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28.01.2015

Schlechte Verlierer

Photo Athen 2008, Εικόνα Αθήνα 2008
FAQs zur Griechenland-Wahl vom 27.01.15
Ein Freund fragte direkt nach der Wahl und ich antwortete.

1. Wen hast du gewählt?
  • Ich habe leider nicht wählen können, ich lag krank im Bett und eine Briefwahl gibt es nicht.
2. Das ist doch keine häufige Frage!
  • Bei den Griechen schon. Auch vor der Wahl fragen sich gegenseitig die Leute, wen man wählen wird. Bis vor einigen Jahren gab es in Griechenland eine Zwangswahl. Das heißt, man musste wählen, wenn man unentschuldigt (also nicht z.B. durch Krankheit) der Wahl fern geblieben war, wurde ein Ausreiseverbot über jemanden verhängt. In der Schule habe ich zusammen mit allen anderen gelernt, dass im Alten Athen, jeder Bürger Farbe bekennen musste, und dass diejenigen, die es nicht taten, Opportunisten und Verräter waren, die sich nach der Wahl dem Wahlsieger oder nach dem Bürgerkrieg dem Sieger anschlossen und wenn ich mich recht erinnere, sogar daher aus der Stadt gebannt wurden. Ein Bürger also, der nicht sein ihn als Bürger bestimmendes Recht ausübt, ist kein Bürger. Wahlabstinenz bedeutet traditionell daher eine Schädigung der Demokratie und wurde daher per Gesetz verboten. Darüber zu reden, wen man wählt, ist also ein Bekennen in nicht-Opportunismus, in die freie Wahlentscheidung, auch wenn man dann einer Minderheit, den Verlierern, angehört und es ist der Anfang der politischen Diskussion. Das Farbe Bekennen verstärkt jedoch auch eine Polarisierung oder sogar Spaltung der Gesellschaft, wie dies auch bei dieser Wahl der Fall war. Seit einigen Jahren hat die EU gemeint, dass die Zwangswahl nicht demokratisch sei und demnach wurde sie abgeschafft. Das hat die Griechen nicht sonderlich gestört.
3. Und wie ist es jetzt mit der Wahlbeteiligung?
  • Die Wahlbeteiligung sinkt seitdem von Wahl zu Wahl. Das erste Mal waren einige Demokraten schockiert. Jetzt haben sich die Leute dran gewöhnt. Dieses Mal lag sie bei einer Rekordtiefe von 36,13 Prozent.
4. Wer ist Syriza?
  • Die Frage wird jetzt nicht mehr gestellt, da die deutschen Medien seit einigen Jahren unisono beantworten: Linksradikale. Kaum jemand weiß weiter, wer Syriza ist, oder wofür die Syriza-Leute einstehen. Dies hat auch damit zu tun, dass die deutschen Medien keine gute Arbeit geleistet haben. Nicht nur in strengem Sinne journalistisch, sondern auch in ihrer Funktion als Mittler. Und da dies mein erlernter Beruf ist, ein paar Worte zur Übersetzung von Sprache und Kultur. Im Deutschen bedeutet linksradikal gleich linksextrem. Radikal ist jemand von extremen Ansichten. Im Griechischen bedeutet das Akronym Sy.Riz.A. wortwörtlich: Koalition der radikalen Linken. Radikal (Griechisch rizospastis: (mit seinen) Wurzeln brechend) im Griechischen bedeutet allerdings nicht extrem. Der Radikale ist derjenige der von Grund auf (vor allem) denkt. Linke Parteien werden traditionell progressiv und „radikal“ im griechischen Sinne bezeichnet, da sie mit alten Strukturen „brechen“ wollen, und die Dinge „komplett“, „von Grund auf“ überdenken möchten. Im Griechischen gibt es den Begriff rechtsradikal daher auch nicht, man spricht nur von einer Extremen Rechten. Richtig im deutschen Politjargon wäre daher, Syriza als ein progressives, linksalternatives Bündnis zu betiteln, noch akkurater als die gemäßigte, proeuropäische, linksalternative und grüne Partei Griechenlands. Die deutsche Bezeichung linksradikales Bündnis ist falsch, irreführend und tendenziös.
5. Proeuropäisch? Gemäßigt? Grün?
  • Ja. Der erste Stamm der Mitglieder waren abgespaltene Mitglieder der KKE, der Kommunistischen Partei Griechenlands, die vor der Wende nicht dem prosowietischen Kurs der KKE folgten und einen pro-europäischen schlugen. Dann kamen die Grünen dazu und allmählich weitere Linke, weitere ehemalige KKE, weitere Grüne, pro Asyl-Leute, Menschenrechtler, Immigranten, Gewerkschafter, Feministinnen, LGBT-Rechtler, Alternative im weiteren Sinne. Als letzte kamen in den Krisenjahren eine Menge ehemalige Pasok-Mitglieder, also Sozialdemokraten. Zum ersten Mal sah man in einer Wahlsiegerversammlung in Griechenland die Regenbogenfahne. Das ist ein Signal gegen den Faschismus und die Neonazis, das wahrgenommen wird. Ein erster Lichtblick.
6. Also eigentlich sollten sich auch die Grünen hier über den Wahlsieg freuen und nicht nur die Linke, oder?
  • Ja, so ist es. Und viele andere auch.
7. Und was soll jetzt diese Koalition „im Eiltempo“ mit den Rechtspopulisten? Ist das nicht eine „befremdliche Koalition“?
  • Die An.El. „Unabhängige Griechen“ sind ehemalige Nea Dimokratia Leute, die den Sparkurs, im Griechischen wird eher von Ausverkauf geredet, nicht folgen wollten. Sie sind allerdings höchstens genauso rechtspopulistisch wie die ehemalige Regierungspartei – deren Chef Samaras neulich im Wahlkampf sagte, Syriza könne doch nicht ernsthaft nach Charlie Hebdo behaupten, Migranten willkommen zu heißen – nur dass sie dezidiert der korrupten, unpopulären Regierung nicht folgen wollten. Dies haben sie sehr früh getan, es sind also keine Opportunisten. Im Eiltempo, wie wieder tendenziös von der Tagesschau/Heute berichtet wurde, wurde diese Koalition nicht geschmiedet. Wie in dem Beitrag der Tagesschau/Heute schon ein griechischer Bürger äußerte, war bereits im Wahlkampf klar und für jeden unüberhörbar geäußert worden, dass die Anel bereit waren, mit der Syriza zu koalieren und unter welchen Bedingungen. Ebenfalls unüberhörbar war, dass von den anderen Parteien, die ins Parlament eingezogen sind, keine andere Partei bereit war, mit Syriza zu koalieren. KEINE. Ja, ich weiß, hier wurde berichtet, dass To Potami, in Frage käme. Pustekuchen! To Potami flüsterte (so richtig gehört hatte es keiner, aber es wurde so berichtet) nach der Wahl sie wären vielleicht bereit zu koalieren, wenn Syriza die Wirtschaftspolitik der Vorgängerregierung fortsetzen würde, aber dann vielleicht doch nicht. Syriza hatte also nicht die Wahl, wie manche schreiben oder sagen, einen Koalitionspartner zu suchen und hat ausgerechnet die Anel gewählt. Es gab keine andere Wahl. Aber dennoch, ein schlechter Koalitionspartner sind die Anel nicht. Es ist also keine „befremdliche Koalition“ wie der Präsident des EU-Parlaments, ebenfalls entweder ignorant oder als schlechter Verlierer sagte, beides spricht nicht für ihn, die EU-Organe oder für die SPD. Ferner gab es keine geheimen Verhandlungen, wie die deutschen Medien berichteten, um diese Koalition zu diskreditieren, sogar direkt nachdem sie jenes Interview mit jenem griechischen Bürger zeigten, der das Gegenteil bestätigte. Eine beschämende Kommentierung seitens der deutschen Nachrichtensprecherin. (Übrigens ich hielte es für einen schlechten Witz als bei der Tagesschau am Wahlabend als erstes eine wahrscheinlich betrunkene, jedenfalls völlig erheiterte, blondierte Griechin, mit Cola-Light-Mischgetränk den Wahlsieg als erste von zwei Bürgern kommentieren sollte.) Die einzigen Bedingungen für eine Regierungsbeteiligung der Anel liegen hauptsächlich im Bereich der Verteidigungspolitik und sind nicht der Hauptschauplatz der