26.09.2007

Gesucht

Ich bin wieder in Leipzig und krank. Málaga hat mir gar nicht gut getan. Die Rückreise ist abgesagt, die Prüfung auch. Aufgrund des Auslandsaufenthaltes werde ich ab dem 1. Oktober in folgenden Gremien nicht mehr mitwirken, leider habe ich noch nicht einE NachfolgerIn gefunden, obwohl immer mal wieder Interesse gab. Also wenn ihr Interesse habt, dort mizuwirken, wendet euch an mich.

  1. Universität Leipzig- Philologische Fakultät- Studienkommission Magister, Diplom und Fachbachelor und -master
  2. Universität Leipzig- Philologische Fakultät/ Fakultät für Geschichte, Kunst und Orientwissenschaften- Studienkommission Master Klassische Antike
  3. Universität Leipzig- Philologische Fakultät- Prüfungsausschuss Germanistik/Klassische Philologie
  4. Universität Leipzig- Philologische Fakultät/ Fakultät für Geschichte, Kunst und Orientwissenschaften- Prüfungsausschuss Master Klassische Antike
An der rechten Leiste findet ihr die entsprechenden Links zu den Gremien.

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Eικόνα © Ελένη Πολυκρέτη, Αμοργός

Wie man sich entschuldigt

Jetzt gerade möchte ich mich nicht entschuldigen, aber ich habe etwas gerade darüber gelesen. Vielleicht kennt ihr schon das WikiHow? Ein Wikiprojekt, in dem Artikel zu der Frage Wie geschrieben werden. Heute habe ich den Artikel Wie entschuldigt man sich? gelesen.

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-Eικόνα © Ελένη Πολυκρέτη, Αμοργός

23.09.2007

Schon wieder...

Endlich bin ich wieder zu Hause in Leipzig und regeneriere mich. Ich weiß nicht, wie oft ich von meinen unmöglichen Abenteuern in Málaga berichten werde, aber ich werde es nicht im Blog machen. Hier werden die nächsten Tage nur Lernbeiträge zur Prüfung am Donnerstag geschrieben.

Searle, J.R. (1979): Metaphor in Expression and Meaning: Studies in Theory of Speech Acts (dt. Metapher)

  • Wie funktionieren Metaphern?
Dieses Problem wird als Spezialfall des allgemeinen Problems gesehen, wie die Äußerungsbedeutung von der Ausdrucksbedeutung auseinanderklafft (etwas sagen und etwas anderes meinen- indirekte Sprechakte, Ironie).

Eine Trennung der Bedeutung von Ausdrücken oder Sätzen in wörtliche und metaphorische ist nicht richtig. Es gibt nur eine Bedeutung. Wenn wir von metaphorischer Bedetung reden, dann meinen wir, was mit der Äußerung gemeint wird. Wir sprechen in diesem Fall über die SprecherInabsichten.

Was ein Sprecher mit dem Äußern von Wörtern, Sätzen und Ausdrücken meint, nennen wir Äußerungsbedeutung (des Sprechers) (speaker´s utterance meaning) und das was die Wörter, Sätze und Ausdrücke bedeuten, Wortbedeutung bzw. Satzbedeutung. Die Beziehungen zwischen Satzbedeutung und metaphorischer Äußerungsbedeutung sind eher systematisch als zufällig oder ad hoc.

Für eine Theorie der Metapher müssen die Prinzipien formuliert werden, wie die Äußerungs- und die Satzbedeutung zu einer Beziehung gesetzt werden. Diese Prinzipien sind in einer Theorie der semantischen Kompetenz nicht vollständig enthalten, weil das Wissen, das Personen die Verwendung und das Verständnis metaphorischer Äußerungen ermöglicht, mehr als bloß das Wissen um die wörtliche Bedeutungen der Wörter und Sätze ist.
  • Welche Prinzipien ermöglichen es Sprecherinnen, metaphorische Äußerungen zu formulieren und Hörerinnen sie zu verstehen?
  • Wie können wir diese Prinzipien so fassen, dass klar wird, wie sich metaphorische Äußerungen von anderen unterscheiden, in denen die Äußerungsbedeutung von der wörtlichen Bedeutung unterscheidet?
Eine genaue Darstellung der wörtlichen Prädikation ist ein äußerst schwieriges, kompliziertes und subtiles Problem. Leider gehen viele Theorien davon aus, dass die wörtliche Prädikation klar ist ohne sie zu definieren. Die wörtliche Bedeutung des Satzes legt die Wahrheitsbedingungen fest. Der Sprecher ist darauf angewiesen, dass die Wahrheitsbedingungen vorliegen. Diese werden nur zu einem bestimmten Kontext festgelegt. Meistens legt ein Satz Wahrheitsbedingungen relativ zu Annahmen fest, die nicht im semantischen Gehalt des Satzes stecken. Der semantische Gehalt legt Wahrheitsbedingungen nur relativ zu den von der Sprecherin gemachten Annahmen fest, die von der Hörerin ebenfalls gemacht werden müssen, wenn die Kommunikation gelingen sollte.

