblende: αναδρομή
kausaler Zusammenhang: αιτιολογική σχέση
προσήμανση: Vorbote
πρόληψη: Vorwegnahme
επιτάσσω: nachstellen
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Bild Außenalster Hamburg, Imágen Außenalster Hamburgo, Εικόνα Αουσενάλστερ, Αμβούργο

Das Böse in der Mörderin von A. Papadiamantis

Das Sammeln der Gedanken für die morgige Prüfung geht weiter. Hier könnt ihr noch ein wenig mehr zu meinem ersten Prüfungsbereich (Literatur) morgen lesen. Es geht um eine Buchpräsentation der Mörderin von Papadiamantis in Bezug auf die Schilderung des Bösen. Das Handout ist nicht so gut formuliert und gegliedert (ist eher Rohmaterial), aber eventuell informativ.
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Handout zur Präsentation der Mörderin von A. Papadiamantis

26.05.2003 (kleine Korrekturen wurde am 05.03.2008 vorgenommen)

Hauptseminar: Das Böse in der neugriechischen Literatur -SoSe 2003- Universität Leipzig

Leitung: Dr. S. Stampoulou

Referentin: Eleni Andrianopulu


Präsentation der Novelle Die Mörderin von Alexandros Papadiamantis


Kurzbeschreibung der Frangojannú (der Mörderin):


Chadúla-Frangojannú wird am Anfang des „sozialen Romans“ als eine Person beschrieben, welche


  1. über männliche, merkwürdige, barsche Moral verfügt,

  2. die ewige Dienerin für die Anderen ist,

  3. viel gelitten hat,

  4. ihr Leben als unnützlich, vergeblich, und schwer empfand

  5. ihren Vater als sparsam, fleißig und naiv beschreibt,

  6. ihre Mutter als bösartig (böse), neidisch, blasphemisch (Hexe) beschreibt.


Die Mörderin heiratet mit 17 Jahren ihren Mann, den sie „die Rechnung“ spöttisch nennt, da er das Wort „Rechnung“ oft benutzt, dennoch nicht rechnen kann. Zu der Zeit verfügt über „jungfräuliche Schläue“, kümmert sich um die Gerechtigkeit in ihrem Sinne (versucht ein besseres Erbe zu bekommen, und findet sich nicht mit der Ungerechtigkeit gegenüber ihrem Bruder ab). Die Männer spielen keine Rolle in ihr Leben, ihr Vater ist naiv und ahnungslos, ihre Söhne verursachen teilweise Stress und verschwinden dann, ihre Schwiegersöhne taugen nichts. Ihr Männerbild beschränkt sich also auf Männer, die überflüssig sind, aber aufgrund ihres Geschlechts besser behandelt werden bzw. mehr fordern dürfen oder weniger gefordert werden. Sie meint, sie haben ein weibliches Gehirn.


Hat 7 Kinder

  1. Sohn in Amerika verschollen, Stathis/ Statharos

  2. Sohn (als Seemann) in Amerika verschollen, Jallis

  3. Sohn, Michalis

  4. Sohn im Knast wegen Mord, Mitrakis/ Mitros/ Moros/ Muros/ Mutron/Murtos (laut S. 21 vierter Sohn, laut S. 35 dritter Sohn)

  5. Tochter verheiratet, schwach = die Wöchnerin, Delcharo

  6. Tochter unverheiratet, „Mannweib“- die einzige, welche Chadúla mag (sie ist gut, fleißig, unverheiratet, männlich), Amersa

  7. Tochter unverheiratet, Krinio/ Krinaki


Ihr Beruf:


  1. Hebamme

  2. Heilerin

sie ist die Fähigste in ihrem Gebiet, so wie immer mit Allem, was sie anpackt.


Handlung, Schilderung und Steigerung des Bösen:

Die Erzählung wechselt zwischen aktueller Handlung und Träumen bzw. Selbstreflektion der Mörderin. Damit wird ein Psychothriller entwickelt, welches das Prinzip Ursache-Folge befolgt, ohne dennoch die Handlung somit wirklich zu erklären. Die Erzählung wird öfters durch Naturbeschreibungen unterbrochen, welche eine Gegensatzszenerie darstellen und

das Böse, die Gefahr und die Spannung beim /bei der LeserIn

  1. erträglich machen (die/der LeserIn entspannt)

  2. betonen (die/der LeserIn wird mit dem Gegensatz schön-hässlich (gut-böse?) konfrontiert).



1. Szene Chadúla an der Wiege ihrer neugeborenen kranken Enkelin


  1. Nacht


Frage an sich selbst kommt auf: „Mein Gott, warum hat auch das auf die Welt kommen müssen?“

Denkt an ihr Leben, ihre Mutter: ihre Hexenjagd wird beschrieben:

Hexe greift an kindliche Mittel zurück

Hexe wird von Waldfeen geschützt

Hexerei geht weiter

Ihre Insel gehört zu den „Teufelinseln“

Die Räuberei wird durch Besteuerung ersetzt


  1. Nacht (Januar, Nordwind)



Die Enkelin stirbt nicht, „um sich und uns zu quälen“

Sie wünscht sich, dass das Neugeborene stirbt. Dieser Wunsch war öfters für andere Mädchen ausgesprochen, da sie den Tod als Entlastung für die Eltern, welche von den zu hohen finanziellen Erwartungen der Bräutigame gequält werden.