Syriza-Anliegen. Darüber hinaus unterstützen die Anel voll und ganz das Hauptanliegen der Syriza nach einer Beendigung des Kaputtsparens und des Ausverkaufs bzw. ist es ihr Gründungsanliegen. Dafür wurde Syriza hauptsächlich gewählt und daher ist diese Koalition die beste, um viel in dem Bereich zu erreichen. Also das „Eiltempo“ war nur möglich, weil es bereits vorbereitet war, und das ist sicher kein Manko, sondern löblich. Es ist richtig gut, dass die Regierung sich gleich an die Arbeit macht, es gibt keine Zeit zu verlieren. Ein Lichtblick. Vielleicht aber ist es eher ein Zeichen von Schlechten Verlierern, wenn man enttäuscht ist, dass der Sieger gleich zur Sache geht und nicht Zeit durch noch ein paar Propaganda-Berichten und Worten von den Europäischen Konservativen gewonnen werden kann. Tsipras und seine Schnelligkeit hat sie überrascht und ihnen missfallen. Samaras selbst war nicht überrascht, er hat das Premierministerbüro komplett geräumt übergeben; er hat noch nicht einmal einen Bleistift sozusagen am Montag Nachmittag drin gelassen. Der Tresor war geöffnet und leer. Er hat auch nicht wie das Protokoll und die Höflichkeit gebührt, eine formelle Übergabe gemacht, er war am Montag einfach nicht mehr da. Ein eindeutig schlechter Verlierer.
8. Aber was ist mit allen anderen Anliegen von Syriza und Anel, „gab es denn überhaupt Koalitionsverhandlungen“?
  • Diese Frage seitens der Tagesschau/Heute soll suggerieren, dass bei den Griechen unseriös zugeht. Ich habe bereits bei der vorigen Frage dazu teils geantwortet. Noch ein paar Hintergründe dazu: Wie bereits über das griechische Wahlsystem erfahren, unterstützt das System Ein-Partei-Regierungen, Koalitionsregierungen sind eigentlich nicht vorgesehen und im Regelfall auch nicht gewollt. Es gab daher nur in absoluten Notsituationen Koalitionsregierungen und sie alle einte eins: Gefahr im Verzug. Ich hoffe, es ist allen klar, dass z.B. mehrere vorgezogene Wahlen, eine Spaltung der Gesellschaft, extreme Spannungen und wütende und mordende Nazis täglich auf den Straßen, eine äußerste Notsituation sind. Es ist begrüßenswert und auch den beiden Parteien hoch anzurechnen, dass sie bei diesen erneuten vorgezogenen Wahlen, schnell und klar sich bereits im Wahlkampf geeinigt haben, dass sie, wenn nötig, koalieren würden und der abgewählten und bis zu den Knochen korrupten Regierung nicht durch eine neue Koalition zum Weitermachen verhelfen. Denn das wäre die Alternative. Ein dritter Lichtblick.
9. Was hältst du von der Syriza-Regierung? Die Linken haben so viel im Wahlkampf versprochen, es kann nicht sein, dass die Griechen wirklich glauben, dass Syriza ihnen hilft. Die EU hat bereits gesagt, dass mit ihnen keinen Schuldenschnitt zu machen ist.
  • Manche werden sicher glauben, dass mit Tsipras der Messias kommt. Die Meisten jedoch hoffen, dass es jetzt etwas besser wird, dass der Untergang etwas angehalten wird. Die meisten sind pragmatisch und freuen sich auf kleine jedoch aufgrund des bisherigen Sumpfs bedeutende Lichtblicke. Die Stimmung im Land war mittlerweile katastrophal, überall Verelendung und Depression. Auch wenn es manchen nicht schlechter durch die Krise ging, war die Stimmung so erdrückend, dass auch sie depressive Verstimmungen zeigten. Diese Stimmung war auch ein Resultat der Ohnmacht und Angst, die die Menschen fühlten, dass sie nichts, auch nicht mit ihrer Stimme, mehr selbst bestimmen würden. Die Propaganda aus dem Ausland und Inland war erdrückend und weckte paranoide Ängste z.B. vor einer Diktatur. Der Wahlsieg von Syriza beendet diese katastrophale Rhetorik, die die Menschen demoralisierte, deprimierte und verängstigte.
    Der erste Tag nach dem Syriza-Wahlsieg war voller Lichtblicke, Signale gegen die Neonazis und für ein aufgeklärtes Griechenland, Signale, die tatsächlich etwas Hoffnung spenden: Tsipras leistete als allererster Premierminister seinen Eid nicht auf die Bibel. Nein, Syriza wird in diesen vier Jahren nicht die Trennung von Staat und Kirche vollziehen können, aber das Signal ist ein wichtiges, in einem Land, in dem niemand die Kirche kritisieren darf, die steuerfrei schaltet und waltet, deren mancher Bischöfe Faschisten und Nationalisten befeuert und Teile deren Klerus´ Hassbotschaften aussendet. In diesem Land unter der Regierung der Schwesterpartei der CDU, Nea Dimokratia, ist ein harmloser Satiriker im facebook, namens Alter Pastitsios in Anlehung auf den neuesten selig gesprochenen Mönch, den Alten Paisios, zu mehrere Monate Haft für seine Satire verurteilt worden.
    Tsipras legte als allererstes einen Blumenstrauß an das Denkmal für die von den Nazis erschossenen Kommunisten. Die griechischen Kommunisten waren diejenigen, die das Land gegen die Allianzmächte und die Achse zu 80 Prozent befreiten, allerdings gezwungen wurden zu kapitulieren, damit England eine Regierung von Kollaborateuren und Monarchisten einsetzen konnte. In der Geschichtsschreibung jener Regierung und der nachfolgenden Regierungen wurde die Leistung der Kommunisten nicht erwähnt oder geleugnet, der Faschismus, der anschließende Bürgerkrieg und auch alle andere Folgen sind bis heute trotz ihrer evidenten Auswirkungen auf die Gesellschaft nicht aufgearbeitet. Tsipras' Geste ist ein klares Signal gegen die Neonazis, die während der Krise aus diesem nicht historischen Bewusstsein Kapital schlugen.
    Tsipras sprach auch als erster Wahlsieger davon, dass der Sieg auch für die Auslandsgriechen insbesondere die jungen AkademikerInnen zu verstehen ist. Die Griechen im Ausland haben aus vielfältigen Gründen Griechenland den Rücken gekehrt, die meisten jedoch, weil es dort aus ökonomischen oder politischen Gründen unerträglich war. Das ist auch ein Signal an die Migranten, die so wie ich, seit Ewigkeiten von den „daheim“ gebliebenen angefeindet werden, nicht ihr Wahlrecht in oder nah an ihrem Wohnsitz ausüben dürfen und auch ein Signal an die Bürger in Griechenland, dass sie nicht nur mit ihrer Stimme für sich selbst sprechen, sondern auch für alle, die es nicht können oder durch Abstinenz ihrem Unmut oder Verzweiflung Ausdruck verleihen möchten. Und es ist auch wieder ein Signal gegen die, die argumentieren, dass wer das Land verlässt, sein Wahlrecht als nicht-Patriot verwirkt. Noch ein Lichtblick.
    Selbstverständlich ist ein einziger, erster Tag nicht ausschlaggebend für die nächsten vier Jahre, und Symbolpolitik reicht nicht aus, aber es ist der erste Tag seit langer Zeit, an dem die meisten Griechen, sich nicht für ihre Regierung schämen müssen.
10. Eine letzte Frage: Du sagst, dass der Syriza-Sieg ein wichtiges Signal gegen die Faschisten und Neonazis ist. Letztere sind jedoch drittstärkste Kraft im Parlament geworden.
  • Ja, aber mit weniger Stimmen als bei der letzten Wahl. Nur in zwei Wahlbezirken in Kavala und Rodopi in Nordgriechenland konnten sie mehr Wähler als bei den letzten Wahlen überzeugen. Jede verlorene Stimme der Neonazis, weckt die Hoffnung, dass auch deren Hirne noch für die Demokratie, Toleranz und die Menschlichkeit eventuell wieder zu gewinnen sind. Und dass ganz nach dem Wahlmotto von Syriza noch Hoffnung für Griechenland besteht.