Aspekte der wörtlichen Äußerung:
  1. die SprecherIn meint, was sie sagt
  2. die Wahrheitsbedingungen sind nur relativ zu Hintergrundannahmen
  3. der Ähnlichkeitsbegriff spielt in jeder Behandlung wörtlicher Prädiaktion eine wesentliche Rolle
Zu 3. sei anzumerken, dass hiermit auf die Ähnlichkeit der einzelnen möglichen Referenten im Denotat hingewiesen wird.

Weiter müssen wir in unserer Theorie nicht nur Metaphern von der wörtlichen Bedeutung unterscheiden, sondern auch von weiteren Formen nicht wörtlicher Bedeutung.

Da Searle davon ausgeht, dass mit einer Metapher etwas anderes gemeint wird, als das was gesagt wird, wird seine Theorie als eine Substitutionstheorie klassifiziert (pragmatische Substitutionstheorie). Eine Metapher kann nämlich durch eine (wörtliche) Paraphrase ersetzt werden.

Bild Dimitris Bourgiotis, Naxos -Image Dimitris Bourgiotis Naxos


16.09.2007

Metaphor, Max Black (1954) III


Metaphor, Max Black (1954) III

(Fortsetzung Exzerpt)

Vergleichstheorie der Metapher:
Eine Metapher besteht in der Darstellung der zugrundeliegenden Analogie oder Ähnlichkeit. Es ist eine Auffassung der Metapher als elliptisches Gleichnis. Es ist ein Sonderfall der Substistutionstheorie. (Metapher ersetzbar durch Vergleich) (siehe Whately, Bain) Sehr populäre Auffassung.

Kritik:
Die Theorie ist vage unbestimmt. Ähnlichkeiten als "objektiv gegeben" zu betrachten ist nicht möglich. Ähnlichkeit lässt Abstufungen zu. Eine Metapher ersetzt keinen formalen Vergleich.

Es wäre aufschlussreicher zu sagen, dass die Metapher Ähnlichkeit schafft, statt, dass sie eine bereits existente formuliert.

Interaktionstheorie der Metapher:
Das ist Blacks Favorit. Das fokale Wort gewinnt eine neue Bedeutung, die weder die wörtliche noch die des Substituts ist. Der neue Rahmen bewirkt beim fokalen Wort eine Erweiterung des Bedeutungsumfangs (Extension) (siehe Richards).
Eine Metapher kann als Filter verstanden werden. Das Beispiel "der Mensch ist ein Wolf" kann so analysiert werden: es gibt einen Hauptgegenstand (Mensch) und einen untergeordneten Gegenstand (Wolf). Damit die Metapher, so wie sie intendiert ist, funktioniert, muss die Hörerin dasselbe "System miteinander asoziierter Gemeinplätze", wie die Sprecherin kennen. Die Metapher lenkt die Aufmerksamkeit der Hörerin auf bestimmte Eigenschaften. Der Hauptgegenstand wird auf das Feld des untergeordneten Gegenstands "projiziert".

Kritik:
Regressive Theorie, da die Metapher, in weitere Metapher zerlegt wird.

Erwiderung:
Alle "assoziierte Gemeinplätze" (associated commonplaces) sind als metaphorische Verschiebungen zu verstehen. Am besten werden sie als Erweiterungen des Bedeutungsumfangs beschrieben.
Eine Metapher kann in der Tat untergeordnete Metapher unter ihren Implikationen haben.
Darüberhinaus können Metaphern auch von einem eigens konstruierten Implikationssystem getragen werden und nicht allein von bewährten Gemeinplätzen.
Die Extension des untergeordneten Ausdrucks wird ebenfalls erweitert.