Die Enkelin trägt ihren Namen, wie sie ironisch bemerkt.


Denkt an ihre Beziehung zu ihrer Mutter:

Sie war für ihre Mutter eine kleine Hexe, die von ihr als zu dumm empfunden wird, da sie sie wenn auch überlistet, doch nicht in dem Grad, was von einer echten Schlauen/Hexe erwartet wird.


Sie denkt an ihre erste Sünde:

Sie hat ihren Vater und ihre Mutter bestohlen. Ihre Mutter hat ihren Vater bestohlen. Sie hat ihren Mann bestohlen. Mit dem Geld war sie fähig eine Aussteuer für die Töchter zu bilden.

Sie nimmt die Möglichkeit zu beichten nicht wahr bzw. sie verschweigt ihre Sünde ihrem Beichtvater.

Sie kann es ihrer Mutter nicht beichten, da letztere vorm Sterben unter Aphasie leidet.


Vorbote des Todes:

Traum ihrer zweiten Tochter: Tod der Enkelin, schwarzes Mal an der Hand der Oma


Sie denkt an ihren Sohn, welcher im Knast gelandet ist. Er war sowohl ihr gegenüber, als auch gegenüber ihrer Tochter gewalttätig. Er wurde von Tochter und Mutter trotzdem über das Maße hinaus selbstverständlich beschützt.


Frage wird im Raum gestellt: „Ich frage euch, ist es nötig so viele Mädchen zu gebären?“

Sie vergleicht Sterbehilfe bzw. Töten des „schwachen“ Geschlechts mit Engelhilfe.


Sie dreht durch und tötet das Baby.


Nach der Tat:

Reue, sie pilgert und verschweigt die Tat. Sie sucht Zeichen von Gott.

Das Zeichen sind zwei schutzlose Mädchen einer mädchenreichen Familie mit einer kranken Mutter.

Sie überwindet sich, die Entscheidung zu treffen, was Gutes zu tun bzw. Gottes Wunsch auszuführen. Sie erlebt seltene und unbeschreibliche Emotionen. Sie sichert sich ab, dass sie nicht erwischt wird.


Sie wirft die Mädchen in die Zisterne, ergreift die Flucht, wird erwischt, täuscht eine Retterin vor, und tötet sie.


Nach der Tat:

Wird von Kindern unter Anderem Mädchen belästigt. Es passiert ein Unfall. Sie verhindert das Sterben eines Mädchens nicht.


Die Polizei ist ihr auf der Spur. Die Sünde und die Wut Gottes verfolgt sie. Sie fleht Maria an, zu glauben es wäre keine böse Absicht.

Sie erinnert sich an eine frühere Sünde, welche sie zum Guten gemacht hat: die Hilfe bei einer Abtreibung eines unerwünschten Kindes.

Sie träumt:

Ihre Enkelin, welche ungerecht getötet wurde, weint.

Sie erwacht:

Die Hölle ist in ihr.Ihr Schicksal kennt nur Gott allein. Die Flucht geht weiter.

Sie träumt beim Mittagsschlaf:

Sie ist noch Kind und gräbt vier Salatköpfe heraus, welche sich zu vier töte Mädchenköpfe verwandeln.

Erwacht und betet.


Sie träumt:

Ihre Mutter gibt ihr drei gestohlene Münzen, ihre Abbildungen sind drei tote Mädchen.


Die Polizei (Gesetzes Macht) rückt näher:

Es wird ihr Deckung geboten. Sie plant das nächste Verbrechen und verschweigt ihren wahren Namen.

Sie träumt:

Das Wasser ruft “Mörderin, Mörderin”.

Sie erwacht und denkt ob

das ertrunkene Blut genauso wie das gegossene Blut ruft. Sie betet.

Sie träumt von

ihren drei Töchter, welche sie getötet hat (sie verwandeln sich in die drei ertrunkene Mädchen).

Sie vergisst ihren Traum, weil die Realität sie mit ihren Krallen zerissen hat. Sie wünscht sich eine Erlösung für die Eltern und empfindet eine wilde Freude, das ungetaufte Baby zu ermorden.

Sie beichtet nicht, flieht weiter vor der Polizei, versteckt sich bei einem anderen Vater. Versucht den nächsten Mord eines kleinen Mädchens. Sie flieht und betet.


Sie kommt bewusst zurück zum ersten Versteck- zur ersten Familie und tötet das neugeborene Mädchen. Die Oma ruft “Mörderin”, sie belügt den Vater und flieht.


Sie träumt:

Die toten Mädchen rufen “wir sind deine Kinder...”

Sie flieht weiter und ertrinkt im Wasser bei der Flucht zwischen menschlicher und göttlicher Gerechtigkeit.

Quellen:

Παπαδιαμάντης, Αλέξανδρος: Η φόνισσα. Η πεζογραφική μας παράδοση. Εκδόσεις Νεφέλη, Athen 1988. ISBN 960-211-028-7

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Bild Binnenalster Hamburg- Εικόνα Μπινενάλστερ Αμβούργο- Imágen Binnenalster Hamburgo