23.12.2008

Meine wertlose Botschaft kommt von Herzen

Weblog: Sprich deinen Wunsch für die Festtage aus. Deine LeserInnen haben Erwartungen, du willst sie nicht enttäuschen...
Elan: Zum Fest wünsche ich Frieden im Inneren und auf der Welt.
Weblog: Wie banal. Wie viele wünschen sich das immer Jahr für Jahr? Tag für Tag? Stunde für Stunde?
Elan: Milliarden? Millionen? Tausende? Ich weiß es nicht, denn eigentlich ist der Wunsch meiner Meinung nach auch nicht viel Wert. Einen Wert hat nur der Frieden an sich.
Weblog: Also dann...

Friedliche Wünsche aus Leipzig in musikalischer Begleitung von Edwin Starrs War (1970):



War! - huh- yeah-
What is it good for?
Absolutely nothing
Uh-Huh

War! – huh – yeah-
What is it good for?
Absolutely nothing
Say it again y’all

War! – huh – good God
What is it good for?
Absolutely nothing
Listen to me…

Ohhh… War! I despise
Because it means destruction’
Of innocent lives
War means tears
to thousands of mothers eyes
When their sons go to fight
and lose their lives

I said - War! Huh – Good God y’all
What is it good for?
Absolutely nothing
Say it again

War! Whoa, Lord
What is it good for
Absolutely nothing
Listen to me…

War! It ain’t nothing but a heartbreaker
War! Friend only to the undertaker
War! It’s an enemy to all mankind
The thought of war blows my mind
War has caused unrest in the younger generation
Induction then destruction
Who wants to die?