Zusammenfassung:
  1. Eine Metapher besitzt zwei verschiedene Gegenstände: einen Haupt- und einen Nebengegenstand
  2. Gegenstände sind eher Systeme von Dingen und nicht Dinge
  3. Eine Metapher ist eine Anwendung von für das untergeordnete Gegenstand charakteristischen assoziierten Implikationen auf das Hauptgegenstand.
  4. Die Implikationen bestehen meist aus Gemeinplätzen über den untegeordneten Gegenstand (oder ad hoc Abweichungen)
  5. Die Metapher selegiert, betont, unterdrückt und organisert charakteristische Züge des Hauptgegenstands
  6. Dies bringt Bedeutungsverschiebungen bei der Familie des metaphorischen Ausdrucks
(lese Empson, Beardsley)

Bild Athen, Platia Psirri, Εικόνα, Πλατεία Ψυρή, Αθήνα

Gegen weitere Stellenkürzungen im Bereich der kritischen Wissenschaft!

Zahlreiche Wissenschaftler/innen protestieren gegen die anstehende Streichung der letzten Stelle in der Abendroth-Tradition am Marburger Institut für Politikwissenschaft. Mehr könnt ihr hier lesen...

12.09.2007

Max Black, Metaphor II

(Fortsetzung Exzerpt)
Um genau derselben Metapher handelt es sich, wenn der Satz Wort für Wort in die Fremdsprache übersetzt wurde und genau dasselbe bedeutet, wie der Satz in der Ausgangssprache. Daher sind Metapher ein Phänomen, welches in der Semantik behandelt werden muss, da wenn wir über Metapher sprechen, sprechen wir über ihre Bedeutung (und nicht über ihre Form- Syntax).

Die Regeln einer Sprache legen fest, dass einige Ausdrücke als Metaphern gelten (gegenstand der Semantik); dies kann die individuelle Sprecherin nicht ändern. Diese etablierten Regel lassen jedoch Spielraum der Variation, Initiative und Neuschöpfung offen.

Die Bedeutung eines metaphorischen Ausdrucks kann auch aus den Intentionen der Sprecherin rekonstruiert werden, um die Bedeutung zu erfassen (Pragmatik).

Von Bedeutung für die Interpretation einer Metapher ist auch ihr "Gewicht", also wie "ernst" sie gemeint ist. Dieses Gewicht ist jedoch schwer fassbar.

Substitutionstheorie der Metapher:
Der metaphorische Ausdruck "M" ist ein Substitut für einen äquivalenten wörtlich verwendeten Ausdruck "L".
Das Verstehen einer Metapher gleicht dem Entziffern eines Codes oder dem Auflösen eines Rätsels.
Begründung (R. Whately, Elements of Rhetoric, 1846): Ähnlichkeit, Analogie
Diese Definition (der Substitution) hat sich derart festgesetzt, dass neue AutorInnen immer wieder in die alte Manier zurückfallen, auch wenn sie eine differenziertere Metapherauffassung vertreten möchten.
Gründe:
1. es gibt keine wörtliche Entsprechung -Katachrese (neuer Sinn in alte Wörter- Wortschatzlückenschließung) (siehe Gustav Stern)
2. es gibt eine wörtliche Entsprechung -Stilistik (angenehme, spaßige Beschäftigung) (siehe Aristoteles, Cicero, Cope)

Bild Nationalbibliothek, Athen- Εικόνα Εθνική Βιβλιοθήκη, Αθήνα


11.09.2007

Metaphor (Die Metapher)- Max Black (1954)


Max Black. 1954. Metaphor. Exzerpt

Metaphern in der Philosophie sind verpönt. Black benutzt Quellen der Literaturwissenschaft um sich dem Thema anzunähern.

Worum es im Artikel geht:
-Was sind Metaphern?
-Gibt es Kriterien für ihren Nachweis?
-Sind Metaphern übersetzbar?
-Sind Metaphern wichtig?
-Sind Metaphern Vergleiche?

Im Artikel geht es also um eine Analyse des Begriffs "Metapher".

Eindeutige Metapherbeispiele:
  1. The chairman plowed through the discussion.
  2. A smoke screen of witnesses.
  3. An argumentative melody.
  4. Blotting-paper voices (Henry James)
Typische Metapherbeispiele:
  1. Die Wolken weinen.
  2. Die Zweige kämpfen miteinander.
Wir sprechen von einer (einfachen) Metapher üblicherweise, wenn wir einen Satz oder Ausdruck meinen, in dem einige Wörter metaphorisch verwendet werden, während der Rest nicht metaphorisch gebraucht wird. Der Versuch, einen ganzen Satz aus metaphorisch gebrauchten Wörtern zu konstruieren, resultiert in einem Sprichwort, einer Allegorie oder einem Rätsel. (Nachts sind alle Katzen grau). Der Fall von Symbolismus braucht auch eine besondere Behandlung.