Ohhh… War – Good God Y’all
What is it good for?
Absolutely nothing
Say it, Say it, Say it

War! Uh-huh – Yeah - Huh!
What is it good for?
Absolutely nothing
Listen to me…

War! It ain’t nothing but a heartbreaker
War! It’s got one friend, that’s the undertaker
War has shattered many a young mans dreams
Made him disabled bitter and mean
Life is much to precious to spend fighting wars these days
War can’t give life, it can only take it away

War! Huh – Good God y’all
What is it good for?
Absolutely nothing
Say it again

War! Whoa, Lord
What is it good for
Absolutely nothing
Listen to me…

War! It ain’t nothing but a heartbreaker
War! Friend only to the undertaker
Peace Love and Understanding;
tell me, is there no place for them today?
They say we must fight to keep our freedom
But Lord knows there’s got to be a better way

War! Huh – Good God y’all
What is it good for?
You tell me
Say it, Say it, Say it

War! Huh – Good God y’all
What is it good for?
Stand up and shout it.
Nothing!

Lyrics from: http://www.geocities.com/dreadshot

22.11.2008

Voll drin!

Weblog: Oft kommt es im Studium vor, dass mensch sich voll 'raus fühlt. Wie ist es bei dir gerade?
Elan: Hmmm. In unserem Institut habe ich viele Leute getroffen, die sich so fühlen. Aber mir geht es zur Zeit doch recht gut. Erstaunlich!
Weblog: Warum meinst du ist es so?
Elan: Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle. Ich meine, dass der entscheidende Faktor ist, dass das Studium jemandem vermiest wird.
Weblog: Nein, ich meinte, warum geht es dir nicht so?
Elan: Achso. Ich glaube, weil ich mich mit allen Mitteln selbst zu motivieren versuche. Das geht, wenn sich zum Beispiel Gleichgesinnte selbst helfen. Ich bin mittlerweile froh, dass es meine KommilitonInnen gibt und lasse mich vom ersten Eindruck unter den Bedingungen einer kompetitiven Klasse nicht mehr beeinflussen. Zusammen lernt sich schließlich besser.
Weblog: Sprichst du von deiner Lerngruppe?
Elan: Auch. Ich habe in diesem Semester einen sehr intensiven Kontakt mit meinen LeidsgenossInnen und das tut gut. Das war an der Uni Malaga etwas, was mir richtig gefiel. Jetzt habe ich einen intensiven und lernorientierten Kontakt auch an der Uni Leipzig. Also nach der Dolmetsch-Lerngruppe, einige Motivationsgespräche und das kurze Eintauchen in die feministische Übersetzungswissenschaft fühle ich mich zwar müde, aber sehr zufrieden mit dem heutigen produktiven Tag.
Weblog: Sehr schön. Steht noch etwas für heute an?
Elan: Etwas Schönes: Ich werde mich für meine Theatergruppe vorbereiten. Ein Einakter namens Der Prozess von Orpheus und Euridike von Jorgos Skurtis ist dran.
Weblog: Dann möchte ich dich nicht weiter aufhalten, und bedanke mich für dieses Selbstgespräch.

Bild Die Straßen von Leipzig, Εικόνα Οι δρόμοι της Λειψίας

07.05.2008

Psychophysiologie

Weblog: Ich sehe dich heute sehr genervt.
Elan: In der Tat.
Weblog: Warum denn?
Elan: Ich will nicht darüber reden.
Weblog: Und wenn ICH es will?
Elan: Es ist mir egal. Mit EgoistInnen rede ich nicht.
Weblog: Na dann, vielen Dank für dieses Selbstgespräch.

Εικόνα γατούλα γλυκιά/ Imágen gatita/ Bild süßes Kätzchen

28.04.2008

Please mind the GAP

Weblog: Endlich sprichst du wieder Deutsch. Mittlerweile dürftest du alle deine deutschsprachigen LeserInnen verloren haben.
Elan: Schwachsinn! Außerdem hättest du jederzeit damit anfangen können.
Weblog: Ist ja nicht so schlimm. Niemand vermisst dein Gerede.
Elan: Mag sein. Eigentlich würde ich lieber auf Spanisch schreiben, aber es fällt mir immer noch so schwer, mein Spanisch ist nicht originell. Letzte Woche hatte ich ein Erfolgserlebnis in der WG: Ich habe Witze auf Spanisch erzählt und es wurde darüber gelacht.
Weblog: Siehste? Es wird schon Kleines, keine Sorge. Sachma, was habe ich denn da gehört? Du trainierst mal wieder?
Elan: Ein wenig.
Weblog: Und wie ist es? Machst du Fortschritte?
Elan: Na klar, was denkst du denn? Bei einem Kurs wie Glúteos- Abdominales-Piernas (GAP), also Bauch-Beine-Po, im Hochschulsport erfahre ich sogar etwas über das länderübergreifende Provinztum. Das spanische hat sich mir heute im Umkleideraum für Frauen offenbart.
Weblog: Wie denn das?
Elan: In allen Sport- und Umkleidejahren meines Lebens in (lass-mich-zählen) sechs verschiedenen Ländern hatte ich noch nie gesehen, dass alle die ganze Zeit ihre Genitalien mit einem Handtuch verhüllen. Daran habe ich mich hier gewöhnt, auch wenn ich mich an so eine Prüderie nicht anpasse. Das wurde heute getoppt. Ich habe zwei junge Studentinnen in der Umkleide am Rande sehen dürfen, die über ihre verschwitzte Unterwäsche ein Bikini anzogen, die Unterwäsche dann unter dem Bikini auszogen und dann mit dem Bikini unter die Dusche hüpften! Sag du mir jetzt, ob das irgendwie noch zu verstehen ist.
Weblog: Nö.
Elan: Sag ich ja.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.

Bild-Imágen-Εικόνα Málaga

16.04.2008

Milbradt ist zurückgetreten

Weblog: Elan, woran wirst du dich bei Milbradt erinnern?
Elan: An nichts.
Weblog: Nicht mal an das persönliche Kennenlernen?

Elan: Nein, an nichts.
Weblog: Komm schon, wie wäre es damit, dass er deinen Namen wusste und korrekt ausgesprochen hat, als er dir die Hand am Rande eines Vortrags an der Uni Leipzig schüttelte?
Elan: Nö.
Weblog: Und die peinliche Bemerkung über seine Frau in irgendeinem Schloss in Dresden am Rande irgendeiner HochschulrektorInnenkonferenz, der du beiwohnen durftest? Die wirst du doch nicht so schnell vergessen, oder?

Elan: Doch. An nichts werde ich mich erinnern. Ich glaube, auch alle persönlichen Erlebnisse werde ich schnell verdrängen.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.


Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) ist am Montag zurückgetreten. Hier könnt ihr seine Worte dazu lesen.

Bild Demo gegen Studiengebühren 2005, Leipzig- Imágen manifestación contra las matrículas 2005, Leipzig- Εικόνα συλλαλητήριο για τη δωρεάν Παιδεία 2005, Λειψία

17.02.2008

Hamburger Sonntag

Weblog: Hallo Elan, wie geht es uns heute?
Elan: Gut. Ich habe Ruhe, höre Johnny Cash und arbeite. Ich bin fast fertig mit der Ausarbeitung von Lerchners Studien zum Nordwestgermanischen Wortschatz.
Weblog: Hast du etwas Interessantes gelernt?

Elan: Nö, aber gestern als ich für Dr. W. Voigt noch an den Archaismen im Deutschen gearbeitet habe, bin ich auf dieses Liedchen gestoßen: die Heinzelmännchen von August Kopisch. Ich kannte schon die Geschichte der Heinzelmännchen, aus einem Märchen: οι νάνοι και ο τσαγκάρης (der Schuster und die Zwerge). Ich hatte das auf Kassette von Alekos Alexandrakis (auf Griechisch gesprochen). Es war eine Weihnachtsgeschichte: Ein armer, alter Schuster arbeitet zu langsam. Eines Tages helfen ihm die Heinzelmännchen aus der Patsche. Dann jedoch verscheucht er (oder seine Frau) sie leider durch seine (oder ihre) Neugierde.
Weblog: Aha. In deiner Quelle steht, es sei ein kritisches Lied. Ein Weihnachtsmärchen ist doch etwas ganz Anderes oder nicht?
Elan: Mag sein. Das Recht auf Faulheit der KölnerInnen ist seit dem Einzug Preußens verschwunden. Die PreußInnen als Heinzelmännchen zu sehen, die lieber nie nach Köln gekommen wären, ist eindeutig kritisch.
Weblog: Und lustig, oder?
Elan: Auf jeden Fall. Allerdings muss kritisiert werden, dass mal wieder sexistische Überzeugungen zum Vorschein kommen. Schuld daran, dass die fleißigen Helferlein die Stadt wieder verlassen, ist die Neugierde ausgerechnet einer Frau. In dem ganzen Liedchen kommen nur Männer vor (Zimmermann, Fleischer, Schneider), die Arbeiten verrichten und eine einzige Frau, die nichts besseres zu tun hat, als den Männlein eine Falle zu stellen.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.
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Bild Berlin am Lehrter Bahnhof- Imágen Berlín- Εικόνα Βερολίνο κοντά στον καινούριο Κεντρικό Σταθμό

06.10.2007

Antifademo in Leipzig 3.10.07

Weblog: Wie fandest du die Demo am 3.10.07 in Leipzig?
Elan: Du meinst die Antifademo?
Weblog: Ja, wie fandest du sie?
Elan: Jetzt ganz erhlich, darf ich hier wirklich eine Antifademo kritisieren?
Weblog: Na klar. Was hat dir denn nicht gepasst?
Elan: Der Redner und die Oberflächlichkeit, welche er ausgedrückt hat.
Weblog: Ui! Da musst du jetzt konkreter werden.
Elan: Ach ist egal, bei ihm hat das Handwerk einfach gefehlt. Es ist einfach nur nervig zwei Stunden lang einen schlechten (keine Stimme, keine Inhalte, keine Pointen, keine Aufforderung, keine Kommunikation mit den DemonstrantInnen) Redner zu hören, aber wie bekannt ist Rhetorik in Deutschland nicht sehr hoch angesehen.
Weblog: Das stimmt doch gar nicht. Alle wollen hier gute RednerInnen hören. Ich glaube, dass ist eine unzulässige Generalisierung deinerseits.
Elan: Glaube ich nicht. Es ist einfach erschreckend, wie wenige (eine kleine Elite) tatsächlich rhetorisch versiert ist. Rhetorik ist zwar eine Kunst, aber definitiv nicht allein einer Elite vorbehalten. Außerdem geht es nicht darum, dass die Leute gute RednerInnen hören wollen, sondern ob tatsächlich Rhetorik zum Beispiel in der Schule oder an der Universität gelehrt und gelernt wird. Die Antwort ist leider, nein. Wieviele absolut zum Wahnsinn treibende Referate und Vorträge muss man denn hören, um endlich sie unterbrechen zu dürfen? Wann wird endlich geschult "frei" zu sprechen? Warum ist den Leuten so was von egal, ob sie nicht kommunizieren können, weil sie so schlecht reden können? Und warum werden hier oft Vorwürfe laut, dass gute Redner(innen) (per se?) Populist(inn)en sind?
Weblog: Ok, ich habe es verstanden. Worum ging es eigentlich bei der Demo?
Elan: Es ging darum gegen die Etablierung von Neonaziläden in Leipzig zu protestieren. Damit sind Läden, welche faschistische und Neonazi-Lifestyle-Produkte, wie Thor Steinar im Sortiment führen, gemeint gewesen. Hier ging es eher darum, dass die Kleidung und die Läden, die sie verkaufen, als Anziehungs- und Organisierungspunkt für Neonazis fungieren und somit die Forderung der DemonstrantInnen diese Läden zu schließen eine ernstgemeinte und legitime ist, welche ich mich auch anschließe. Nazistrukturen müssen aufgebrochen werden oder gar nicht entstehen.
Weblog: Aha. War denn die Demo erfolgreich?
Elan: Wenn man die TeilnehmerInnenzahl betrachtet, ja. Es waren mehr als 1500 Leute da.
Weblog: Waren die DemonstrantInnen denn einheitlich gekleidet?
Elan: Fast. In Deutschland ist es nun mal sehr wichtig durch die Kleidung seine politische Überzeugung kundzutun. Dem antideutschen Redner hat es jedoch nicht gepasst, dass manche mit Palitüchern aufgetaucht sind (während die israelische Fahne rumgeschwenkt werden durfte).
Weblog: Ja, Palitücher tragen sogar manche Neonazis.
Elan: Richtig. Allerdings finde ich es falsch nur weil Neonazis linke Codes (Bekleidung, Sprache) sich aneignen, diese in der linken Szene aufzugeben. Das war jedoch noch nicht mal die Begründung des Redners, der die Entfernung der Palitücher forderte. Er meinte, man wolle nicht kapitalistische Symbole in der Demo sehen!
Weblog: Hä? Das verstehe ich nicht. Was war damit gemeint?
Elan: Keine Ahnung. JedeR weiß, dass die Palitücher von den Antiimperialisten oder SympatisantInnen der PalästinenserInnen getragen werden. Also in diesem Sinne noch nie als kapitalistische Symbole gegolten haben. Aber ich weiß es nicht. Vielleicht kann mir das jemand da draußen noch freundlich erklären.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.