Das Wort, welches metaphorisch gebraucht wird, nennen wir Fokus und den übrigen Teil des Satzes, in dem das Wort vorkommt und wörtlich verwendete Ausdrücke beinhaltet, Rahmen der Metapher (focus-frame). Während der Fokus, die eigentliche Metapher ist, ist der Rahmen, derjenige, der den metaphorischen oder wörtlichen Gebrauch bestimmt.

Nachtrag 20.06.08: Es geht hier weiter.

Bild Nationalgarten, Athen- Εικόνα Εθνικός Κήπος, Αθήνα

09.09.2007

Der 6. Tag

Nach einer kleinen Pause mache ich mich wieder ans Wiederholen für die Pragmatikprüfung ran. Die Motivation ist etwas gestiegen, da ich gestern Abend endlich mit dem Wiederholen angefangen habe und einen persönlichen Motivationstrainer hatte.

Mittlerweile höre ich Shirley Basseys Where do I begin? - Love Story, welches unglaublich oft bereits gecovert wurde. Ich habe den Text in die rechte Leiste hinzugefügt.

Es geht weiter mit dem Wiederholen und Lernen:

Pragmatik- Bedeutungsvariationen- Abschlussprüfung:

Anmerkungen zum Überblick:

Statt den Terminus ähnlichkeitsbasierte Polysemie kann mensch in der Literatur auch idiosynkratische (oder irreguläre) Polysemie finden.

Statt sprachlichen Kontext kann auch satzinterner Kontext gesagt werden.

Variation in Abhängigkeit vom satzinternen Kontext:
Beispiel:
Markos hat seine Frau beim Waldbrand verloren.

Variation in Abhängigkeit vom Äußerungskontext:
Beispiel:
Markos hat seine Frau verloren.

Theorien der sprachlichen Metapher:
Metaphern bilden einen wichtigen Interessensbereich mehrerer Wissenschaften, nicht zu letzt auch der Linguistik, für den es bisher noch keine allgemein akzeptierte Erklärung gibt.

In der Linguistik dreht sich aktuell die Diskussion um die Frage, ob dieses Phänomen in der Untersuchung der Sprache erklärt werden kann. In der Kognitiven Semantik (ich muss noch Lakoff, Johnson und Turner lesen) wird davon ausgegangen, dass Metaphern ein charakteristisches Kennzeichen sprachlichen Verhaltens sind und somit einen Kernbereich der Linguistik bilden. Es handelt sich jedoch um ein Phänomen, welches auf generelle kognitive Prozesse zurückgeführt werden kann und stellt somit kein genuin sprachliches Phänomen dar.

Klassifizierung der Theorien der Metapher:
a. Substitutionstheorien- Vergleichstheorien- Interaktionstheorien
b. Semantische Theorien- pragmatische Theorien- kognitive Theorien

Vertreter der Theorien:
Max Black- (semantische) Interaktionstheorie
John Searle- pragmatische Substitutionstheorie
Bipin Indurkhya- kognitive Interaktionstheorie

Semantiche Theorien:

Metaphern sind ein Phänomen auf der Ebene der Ausdrucksbedeutung.
Ausdrücke unterliegen einer temporären Veränderung in ihrer Bedeutung.
Metaphorische Ausdrücke haben eine quasi doppelte Bedeutung: eine wörtliche und eine abgeleitete nicht-wörtliche Bedeutung.
Auslöser der metaphorischer Verschiebung ist ein satzinternen Konflikt, d.h. eine semantische Anomalie oder ein Kategorienfehler. (sortal mismatch)

Kritik:
1. Metaphern sind möglich auch wenn keine Anomalie da ist.

Beispiele: negierte Metaphern, oder Sätze, bei welchen sowohl eine metaphorische, wie auch eine wörtliche Interpretation möglich ist:
Das Leben ist kein Ponyhof.
Ich stehe links.
2. Verletzung des Kompositionalitätsprinzips
Bild Akademie der Wissenschaften, Athen - Εικόνα Ακαδημία Αθηνών

Und es geht weiter...