20.08.2007

Sommerloch?

Weblog: Kommst du gerade nicht dazu täglich zu schreiben oder hast du nichts zu erzählen?
Elan: Ich glaube, ich komme nicht wirklich dazu.
Weblog: Womit beschäftigst du dich gerade?
Elan: Ich arbeite an einem Korpus-linguistischen Projekt. Ich ordne und zähle altsächsische Lemmata aus dem Vollständigen Wörterbuch zum Heliand und zur altsächsischen Genesis.
Weblog: Und was willst du mit den Daten machen?
Elan: Ich mache damit nichts, die Daten braucht ein Linguist, aber leider weiß ich nicht genau wofür. Ich glaube, sie sollen in eine Publikation über die niederdeutsche Sprache einfließen.
Weblog: Na gut. Macht es zumindest etwas Spaß oder lernst du etwas dabei?
Elan: Es geht. So viel Zeit, um darüber nachzudenken, was ich da zähle, habe ich ja nicht. Ab und zu gibt es schon interessante Details.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.
Bild Dimitris Bourgiotis Kätzchen Angidia Naxos - Εικόνα Δημήτρης Μπουργιώτης Γατάκι Αγκίδια, Νάξος

17.08.2007

Party

Weblog: Gibt es zum Abschied eine Party?
Elan:Ich hoffe. Mein Freund Em-I hat eine für den Samstag angekündigt.
Weblog: Toll! Kann ich auch vorbeikommen?
Elan: Ja, klar. JedeR, der/die mich kennt darf vorbei. Auch wenn ich keine Zeit zum Einladen hatte.
Weblog: Cool. Dann bis Samstag. Und denk noch deine Hausarbeit zu Ende zu schreiben.
Elan: Sie ist schon längst abgegeben! Sie bekam einen anderen Namen: Komposition in der unterspezifizierten Semantik. Vielleicht nehme ich mir des Themas bei der Diplomarbeit wieder an. Mal sehen.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.
Bild Dimitris Bourgiotis Naxos- Εικόνα Δημήτρης Μπουργιώτης Νάξος

09.08.2007

Malaga Eis

Weblog: Das wollte ich schon immer mal fragen: Gibt es auch Malaga- Eis in Malaga?
Elan: Ja, das gibt es. Letztes Jahr habe ich ihn auch gegessen gehabt. Heute war ich im Traditionseisladen in Larios Casa Mira, der seit 1890 Eis macht und habe ihn bewusst gekostet.
Weblog: Schmeckt er wie in Deutschland oder Griechenland?
Elan: Nein, der Geschmack ist intensiver, rosiniger.
Weblog: Und warum heißt er so?
Elan: Weil hier die Gegend für Wein und Rosinen bekannt ist.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.

04.08.2007

Ein Erfolgserlebnis

Weblog: Endlich ein guter Titel! Was ist los?
Elan: Ich habe soeben mein Ergebnis von der Klausur Formale Semantik im Netz gelesen.
Weblog: Und?
Elan: Ich habe 70 von 78 Punkten bekommen, eine 1-. Juhuu! Es ist das zweitbeste Ergebnis der Klausur. Das beste Ergebnis waren 71 Punkte.
Weblog: Gratuliere. Und jetzt?
Elan: Jetzt, wenn ich die Übersetzungsprüfung vom letzten Mittwoch bestanden habe, bin ich für die Abschlussprüfungen zugelassen.
Weblog: Das ist cool, dann musst du die Hausarbeit nicht mehr machen?
Elan: Formal gesehen ja. Aber der Prüfer will sie trotzdem. Und ich will zu Ende bringen, was ich ambitioniert angefangen habe. Es ist auch egal, ich weiss jetzt, dass wenn ich ein wenig mehr als 2 Tage lerne, auch meine Abschlussprüfungen gut werden könnten. Ich werde es jetzt definitiv probieren. Das Ergebnis hat mir Mut gemacht.
Weblog: Na gut, mach was du willst, aber nölle nicht mehr hier herum. Deine FreundInnen machen sich ja Sorgen.
Elan: Ja, es tut mir Leid, das wird ab jetzt hoffentlich besser. Und danke an allejenigen, die mir aufpeppelnde Worte in letzter Zeit schrieben oder sagten. Es war echt toll.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.
Bild Athen, Griechenland - Εικόνα Αθήνα

02.08.2007

Na dann, tschüß!

Weblog: Kommen wir zu einem wirklich wichtigen Thema: Wann bist du endlich weg?
Elan: In letzter Zeit ist das die einzige Frage neben…

Weblog: Wie laufen deine Prüfungen?
Elan: Genau. Also, ich bin zwischendurch im August weg und dann ab September, aber komme immer mal wieder, ich habe hier noch viel zu tun.

Weblog: Hä?
Elan: Jawohl. Und die Prüfungen, keine Ahnung, ich habe keine Zeit, um mich drum zu kümmern. Die nächste Frage, welche oft…

Weblog: Wann ist deine Abschiedsparty?
Elan: Du hast es. Also die Antwort ist auch: „Keine Ahnung“. Ich habe keine Zeit sie zu organisieren. Als heute der große weise Chinese mich auch fragte, wann die Party nun wohl sei, habe ich gedacht, gut, dann nenne ich mal ein Datum und wer will, darf sie organisieren.

Weblog: Wann wäre das also?
Elan: Vom 18. bis 19. August. Die zwei Wochen drauf sind meine Prüfungen. Also, das ist die letzte Möglichkeit.
Weblog: Aber das ist ein ganzes Wochenende! Was hast du dir dabei gedacht? Dass die Leute sich 48 Stunden lang von dir verabschieden?
Elan: Das ist mir egal, wie sie es tun. Ich bin da. Außerdem dachte ich, vielleicht möchten bei der Gelegenheit auch Leute, die noch nie in Leipzig waren, mich besuchen kommen.

Weblog: Wo sollen sie denn alle übernachten?
Elan: Vielleicht gar nicht? Also gut, ich habe zwar meinen Mitbewohner noch nicht gefragt, aber unser Garten ist ja groß, wie ein halbes Fußballfeld, da kann gecampt werden, oder ich habe noch eine bessere Idee: der große weise Chinese kann sie privat unterbringen lassen.

Weblog: Das klingt ja alles aufregend. Ich bin dabei!
Elan: Ich auch!

Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.
Bild Liosporos, Athen, Griechenland- Εικόνα Λιόσπορος Αθήνα-Ψυρρή

25.07.2007

Alles neu

Weblog: Du bist in letzter Zeit hier seltener anzutreffen. Brauchst du mich nicht mehr?
Elan: Och doch, ich habe nur weniger Muße gerade, ich möchte endlich diese verdammte Hausarbeit, an der ich seit April mit Unterbrechungen arbeite, fertig kriegen.
Weblog: Und wie läuft sie?

Elan: Gestern habe ich sie wieder angefasst. Mal sehen, ich glaube es werden noch Probleme auftauchen.
Weblog: Was gibt es noch Neues?

Elan: Ich habe einen Untermieter für 3 Monate. Ab Dezember muss ich jemanden Neues suchen. Sonst, habe ich die Zusage aus Malaga gekriegt und bin froh endlich wieder am Mittelmeer zu sein. Ich sage dazu: Ge- las- sen- heit. Sie hat mir hier sehr gefehlt. Bestes Beispiel der gestrige Tag: Erstes Erlebnis: die Spanierin im Erasmusbüro in Malaga war total gelassen, obwohl alles mit Leipzig und mir nicht optimal gelaufen ist und sagte mir gleich "Don t worry, Eleni, just book your flight and come over!". Genau diese freundliche Art gefällt mir sehr,
sie spricht mich auch noch mit meinem Namen herzlich an... ach, das tut gut. Kontrastprogramm: Weiterhin ist es unklar, wer mich im September in Griechisch prüfen wird, da im Institut alle so unentspannt und zerstritten sind, dass sie nicht eine verlässliche Aussage machen können. Es nervt.
Weblog: Elan, ich wünsche dir dann viel Glück und danke dir für dieses Selbstgespräch.
Bild Naxos, Chora- Eικόνα Χώρα Νάξου

19.07.2007

Meine letzte Lehrveranstaltung

Weblog: Hallo Elan, wo warst du so lange?
Elan: Ich war in Weimar und musste auch noch eine Klausur in Formale Semantik schreiben.
Weblog: Und wie war s?
Elan: In Weimar oder das Schreiben der Klausur?
Weblog: Beides.
Elan: In Weimar war es sehr schön, ich habe viel erlebt. Ich war in drei Ausstellungen, zwei Parties, ein Konzert und sehr lecker Essen. Die Klausur ist gut gelaufen und der Vortrag auch. Ich bin mit der Vorlesungszeit in diesem Semester zufrieden.
Weblog: Ich habe dich vermisst.
Elan: Ich dich auch.
Weblog: Wirklich? Du bist ja sehr nett. Was machst du jetzt in den Ferien?
Elan: Meine Abschlussprüfungen organisieren und für sie lernen und den Aufenthalt an der Uni Malaga organisieren. Das ist schon viel, weißt du?
Weblog: Ich kann es mir schon denken. Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.Bild Plaka, Naxos -Εικόνα Πλάκα, Νάξος

01.07.2007

Prozessionale Komposition

Weblog: Toller Titel!
Elan: Er ist vorläufig. So wie die neue Einleitung dazu. Immerhin bin ich seit einer Woche auf Seite 10 von 20 rumlungern geblieben, aber morgen, ja morgen ist der große Tag, morgen werde ich wie eine Maschine 5 Seiten oder noch mehr schreiben.
Weblog: Das sagst du jetzt mindestens zum 10. Mal seitdem du dich hier eingerichtet hast. Erzähl mir über deine bahnbrechenden Erkenntnisse.

Elan: Ach nö, die sind so was von phänomenal, ich muss sie bis zur Veröffentlichung geheim halten.
Weblog: Was bist du für Eine? Was ist mit der freien Wissensgesellschaft? Seitdem du dich hier selbstproduzierst, wirst du immer merkwürdiger.
Elan: Tolle Interviewstrategie. Denkst du so werde ich tatsächlich reden?
Weblog: Ja.
Elan: Weblog, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.
Bild freier zusammenschluss von studentInnenschaften, International Union of students Arbeitstreffen, Interview mephisto, Leipzig