Heute bin ich den ganzen Tag allein zu Haus, die Familie plus Gäste sind segeln gegangen. Ich wollte spontan auch mit, aber das Boot ist nur 7 Meter lang. Da frage ich mich, ob 4 Erwachsene plus 2 Kinder nicht schon jetzt viel zu viele sind. Heute ist es schwül, aber ich denke nicht, dass es regnen wird. Es ist noch sehr warm (immer zwischen 25 und 32 Grad). Am Meer ist es angenehm, während im inneren Andalusien, wie in Sevilla oder Cordoba stets über 30 Grad sind.

Ich habe die heutigen Emails beantwortet, warte angerufen zu werden, höre Bebel Gilberto (ein Laptop ist eine tolle Sache fürs nomadische Leben) und lerne weiter. Heute muss ich wirklich was schaffen...

Bedeutungsvariationen - Überblick Fortsetzung

Metapher und Metonymie

In der traditionellen Rhetorik als Tropen, Stilfiguren bezeichnet. Also als Verwendung in übertragener, nicht-wörtlicher Bedeutung.

Metapher: je nach Theorie verschiedene Definition. Grob zusammenfassend, handelt es sich um die Verwendung eines Ausdrucks in übertragener Bedeutung, welche auf einer "gewissen Ähnlichkeit" der aktual bezeichneten und der "normalerweise" damit bezeichneten Gegenstände beruht.

Beispiele für Metapher:
Mensch X ist ein Elefant.
Mensch Y ist ein Eisklotz.

Metonymie: Verwendung eines Ausdrucks in übertragener Bedeutung, welche auf einer Relation der Zusammengehörigkeit oder "Nachbarschaft" der aktual bezeichneten Gegenstände und der "normalerweise" damit bezeichneten Gegenstände beruht.

Beispiele für Metonymie:
Ich esse Huhn.
Ich lese Chomsky.

Synekdoche: Verwendung eines Ausdrucks in übertragener Bedeutung, welche auf einer Teil/Ganzes-Relation oder Spezies/Genus-Relation der aktual bezeichneten Gegenstände und der "normalerweise" damit bezeichneten Gegenstände beruht. (Spezialfall von Metonymie)

Beispiele für Synekdoche:
pars pro toto: Die krumme Nase gewinnt.
genus pro species: Das Nagetier stört.

Was ich noch nachlesen muss: Lakoff, Turner, Taylor

08.09.2007

Bedeutungsvariationen I

Mein erstes Wochenende hier und ich kann nicht entspannen. Ich muss lernen. Die Hausarbeit "Kompositionalität in der unterspezifizierten Semantik" (ich habe hier schon Einiges darüber geschrieben) wurde mit einer 3,0 benotet. Die Note wurde mit einem sehr enttäuschten Gesicht des Dozenten begleitet. Ich habe ihm ja auch gesagt, dass ich mittlerweile keinen Bock mehr darauf hatte. Er meinte, ich kann gut reden (der letzte Vortrag war formidabel) aber nicht gut schreiben (ich schreibe unkorrekte Sachen und es liegt nicht an der Sprache, sondern an meiner Faulheit) und viele andere Dinge, die stimmen, aber nicht gerade aufbauend oder motivierend sind. Ich hoffe, er hat verstanden, dass ich kein Genie bin, viele Schwachstellen habe und falls er mich fördern möchte, sich mehr mit mir beschäftigen muss. Meine andere Dozentin bei der Übersetzungsprüfung (darüber habe ich hier auch berichtet) scheint es verstanden zu haben, zumindest möchte sie mit mir sprechen, wie ich mein Deutsch auf "ihre" Diplomstufe bringen kann.

Mittlerweile bin ich jedoch in Spanien, habe täglich Spanischkurs (gestern habe ich ein Referat im Konversationskurs über die Waldbrände in Griechenland gehalten, aber ich glaube nicht, dass wirklich irgendjemand verstanden hat, außer der anderen Griechin und einem Deutschen, worum es da geht) und gerade eben habe ich mir vorgenommen mit dem Lernen für die Pragmatikprüfung zu beginnen. An sich ist es eine Abschlussprüfung, also muss ich recht fit in allen Bereichen der Pragmatik sein. Ich bin absolut unmotiviert, ich muss nur lernen, habe keine Zeit zum Nachdenken, zum Anwenden, nichts. Das nervt mich.

Hier werde ich schreiben, was ich gerade lerne bzw. wiederhole (ich hasse Wiederholungen!). Das soll mir helfen, es besser zu strukturieren und ist vielleicht irgendjemandem anders von Nutzen:

Überblick - Bedeutungsvariationen:

Sprachliche Ausdrücke sind durch eine Bedeutungsflexibilität gekennzeichnet. Ihre Bedeutung variiert in Abhängigkeit vom Äußerungskontext, welcher sprachlich, oder außersprachlich sein kann.