23.06.2007

Kochen ist Kultur

Weblog: Was gibt es heute zum Essen?
Elan: Ich weiß es noch nicht, es ist noch früh am Μorgen und ich bin mit Kopfschmerzen aufgewacht.
Weblog: Das ist ja schlimm. Aber ich habe Hunger, geh mal einkaufen, es ist ja Samstag.
Elan: Mache ich, aber erstmal möchte ich mehr über das Wort herausfinden, was ich gestern gelernt habe: "Pelmeni". Es ist ein russisches Nationalgericht.
Weblog: Das passt ja. Also essen wir heute Pelmeni?
Elan: Nur wenn wir tatsächlich Besuch kriegen. Außerdem wird heute im Garten gegrillt, da möchte ich nicht extra kochen.Weblog: Grillen, das ist auch gut. Und was ist mit Pelmeni?
Elan: Ich habe ein Rezept gefunden, aber viel interessanter finde ich, dass ich ein Land entdeckt habe. Sieh mal hier steht, das Wort sei aus dem Udmurtischen, eine fino-ugrische Sprache. Es gibt ein Land am Ural, das Udmurtien heißt. Das einzige, was mir dabei bekannt vorkommt, ist Kalaschnikov. Er stammt aus Udmurtien. In der Hauptstadt gibt es sogar ein Museum dazu.
Weblog: Wenn du für mich Pelmeni kochst, dann weißt du etwas mehr darüber.
Elan: Ich bin schon auf dem Weg zur Bäckerin, gleich gibt es erstmal Frühstück.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.
Bild- Eικόνα Udmurtia Brief History

22.06.2007

Du Stimmvieh, du!

Weblog: Wie kommt es, dass du das Wort "Stimmvieh" gerade erst gelernt hast?
Elan: Ich wundere mich ja auch, aber ich habe es vorgestern wirklich zum ersten Mal gehört. Es ging um die Abstimmungsverhältnisse im Senat. In vielen Abstimmungen sind die Stimmen in den Gruppen vorher festgelegt und viele entstehen durch Fraktionszwang bzw. Abhängigkeiten.
Weblog: Was für Fraktionszwänge gibt es denn?
Elan: Sie resultieren oft durch die Aufteilung des Senats in Gruppen: DekanInnen, ProfessorInnen, Mittelbau, sonstige MitarbeiterInnen und StudentInnen. Die DekanInnen und StudentInnen sind meines Erachtens, die geschlossensten Gruppen, wie auch vielleicht die entgegengesetzte Pole in nicht wenigen Diskussionen.
Weblog: Du stimmst aber nicht gegen deine Überzeugung, oder?
Elan: Sicher nicht. Bei manchen jedoch mir nicht so wichtigen Sachen gebe ich nach, wenn die Mehrheit in meiner Gruppe anderer Meinung ist. Ich denke auch nicht, dass tatsächlich bei den DekanInnen oder dem Mittelbau gegen die eigene Überzeugung gestimmt wird, aber die Prioritäten, was wichtig ist und was nicht, glaube ich, orientieren sich mehr an die eigene Karriere, was vollkommen legitim ist, denn der Senat ist für die StudentInnen zwar ein Gremium zur Mitbestimmung in der Hochschule als Institution, für alle anderen Mitglieder ist er jedoch ein Gremium zur Lenkung der Hochschule als Arbeitsplatz.
Weblog: Es ist vielleicht so wie du sagst, aber es scheint mir trotzdem schädlich zu sein. Was meinst du?
Elan: Klar, aber nur manchmal, wenn es wirklich um richtungsweisende oder riskante Entscheidungen geht, wie diese zur Zulassung von PrivatstudentInnen an der Universität. Da hoffe ich, dass das Stimmvieh sich des Zwanges befreit und länger nachdenkt, ob seine Entscheidung richtig ist.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.

Bild ESIB Board Meeting in Bergen, Norwegen- Εικόνα Γ.Σ. του ESIB στο Μπέργκεν της Νορβηγίας

14.06.2007

Sag 's mir rechtzeitig, wenn ich nerve!

Weblog: Was ist denn schon wieder passiert?

Elan: Nichts Besonderes. Ich frage mich nur, warum manche Leute nicht in der Lage sind dir zu sagen, dass du nervst.

Weblog: Wie, ich nerve?

Elan: Nein, nicht du, sondern allgemein. Ja, zum Beispiel, gestern im Seminar habe ich die ganze Zeit vor mich hingemurmelt.

Weblog: Das ist wirklich nervig. Hat es dir niemand gesagt?

Elan: Doch aber kurz bevor die Stunde zu Ende war. Er war schon sehr sauer. Ich sagte ihm, wenn er mir das vorher gesagt hätte, hätte ich damit aufgehört. Ich habe doch gar nicht gemerkt, dass mich jemand überhaupt hören konnte.

Weblog: Das ist doch nicht so schlimm. Jetzt weiß er das. Oder warum denkst du immer noch drüber?

Elan: Na ja, er hat ja gleich unterstellt, dass dieses Hingemurmele den Zweck hätte, keinen Anderen die Chance zu geben selber die Antworten zu finden.

Weblog: Komm schon, das ist doch lächerlich. Konzentriere dich auf wichtigere Sachen. Wie läuft eigentlich deine Hausarbeit?

Elan: Du nervst!

Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.

05.06.2007

Das Leben in einem Räterat

Weblog: Was ist ein Räterat?
Elan: Er ist die Ansammlung von gewählten ambitionierten jungen Leuten, die ihre Hochschule und Welt zu ändern versuchen. Sie verwalten Mittel ihrer Mitglieder und stellen Leute dafür ein, um sie bei ihren Zielen zu unterstützen.
Weblog: Das ist toll, finde ich.

Elan: Ich auch. Die Hochschule ist an manchen kleinen Punkten einfach zu verändern, die Welt sicher weniger. Auf jeden Fall ist das Engagement im Räterat doch ergiebiger, als angenommen.

Weblog: Und was ist mit dem Leben dort?
Elan: Im Räterat gibt es Terror, wenn man nicht auf Linie ist, oder unangenehme, leider Allen bekannte Fakten darlegt. Gerade heute wurde ich von dem Service-Angestellten des Räterats angerufen, angeschrieen und beschuldigt. Als ich dann auf seine Beschuldigungen antworten wollte, sagte er „jetzt hörst du mal mir zu!“ und legte dann auf.
Weblog: Das müsstest du doch gewohnt sein, oder?
Elan: Nein, auch wenn
ich im Räterat schon paar Mal angeschrieen wurde, an psychische und verbale Gewalt werde ich mich nie gewöhnen können.
Weblog: Elan, ich danke dir für dieses Selbstgespräch.

Bild StudentInnenRat Universität Leipzig, Ostnetz,© Copyright Eleni Andrianopulu