Generell wird in der Literatur die Trennung zwischen Ausdrucks- und Äußerungsbedeutung vollzogen. Grob lässt sich sagen, dass die erste
als die grammatisch determinierte, kontextunabhängige Bedeutung verstanden wird, während die zweite als die kontextabhängige Bedeutung, welche je nach Theorie sich nach bestimmten Mustern aus den jeweiligen kontextuellen Bedingungen ergibt.

Die Prozesse, welche die Ausdrucksbedeutung kompositional berechnen lassen, nennen sich semantische Prozesse.

Die Prozesse, welche die Äußerungsbedeutung interpretativ erschließen lassen, nennen sich pragmatische Prozesse.

Unter Bedeutungsvariationen verstehen wir das Phänomen, dass ein sprachlicher Ausdruck mehrere voneinander klar abgegrenzte Varianten der Äußerungsbedeutung (=Bedeutungsvarianten) hat, zwischen denen nicht-triviale Beziehungen bestehen.

Die Klassifizierung von Bedeutungsvariationen ist je nach ForscherIn und Theorie verschieden, aber im Grunde genommen handelt es sich um zwei Typen von Variationen: Bedeutungsdifferenzierungen und Bedeutungsverschiebungen.

Bei der Ersten handelt es sich um eine Differenzierung in der wörtlichen Bedeutung, der Ausdruck wird in einer der konventionalisierten wörtlichen Bedutungsvarianten verwendet.

Bei der Zweiten geht es um eine Verschiebung in eine nicht-wörtliche Bedeutung, bei der der Ausdruck in einer abweichenden nicht-wörtlichen Variante verwendet wird.

Unabhängig davon, dass es oft Schwierigkeiten gibt bei manchen AutorInnen zu verstehen, was wörtliche und was nicht-wörtliche Bedeutung ist, wird diese Terminologie weiterhin verwendet, schließlich soll sie auch der Intuition der SprecherInnen wiederspiegeln, welche diese Unterscheidung machen.

Polysemie nennt mensch traditionell die Eigenschaft der lexikalische Ausdrücke, eine Differenzierung in ihrer wörrtlichen Bedeutung zuzulassen.

Reinterpretation (oder Uminterpretation) bezeichnet mensch traditionell die Verschiebung der Bedeutung eines lexikalischen oder syntaktisch komplexen Ausdrucks. Die Ergebnisse einer solchen Verschiebung werden Metaphern oder Metonyme genannt.

Die Bedeutungsvarianten können auch als Ergebnis ähnlichkeitsbasierten oder systematischen Bedeutungsvariationen unterschieden werden.

Unter ähnlichkeitsbasierte Bedeutungsvariationen versteht mensch, dass die Domänen der jeweiligen Bedeutungsvarianten in einer Ähnlichkeitsbeziehung zueinander stehen.

Unter ähnlichkeitsbasierte Bedeutungsdifferenzierungen versteht mensch die ähnlichkeitsbasierte Polysemie und
als ähnlichkeitsbasierte Bedeutungsverschiebung die Metapher.

Beispiel ähnlichkeitsbasierte Polysemie:
die Tür öffnen
das Paket öffnen
das Buch öffne
n
die Halskette öffnen
das Taschenmesser öffnen
das Geschäft öffnen
die Faust öffnen
die Haare öffnen
die Wunde öffnen
die Datei öffnen

Klammer aus Langeweile, die Übersetzungen ins Griechische:
ανοίγω
την πόρτα
ανοίγω
το πακέτο
ανοίγω
το βιβλίο
λύνω
την αλυσίδα
ανοίγω
το σουγιά
ανοίγω
το μαγαζί
ανοίγω
το χέρι
λύνω
τα μαλλιά μου
ανοίγω
την πληγή
ανοίγω
το αρχείο


Bei systematischen Bedeutungsvariationen existieren unter den Domänen der Bedeutungsvarianten generelle ontologische Relationen.

Die systematische Bedeutungsdifferenzierung wird auch systematische Polysemie genannt.

Die systematische Bedeutungsverschiebung wird auch Metonymie genannt.

Beispiele systematische Polysemie:
Fenster zerbrechen
Fenster abdichten
Zeitung wiegen
Zeitung lesen